Verluste beim Versorgungswerk der Anwälte
11.03.2026

San Francisco Skyline Foto: © Alexander Davidovich - stock.adobe.com
Kritische Immobilieninvestments setzen berufsständische Versorgungswerke zunehmend unter Druck. Nach dem Milliardenverlust bei den Berliner Zahnärzten sorgt nun ein drohender Millionenausfall bei hessischen Anwälten für Unruhe.
Die Krise beim Versorgungswerk der Berliner Zahnärztekammer (VZB) hat eine Debatte über die Anlagestrategien berufsständischer Versorgungseinrichtungen ausgelöst. Ende 2025 wurde bekannt, dass das VZB nach riskanten Investments rund 1,1 Milliarden Euro verloren haben soll, etwa die Hälfte seines Anlagevermögens.
Nun rückt auch das Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Land Hessen (VWRAH) in den Fokus. Auslöser ist ein drohender Totalverlust von rund 58 Millionen Euro aus einer Beteiligung am bekannten Bürohochhaus Transamerica Pyramid in San Francisco. Das Versorgungswerk verteidigte zwar in einer Stellungnahme den damaligen Entscheidungsprozess und betonte, dass Investitionen stets auf Grundlage umfassender Analysen erfolgt seien.
Gleichzeitig wächst unter Mitgliedern die Sorge, ob weitere Risiken in internationalen Immobilienprojekten schlummern. Im jüngsten Geschäftsbericht wird ein Projekt in Miami erwähnt, bei dem ein Hotel sowie Luxuswohnungen entstehen sollten. Aufgrund deutlich schwächerer Verkaufszahlen als erwartet sieht das Versorgungswerk dort nun einen Abschreibungsbedarf von rund 46,5 Millionen Euro. Der Investorenkreis versucht derzeit, das Projekt über einen Bieterprozess zu veräußern. Die Entwicklungen nähren jedoch grundsätzliche Fragen zur Risikosteuerung und Transparenz bei den Kapitalanlagen berufsständischer Versorgungswerke. (mho)

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