Mirabaud Gruppe unter den zehn führenden Instituten im Swiss Private Banking Identity Index
26.03.2026

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Die Mirabaud Gruppe belegt im Swiss Private Banking Identity Index 2026 den zehnten Rang. Der Index ist ein Bewertungsinstrument, das untersucht, wie wirkungsvoll Privatbanken ihre institutionelle Identität definieren und diese gegenüber Kundschaft und Stakeholdern kommunizieren.
Der von H-Ideas und Brand Affairs entwickelte SPBIx analysierte 58 reine Schweizer Privatbanken. Bewertet wurden unter anderem Purpose-Statements, Wertesysteme, kulturelle Ausprägung und Markenumsetzung. Der Index zeigt, dass lediglich 16 Prozent der untersuchten Finanzinstitute was das Management ihrer Markenidentität angeht als «Leader» gelten. 53 Prozent befinden sich noch in einer frühen Entwicklungsphase.
Die Platzierung der Mirabaud Gruppe beruht auf der Analyse, wie die Bank ihre Identität konzeptionell verankert und wie sie diese nach aussen im Markt umsetzt. In die Methodik floss die Ausprägung der Identität mit 70 Prozent ein und die Markenumsetzung mit 30 Prozent. Insgesamt wurden für jedes Institut nahezu 30 Einzelparameter berücksichtigt.
Markenentwicklung zeigt regionale Unterschiede
Der Index zeigt deutliche regionale Unterschiede darin, wie Schweizer Privatbanken ihre Markenidentität angehen. Banken in der Romandie und im Tessin verzeichneten mehr Fortschritte als Institute in der Deutschschweiz. Dort blieben die Bewertungen im Jahresvergleich weitgehend unverändert.
Bei Banken mit einem verwalteten Vermögen von über CHF 20 Milliarden blieb der Fortschritt verhaltener. Kleinere Institute nutzten ihre Markenidentität dem Bericht zufolge aktiver als Instrument zur Differenzierung und zur Stärkung ihrer Wettbewerbsposition.
Zu den zehn bestplatzierten Instituten zählen Pictet, Piguet Galland, Banque Heritage, UBS, PKB Private Bank, Vontobel, die Zürcher Kantonalbank, die Graubündner Kantonalbank, Lienhardt & Partner sowie die Mirabaud Gruppe. Das Ranking zeigt eine stärkere Präsenz von Banken aus der Romandie und dem Tessin, als es die geografische Verteilung der Schweiz nahelegen würde.
Markenidentität bleibt strukturell unausgereift
Laut Index verfügen 50 Prozent der untersuchten Banken über ein klar formuliertes Purpose-Statement, im Vergleich zu 43 Prozent im Jahr 2025. Allerdings schaffen es nur 31 Prozent, ihren definierten Purpose sowohl rational zu begründen als auch emotional zu verankern. Im Vorjahr waren es noch 35 Prozent.
Auch bei den Wertesystemen zeigt sich ein uneinheitliches Bild. 66 Prozent der Banken kommunizieren ihre Werte ausdrücklich, doch nur 26 Prozent stellen eine erkennbare Verbindung zwischen den formulierten Werten und ihrem definierten Purpose her. Dort, wo Werte definiert sind, begrenzen 74 Prozent der Finanzinstitute deren Anzahl auf maximal vier und orientieren sich damit an gängigen Empfehlungen zur besseren Wiedererkennbarkeit.
Der Bericht hält fest, dass viele Institute auf generische Begriffe wie «Integrität», «Exzellenz» und «Vertrauen» zurückgreifen. Solche Formulierungen tragen in einem stark besetzten Markt kaum zur Differenzierung bei. Zudem zeigt sich bei den von 55 Prozent der Banken verwendeten Markenclaims eine geringere Übereinstimmung mit der übergeordneten Markenarchitektur. Der entsprechende Wert sank auf einer Fünf-Punkte-Skala von 2,1 auf 1,9.
Umsetzung bleibt hinter der strategischen Entwicklung zurück
Die grössten Defizite zeigen sich dort, wo Identität in sichtbare Marktpräsenz überführt werden soll. Nur 21 Prozent der Banken unterhalten auf ihren Websites eigene Bereiche zur Unternehmenskultur, gegenüber 28 Prozent im Jahr 2025. Lediglich 17 Prozent der befragten Institute lassen ihre Führungskräfte persönlich Markenwerte kommunizieren, womit der Anteil über dem Vorjahreswert von 9 Prozent liegt.
Auch die Bewertungen auf Mitarbeiterplattformen zeichnen ein gemischtes Bild. 84 Prozent der Banken sind auf Kununu oder Glassdoor präsent. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,49 von 5 Punkten und damit leicht unter dem Wert von 3,63 im Jahr 2025.
Die Auswertung macht deutlich, dass Markenperformance und wirtschaftlicher Erfolg miteinander verknüpft sind. Institute in den Top 10 erzielten im Durchschnitt einen Wachstumsscore von 153, gegenüber 140 im Branchenschnitt. Die Berechnung stützt sich auf Kennzahlen wie das Wachstum der verwalteten Vermögen und den Netto-Neugeldzufluss je Mitarbeitenden.
Die Mirabaud Gruppe
Die Platzierung auf Rang zehn erfolgt in einer Zeit personeller Veränderungen und weiterer Expansion. Georges Khoueiri übernahm die Leitung von Mirabaud Middle East als CEO, Émilie Serrurier-Hoël steht neu an der Spitze von Mirabaud & Cie (Europe) SA in Luxemburg. Ferner vereinbarte die Bank eine exklusive Zusammenarbeit mit Oquendo Corporate zur M&A-Beratung für private Kunden und Family-Offices in Spanien.
Die Mirabaud Gruppe wurde 1819 gegründet und ist heute in zehn Ländern aktiv. Zu den Standorten zählen unter anderem Genf, London, Paris, Madrid, Dubai und São Paulo. Geführt wird die Gruppe von den drei Managing Partners Camille Vial, Nicolas Mirabaud und Lionel Aeschlimann, unterstützt von einem Team von Equity Partners.
Die Ergebnisse des SPBIx legen nahe, dass das Markenidentitätsmanagement im Schweizer Private Banking an Bedeutung gewinnt, im Wettbewerb aber noch nicht konsequent genutzt wird. Institute, die Identität als strategische Disziplin und nicht nur als regulatorische Pflicht betrachteten, wiesen laut Methodik des Index nachweislich bessere Performance-Werte auf.

Exklusiv
Maklerin im Fokus: Freya Früh









