Mission Beamte bei der HanseMerkur
23.04.2026

Eberhard Sautter und Eric Bussert / Foto: © HanseMerkur
Über 150 Jahre Erfahrung, ein klarer Blick nach vorn und der Mut, neue Wege zu beschreiten: Mit der Mission Beamte erschließt die HanseMerkur erstmals gezielt einen der anspruchsvollsten und zugleich attraktivsten Märkte der privaten Krankenversicherung. Warum der Versicherer diesen Schritt genau jetzt geht, wie Beitragsstabilität trotz steigender Kosten gelingen soll und welchen Anspruch das Unternehmen an sich selbst stellt, erläutern Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur, und Eric Bussert, Vorstand Vertrieb und Marketing, im Doppelinterview mit der finanzwelt.
finanzwelt: Herr Sautter, 2025 war für die HanseMerkur ein außergewöhnliches Jahr: 150-jähriges Jubiläum gepaart mit einem sehr starken Neugeschäft – und nun der Start der Mission Beamte. Welche Bedeutung hat diese Kombination für Ihr Unternehmen?
Eberhard Sautter: 150 Jahre sind natürlich ein beeindruckender Meilenstein. Für uns war das Jubiläum allerdings nie als Rückblick gedacht. Im Gegenteil: Wir haben es als bewussten Startpunkt betrachtet. Die HanseMerkur definiert sich nicht über ihre Vergangenheit. Es ist der Mut zum Morgen, der uns antreibt. Unser zentraler Identitätskern ist der Pioniergeist: Verantwortung übernehmen, Neues wagen, vorangehen. Genau aus diesem Selbstverständnis heraus entstand auch die Mission Beamte. Sie ist kein kurzfristiges Projekt, sondern Ausdruck unseres Anspruchs, auch künftig innovativ und langfristig zu handeln.
finanzwelt: Herr Bussert, unabhängig vom Jubiläum: Die HanseMerkur hat 2025 operativ deutlich zugelegt. Was waren aus Ihrer Sicht die zentralen Treiber dieser Entwicklung?
Eric Bussert: Das Jahr 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, wie tragfähig unsere Strategie ist. Wir haben erneut das beste Vertriebsergebnis seit Gründung erzielt und unser Neugeschäft gegenüber dem ohnehin starken Vorjahr noch einmal deutlich gesteigert. Dieser Erfolg basiert auf mehreren Faktoren: einer klaren strategischen Vertriebsausrichtung, leistungsstarken Produkten, einem hohen Servicelevel und nicht zuletzt auf einer sehr disziplinierten Beitrags- und Bestandssteuerung. Natürlich kommt auch die HanseMerkur in den verschiedenen Sparten nicht vollständig ohne Beitragsanpassungen aus. Entscheidend ist aber, wie man damit umgeht. Unsere Anpassungen sind in den vergangenen Jahren im Marktvergleich deutlich moderater ausgefallen. Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis nachhaltiger Kalkulation und bewusster Wachstumssteuerung.
finanzwelt: Herr Sautter, wie fügt sich dieser Wachstumskurs in die lange Geschichte der HanseMerkur ein?
Sautter: Unsere Geschichte ist geprägt von Wandel – und von Verantwortung. Was 1875 als lokale Krankenunterstützungskasse begann, ist heute ein moderner Versicherer mit großer Strahlkraft. Wir haben viele Bewährungsproben erlebt und gelernt, dass Stabilität nicht bedeutet, Veränderungen zu vermeiden, sondern sie aktiv zu gestalten. Insbesondere im Bereich der Krankenversicherung wird deutlich, dass medizinischer Fortschritt und steigende Kosten objektive Entwicklungen sind, die gesteuert und nicht ignoriert werden können. Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung besteht darin, diese Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und langfristig wirksame Maßnahmen einzuleiten. Die vergleichsweise stabile Beitragsentwicklung der vergangenen Jahre ist Ausdruck dieser strategischen Grundhaltung. Sie basiert auf konsequenter Disziplin, klaren Prinzipien und langfristigem Denken, nicht auf kurzfristigen Marktschwankungen.
finanzwelt: Herr Bussert, warum ist die Krankenversicherung für die HanseMerkur heute wichtiger denn je?
Bussert: Die Krankenversicherung ist unser strategisches Herzstück und zentraler Wachstumstreiber. Wir sind hier über alle Produktbereiche hinweg sehr stark aufgestellt: von der privaten Vollversicherung über Zusatzversicherungen bis hin zur betrieblichen Krankenversicherung. Gerade vor dem Hintergrund deutlich steigender GKV-Beiträge wird die Frage nach Qualität und Beitragsstabilität immer relevanter. Unser Anspruch ist es, leistungsstarke Tarife anzubieten, die gleichzeitig langfristig stabil sind.
finanzwelt: Vor diesem Hintergrund rückt nun erstmals der Beamtenmarkt gezielt in den Fokus. Warum gerade jetzt?
