Verschärfte BaFin-Prüfungen 2026
10.04.2026

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Audit-Readiness wird zu dauerhafter Anforderung
Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die sogenannte Audit-Readiness zu einer dauerhaften Aufgabe. Die Institute müssen jederzeit in der Lage sein, ihre Prozesse transparent darzustellen und ihre Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen.
Das setzt voraus, dass:
- Prozesse klar dokumentiert sind,
- Verantwortlichkeiten eindeutig geregelt sind,
- und Risiken konsistent gesteuert werden.
Besonders kritisch zeigen sich dabei die Schnittstellen zwischen den Fachbereichen, dem Risikomanagement und der IT. An diesen Punkten entstehen häufig Reibungsverluste, die im Prüfungsfall sichtbar werden. Institute, die diese Schnittstellen aktiv steuern, schaffen somit eine stabile Grundlage für zukünftige Prüfungen.
Qualifikation entscheidet über Prüfungsfestigkeit
Mit den steigenden Anforderungen wächst auch der Bedarf an fundierter Expertise. Das Risikomanagement umfasst heute zahlreiche regulatorische, betriebswirtschaftliche und technologische Aspekte gleichermaßen. Viele Institute setzen daher verstärkt auf die Weiterentwicklung ihrer bestehenden Teams.
Die fachliche Qualifikation wird zu einem strategischen Faktor. Sie wird nicht nur benötigt, um die Anforderungen zu erfüllen, sondern auch um die eigene Handlungsfähigkeit zu sichern. Zertifizierte Lehrgänge und praxisnahe Seminare vermitteln nicht nur Wissen. Sie helfen auch dabei, die regulatorischen Erwartungen besser zu verstehen und im Alltag umzusetzen.
Integration ist der Schlüssel zu stabilen Strukturen
Ein häufiges Problem in der Praxis liegt in der fragmentierten Umsetzung der regulatorischen Anforderungen. Einzelne Themen werden isoliert betrachtet, obwohl sie im Grunde eng miteinander verknüpft sind.
Die Aufsicht erwartet deshalb zunehmend integrierte Ansätze. Das Risikomanagement soll alle relevanten Bereiche verbinden und eine ganzheitliche Sicht ermöglichen.
Dazu gehören:
- einheitliche Datenstrukturen,
- abgestimmte Prozesse,
- klare Entscheidungswege.
Institute, die diese Integration konsequent umsetzen, reduzieren ihre Anfälligkeit für Beanstandungen in den Prüfungen deutlich.
2026 markiert einen Wendepunkt
Die kommenden Jahre werden für Finanzinstitute zu einer Bewährungsprobe. Die Kombination aus verschärften MaRisk-Anforderungen, neuen Vorgaben durch DORA und der wachsenden Bedeutung von ESG-Risiken erhöht den Druck auf die bestehenden Systeme erheblich.
Kleine Anpassungen reichen nicht mehr aus. Gefragt sind dagegen übergreifende, belastbare Strukturen, klare Prozesse und eine fundierte Expertise.
Institute, die in diesen Punkten frühzeitig handeln, schaffen die Grundlage für stabile Geschäftsmodelle und eine souveräne Position gegenüber der Finanzaufsicht. Werden bestehende Defizite ignoriert, lassen sich die zukünftigen Prüfungen kaum bestehen.

Unwiderlegbare Vermutung der Berufsunfähigkeit









