Steigende PCE-Inflation könnte Warshs restriktiven Kurs bestätigen
26.06.2026

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Der PCE-Preisindex ist der wichtigste Inflationsindikator der Fed. Die Daten werden am Donnerstag veröffentlicht. Für Mai wird erwartet, dass die Kerninflation von 3,3 Prozent auf 3,4 Prozent gestiegen ist. Das wäre zwar nur ein moderater Anstieg, würde aber erneut zeigen, dass die Inflation deutlich über dem Fed-Ziel von 2 Prozent bleibt. Die Gesamtinflation soll sogar auf 4,1 Prozent steigen.
Kevin Warsh hat bei seiner ersten Pressekonferenz als Fed-Chef die Tür für mögliche Zinserhöhungen geöffnet und deutlich gemacht, dass die Inflationsbekämpfung oberste Priorität hat. Aktuell preisen die Märkte eine kleine Zinserhöhung im September mit einer Wahrscheinlichkeit von 51 Prozent ein. Eine weitere Anpassung könnte Anfang 2027 folgen. Gleichzeitig wird der sogenannte „Fed-Put“ schwächer. Anleger können sich daher weniger darauf verlassen, dass die Notenbank bei Marktturbulenzen rasch mit Zinssenkungen eingreift. Entscheidend wird nun sein, wie lange die Wirtschaft höhere Zinsen verträgt. Anleger sollten deshalb besonders auf die Non-Farm Payrolls, die Arbeitslosenquote und die Einzelhandelsumsätze achten.
Besonders Tech- und KI-Aktien reagieren empfindlich auf steigende Zinsen. Höhere Finanzierungskosten verringern den heutigen Wert künftiger Gewinne und verteuern zugleich die milliardenschweren Investitionen, die für die Entwicklung von KI-Technologien notwendig sind. Zudem könnten Anleger Kapital aus risikoreicheren Wachstumswerten abziehen und stattdessen in attraktiv verzinste Staatsanleihen umschichten. Dennoch sind höhere Zinsen kein automatisches Todesurteil für KI-Aktien. Solange das Gewinnwachstum der Unternehmen die zusätzliche Zinsbelastung übersteigt, können die Kurse trotz eines restriktiveren Umfelds weiter steigen.
Kommentar von Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro

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