Bussert: Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass wir neue Zielgruppen erfolgreich erschließen können – und zwar nicht nur punktuell, sondern mit klarer Strategie und nachhaltigem Erfolg. Das gilt für unseren systematischen Ausbau im Angestelltenmarkt, für die erfolgreiche Positionierung in der betrieblichen Krankenversicherung und ebenso für die Tierversicherung, die wir innerhalb kurzer Zeit zu einem starken, wachsenden Segment entwickelt haben. Vor diesem Erfahrungshintergrund ist der Beamtenmarkt die logisch nächste große Zielgruppe innerhalb der privaten Vollversicherung, in der wir bislang noch nicht strategisch vertreten waren. Gleichzeitig ist dieses Segment fachlich anspruchsvoll und äußerst heterogen. Genau deshalb haben wir uns bewusst Zeit für Analysen, Gespräche und eine saubere Produktarchitektur genommen. Jetzt sind wir optimal vorbereitet: mit klar differenzierten Tarifen, einem stringenten Marktzugang und dem Anspruch, in diesem Segment langfristig eine relevante Rolle zu spielen.
finanzwelt: Der Beamtenmarkt gilt als etabliert und stark umkämpft. Viele Anbieter sind dort seit Jahrzehnten präsent. Wie realistisch ist es, sich hier als neuer Akteur dauerhaft zu positionieren?
Bussert: Der Beamtenmarkt ist ohne Frage anspruchsvoll und hart umkämpft, aber gerade deshalb auch spannend. Entscheidend ist aus unserer Sicht, nicht mit dem Anspruch anzutreten, den Markt umzukrempeln. Vielmehr steht im Fokus, ihn besser zu verstehen und maßgeschneiderte Produkte anzubieten. Beamte sind keine homogene Zielgruppe. Ein Anwärter hat andere Erwartungen als ein Polizeibeamter im aktiven Dienst oder ein Pensionär. Genau darauf reagieren wir mit einer klar strukturierten Tarifwelt und mit dem Anspruch, langfristig verlässlicher Partner zu sein. Wir kommen nicht als kurzfristiger Herausforderer. Wir kommen als Versicherer mit Substanz, Erfahrung und einem klaren Leistungsversprechen.
finanzwelt: Herr Sautter, was macht den Beamtenmarkt aus strategischer Sicht so besonders?
Sautter: Beamte treffen bei der Wahl ihres Gesundheitspartners häufig lebenslange Entscheidungen. Entsprechend hoch ist der Anspruch an Stabilität, Verlässlichkeit und langfristige Perspektiven. Für uns war deshalb klar: Wenn wir diesen Markt erschließen, dann nicht opportunistisch, sondern mit einer klaren Haltung. Unternehmenswachstum ist nur dann nachhaltig, wenn es für Kunden, Vertriebspartner und Mitarbeitende gleichermaßen funktioniert. Genau daran richten wir unsere Strategie aus.
finanzwelt: Herr Bussert, wie ist die neue Tarifwelt konkret strukturiert – und was unterscheidet Ihre Angebote von denen der Mitbewerber?
Bussert: Mit Be Fit Smart und Be Fit Best bieten wir modulare Tarife, die die Beihilfe passgenau ergänzen. Beide Varianten überzeugen mit ihrem attraktiven Preis‑Leistungs‑Verhältnis und starken stationären Leistungen – von der Behandlung durch ausgewiesene Spezialisten über Ein- oder Zweibettzimmer bis hin zur Erstattung von Privatklinikkosten, auch oberhalb der GOÄ-Höchstsätze. Ein besonderes Plus ist die garantierte jährliche Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit. Ergänzt wird sie durch eine erfolgsabhängige Rückerstattung sowie einen Gesundheitsrabatt. So verbinden wir finanzielle Anreize mit einem aktiven Gesundheitsverhalten. Unsere Differenzierung erfolgt klar über die Produktstruktur: Be Fit Smart für beitragssensible Beamte. Be Fit Best für leistungsorientierte Kunden. Der Wechsel zwischen den Tarifen ist bewusst flexibel gestaltet: Beamte können zunächst mit Be Fit Smart starten und später, bei verbesserter finanzieller Situation, unter bestimmten Voraussetzungen sogar ohne erneute Risikoprüfung in den leistungsorientierten Tarif Be Fit Best wechseln.
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