Mit einem „Nein!“ die wirklichen Ziele erreichen!
13.09.2015

Jörg Laubrinus
**Sind Sie schon einmal in einen Swimming-Pool gesprungen, ohne dabei nass zu werden?
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Ohne Frage eine rhetorische Frage – aber eine die es in sich hat! Denn in unserem Alltag fordern wir im übertragenen Sinn nichts anderes von uns selbst. Da wollen wir gute Eltern sein und mehr Zeit mit der Familie verbringen. Wir wollen nicht nur gute Eltern sein, sondern auch beruflich voll am Ball bleiben. Wir wollen gute Eltern sein, beruflich am Ball bleiben und uns öfters mal Zeit für ein gutes Buch nehmen. Wir wollen tolle Eltern sein, beruflich am Ball bleiben, gute Bücher lesen und mehr Sport treiben. Wir wollen tolle Eltern sein, beruflich am Ball bleiben, gute Bücher lesen, mehr Sport treiben und wenn man ehrlich ist, dann sehen wir unsere guten Freunde viel zu selten und verbringen viel zu wenig schöne Zeit mit ihnen. Wir wollen deshalb gute Eltern …
Ein Tag hat jedoch nur 24 Stunden. Und wenn wir vor einem Pool stehen, dann müssen wir uns entscheiden: Reinspringen, abkühlen und nass werden. Oder auf die Abkühlung verzichten, dafür aber mit trockenen Haaren und Schwimmanzug entspannt auf der Liege relaxen.
Alles hat seinen Preis – auch Ziele und diese zu erreichen.
Das Problem, nicht zuletzt im Berufsleben, ist: Wir gestehen uns das nicht ein. Und wir differenzieren nicht zwischen Wünschen (verbunden mit einem Ziel) und vermeintlichen Wünschen. Schon eher schieben wir alles vor uns her und jammern (unser aller Lieblingsbeschäftigung), dass wir dies und das nicht erreichen, fühlen uns dabei unerfüllt und haben ein schlechtes Gewissen.
Ach ja – und erreichen tun wir eh nix! Diese vermeintlichen Wünsche stehen uns beim Erreichen der wirklichen Ziele im Weg – ist so! Denn wenn wir zwei bis drei Mal die Woche joggen gehen, dann fehlt uns diese Zeit unweigerlich für die Familie, Beruf usw. Wenn wir 20.000 Euro für ein Auto ausgeben können, dann eben nur für ein Auto – für das andere nicht. Wenn man sich entscheiden muss, so lautet die Frage: Was WOLLEN wir denn?
Lernen Sie deshalb „Nein!“ zu sagen!
- Nein! Ich will nicht die Karriereleiter bis ganz nach oben klettern. Ich WILL Zeit für mich und meine Familie.
- Nein! Ich will keinen Brad-Pitt-Waschbrettbauch, ich WILL mich auf meinem Sofa durch die Klassiker der Weltliteratur hindurchschmökern.
- Nein! Ich will nicht pünktlich Feierabend machen und bei meiner Familie sein, ich WILL zusätzlich Zeit und Energie in mein Unternehmen stecken.
- Nein! Ich will nicht mit dem Rauchen aufhören, ich WILL bei einer Zigarette entspannen und dabei Kraft für neue Aufgaben tanken.
Für was Sie sich entscheiden liegt selbstverständlich in Ihrem Ermessen. Aber vergessen Sie nicht: Es ist eine Entscheidung ähnlich einer Weggabelung – gehen Sie den einen Weg, ist der andere verloren. Wenn man das akzeptiert, dann steigen die Chancen signifikant, das zu erreichen was man wirklich WILL.
Kein Praxistipp ohne Umsetzungshilfe:
- Reden Sie mit Menschen über Ihre Ziele, bspw. mit Ihrem Ehepartner.
- Verwenden Sie einen Flipchart, Mindmap o. ä. um die Gedanken zu sortieren.
- Auch wenn es etwas makaber klingt: Stellen Sie sich vor, Sie hätten nur zwei Jahre Zeit, um einen Teil Ihrer Ziele in die Tat umzusetzen. Welche wären das?
- Wenn Sie Ihre wirklichen Ziele herausgefiltert haben, dann empfehle ich Ihnen das ZIEL NAVIGATIONS SYSTEM zwecks systematischer Zielerreichung. Wie Sie in 8 Schritten sicher ans Ziel gelangen:
1. Ist-Situation ermitteln
Zunächst benötigen Sie eine „mentale Inventur“. Wo stehen Sie genau, bzw. wo steht Ihr Unternehmen. Was leisten Sie derzeit? Definieren Sie hier den klaren Ist-Stand, ohne diesen zu bewerten.
2. Soll die Situation so bleiben?
Nun gilt es die erste Entscheidung zu treffen: Wollen Sie an der Ist-Situation etwas ändern? Beantworten Sie die Frage mit einem klaren Ja oder Nein.
3. Definition des Soll-Zustandes
Falls Ja: Wo soll die Reise hingehen? Legen Sie Ihr Ziel fest, den Soll-Zustand. Wichtig ist, dass dieser Soll-Zustand messbar ist: in der Zeit, der Menge, der Qualität oder einem anderen relevanten Parameter.
4. Wege zum Ziel finden
Sie kennen nun Ihr Ziel, aber wie gelangen Sie dorthin? Erarbeiten Sie sich Wege zum Ziel. Der Plural ist wichtig – viele Wege führen nach Rom. Legen Sie sich mehrere Marschrouten zurecht. Denken Sie quer, noch ist alles offen!
5. Definition der Vor- und Nachteile
Machen Sie sich eine Liste mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen der Wege. Bsp: Vorteil – Der Weg A bedeutet geringe finanzielle Investitionen. Nachteil – Er nimmt sehr viel Zeit in Anspruch.
6. Treffen Sie eine Entscheidung
Welcher Weg ist der _________ ? In das leere Feld tragen Sie nun Ihr Wort ein, nach welchem Sie Entscheidungen treffen wollen (leicht, schnell, günstig, bequem, effizient….). Wichtig ist, dass Sie Ihr Attribut festlegen und hierdurch den für Sie passenden Weg finden.
7. Umsetzung
Nach der getroffenen Entscheidung gilt es nun die Maßnahme umzusetzen. Nicht mehr zögern, Sie haben jetzt entschieden!
8. Ergebniskontrolle
Setzen Sie sich Zwischenziele und kontrollieren Sie stetig Ihre Ergebnisse. Gehen Sie systematisch vor!
Und denken Sie daran: „Nein! Ich will dieses vermeintliche Ziel nicht wirklich erreichen.“ bedeutet in Wahrheit nichts anderes als: Ja! Für meine wirklichen Ziele im Leben nehme ich mir die Zeit und die Kraft, um diese wirklich zu erreichen.
Unter demStrich hat man so mehr gewonnen als verloren!
Mit willensstarken Grüßen
Ihr Jörg Laubrinus

Das Paradoxon der Rüstungsbranche





