"Plötzliche oder geplante Unternehmensnachfolge: Wie Netzwerke und Kommunikation helfen"
28.11.2025

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Austausch oft wertvoller als Checklisten
„Mitmachen, gestalten und anstiften. So sehe ich unsere Rolle“, sagte Larissa Zeichhardt. Wichtig und erforderlich seien dabei Sichtbarkeit, insbesondere in den sozialen Medien, sowie vor allem auch in den verschiedenen Netzwerken. „Gerade in der schwierigen Anfangszeit fand ich den vertraulichen Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten sehr, sehr wertvoll“, sagte die LAT-Chefin und ergänzte: „Von anderen Führungskräften und Entscheiderinnen erfährt man, was auf einen zukommt, unabhängig von den Checklisten, die wir bei Steuerberatern, Rechtsanwälten und Notaren vorfinden.“ Erfolgsgeschichten sowie offene Gespräche mit anderen, etwa über Unternehmenskultur und -werte, oder über den Umgang mit Geschwistern in der Firma – das sei bei einer Unternehmensübergabe viel zielführender als die bloße Theorie. Dr. Alexandra Kohlmann wies zudem auf die bedeutende Rolle des Mentorings hin. „Es ist gerade in der herausfordernden Anfangszeit wichtig, dass man Mentoren hat, die einen begleiten und – gerade in den schwierigen Phasen – ermutigen, durchzuhalten.“ Und sie machte auf die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis aufmerksam. „Es gibt sehr viele Leitfäden und theoretische Modelle. Doch man kann Nachfolge A nicht mit Nachfolge B, C oder D vergleichen. Am Ende ist jede Übergabe eine ganz individuelle Geschichte. Da treffen Menschen aufeinander. Dafür gibt es kein Patentrezept.“
Unternehmensfinanzplanung schafft Transparenz
Dem pflichtete CFP®- und CFEP®- Professional Claudia Rankers, die aus ihrer jahrelangen Betreuung und Begleitung von Unternehmen und Unternehmerinnen bei der Nachfolge berichtete, bei. „Es gibt Werkzeuge und Tools, mit denen man agieren kann, aber jeder Fall ist anders und man muss die Menschen mitnehmen, wenn man gemeinsam zu einem guten Erfolg kommen möchte.“ Die Unternehmensfinanzplanung, die auch die private Seite mitintegriert, ist für die Expertin vom Rankers Family Office ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor im Nachfolgeprozess. „Sie bringt Transparenz, Klarheit und Planbarkeit. Und sorgt dafür, dass konkrete Ziele und Strategien entwickelt werden können - zum Wohl von der Familie, dem Unternehmen sowie den Beschäftigten. So kann die Erfolgsquote beim Generationswechsel über Generationen gesteigert werden.“ Einig war sich die Runde, dass eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge Zeit brauche, viel Zeit sogar. Umso wichtiger sei es, den Prozess möglichst früh zu starten und dabei möglichst auf externe Berater zu setzen. „Wir haben von den Unternehmerinnen gehört, dass bei einer Unternehmensübergabe viele Emotionen im Spiel sind. Externe Expertinnen und Experten im Bereich Recht, Steuern, Finanzen, Psychologie und Unternehmensverkäufe sowie die vom FPSB Deutschland zertifizierten Finanz- und Nachfolgeplaner (CFP®- und CFEP®- Professionals), helfen dank ihrer Neutralität und ihrem Fachwissen dabei, diese Emotionen zu reduzieren und den gesamten Prozess strategisch zu begleiten und zu moderieren“, fasste Rankers zusammen. Sie empfiehlt, einen Blick auf die möglichen Veränderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen zu werfen. (fw)

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