Silber: Achterbahn der Märkte

11.02.2026

Holger Köppl, Geschäftsführer, Elementum Deutschland GmbH Foto: © Elementum

Exklusiv

Das Jahr 2025 war für Silberanleger als auch für uns als Edelmetall-Strategen gleichermaßen spannend wie herausfordernd – ein regelrechtes Auf und Ab an den globalen Märkten. Silber gehörte zu den herausragenden Asset-Klassen des Jahres, mit spektakulären Kursgewinnen von über 140 % in US-Dollar-Betrachtung und einer Performance, die Aktienmärkte oder Kryptowährungen teilweise deutlich hinter sich ließ. Besonders im Dezember erreichte der Preis mit rund 25 % Plus einen neuen Peak. Doch jüngst erlebte der Silbermarkt - zum Monatsende Januar - eine heftige Korrektur, die viele Investoren doch überraschte.

Ursachen der Kurskapriolen

Die starken Kursanstiege im vergangenen Jahr hatten mehrere – teils strukturelle – Gründe: Zu einem entscheidenden Faktor wurde die Kombination aus hoher Inflation, geopolitischer Unsicherheit und der Suche nach Schutz vor Kaufkraftverlust. Anleger flüchteten daraufhin in Sachwerte, allen voran Edelmetalle. Silber profitierte dabei nicht nur von seiner Rolle als „sicherer Hafen“, sondern auch von einer stark und stetig wachsenden industriellen Nachfrage. In Bereichen wie Photovoltaik, Medizintechnik, Elektromobilität und Elektronik ist Silber unverzichtbar. Neue Minenprojekte hingegen sind langfristig angelegt und sehr kapitalintensiv. Dieses inhärente Missverhältnis zwischen Nachfrage und verfügbarem Angebot trieb die Preise ebenfalls nach oben.

Der aktuelle Einbruch der Notierungen lässt sich dagegen weniger durch fundamentale Veränderungen erklären, sondern vielmehr durch kurzfristige Marktmechanismen: Gewinnmitnahmen nach dem starken Kursanstieg, steigende Renditen sicherer Anlagen wie Staatsanleihen und ein stärkerer US-Dollar (nach Trumps Intervention beim neuen Fed-Chef) übten massiv Druck auf Silber aus. Hinzu kommt, dass Silber im Vergleich zu Gold an den Terminmärkten volatiler reagiert – kleine Volumen führen hier zu größeren Ausschlägen.

Warum Silber aber trotzdem langfristig attraktiv bleibt

Trotz kurzfristiger Schwankungen sprechen viele Gründe weiterhin für Silber als strategische Sachwertanlage. Silber ist ein begrenzt verfügbares physisches Metall, das anders als viele Finanzprodukte nicht beliebig vermehrbar ist. Ein großer Teil des geförderten Silbers wird industriell verbraucht und geht unwiederbringlich verloren, was langfristig Preisdruck aufrechterhalten kann bzw. wird. Zugleich wächst die Nachfrage durch technologische und auch klimabezogene Megatrends – ein struktureller Treiber, der auch über kurzfristige Korrekturen hinaus wirkt.

Insbesondere für Anleger, die ihre Vermögensstruktur langfristig denken, kann Silber daher eine sinnvolle und notwendige Ergänzung darstellen – insbesondere im Rahmen einer breit aufgestellten Strategie zur Vermögenssicherung und -diversifikation (3-Speichen-Strategie). Wie wir bei Elementum immer wieder betonen, gehört Silber in jedem Fall als reale Wertekomponente in ein Portfolio, das Schutz vor Inflation, Liquidität und reale Substanz vereint.

Wie Anleger mit Schwankungen umgehen?

Kursschwankungen gehören immer zu einem lebendigen Markt. Für langfristige Investoren sind Korrekturen kein Grund zur Sorge, sondern ggf. Kaufzeitpunkte. Ein strategischer Ansatz empfiehlt, Rücksetzer nicht als Risiko, sondern als Buy-the-Dip-Gelegenheit zu sehen – vorausgesetzt, die Anlage passt zur individuellen Risikoeinstufung und zum jeweiligen Anlagehorizont. Kurzfristige Spekulationen können hohe Volatilität mit sich bringen; wer jedoch physisches Silber langfristig hält, orientiert sich weniger am täglichen Takt der Märkte als an fundamentalen Werttreibern und Sicherheit.

Fazit

Die jüngsten Kurskapriolen zeigen einmal mehr, dass Silber kein statisches Finanzprodukt, sondern ein dynamischer und unterschätzter Sachwert mit echtem Nutzen und Zukunftspotenzial ist. Gerade in wirtschaftlich unruhigen Zeiten erweist sich physisches Silber als zuverlässiger Baustein zur Absicherung von Vermögen, zur Inflationsprotektion und zur strategischen Portfolioergänzung, ein realer Wert, der über Jahre und Generationen Bestand haben kann und wird.

Ein Gastbeitrag von Holger Köppl, Geschäftsführer, Elementum Deutschland GmbH 

Andere ThemenElementum