9 Risiken im Fokus der BaFin 2026

28.01.2026

Foto: Bafin-Chef Mark Branson © BaFin/Matthias Sandmann

Das Umfeld des Finanzsektors ist geprägt von geopolitischen Umbrüchen und fortschreitender Digitalisierung. Robuste Resilienz und konsequente Risikovorsorge bleiben daher erforderlich. In ihrer neuesten Ausgabe von „Risiken im Fokus“ erläutert die BaFin jährlich die aus ihrer Sicht wichtigsten Risiken für den deutschen Finanzmarkt.

Wie die BaFin mitteilt, weisen Banken und Versicherer 2025 eine robuste Profitabilität auf. Doch geopolitische Konflikte und wachsender Protektionismus schüren Unsicherheit und wirken sich auf fast alle Risikoarten aus. Mehrere Risikoherde gefährden die Finanzstabilität. "Dazu zählen Ansteckungsgefahren über internationale Märkte. Sie können beispielsweise von schnell wachsenden alternativen Anlageformen ausgehen, wie dem Private-Credit-Markt. Hinzu kommen die weiterhin schwachen Gewerbeimmobilienmärkte und erhöhte Ausfallrisiken bei Unternehmenskrediten, verschärft durch das schwache konjunkturelle Umfeld in Deutschland", erklärt Mark Branson, Präsident der BaFin.

Die zunehmende Digitalisierung steigert laut BaFin zudem nicht nur die operativen Risiken, die aus internen Prozessen, Systemen oder menschlichem Versagen resultieren, sondern auch die Gefahr von Missbrauch. Kriminelle, aber auch staatliche Akteure nutzen neue Technologien und Kanäle aus, etwa für Cyber-Angriffe und Geldwäsche über Krypto-Dienstleister. Das schnelle Wachstum von Stablecoins bringt nicht nur Geldwäscherisiken mit sich, sondern potentiell auch Stabilitätsrisiken, wenn das Vertrauen in solche Instrumente nachlässt. Zudem schaffen digitale Transformation und soziale Medien neue Verbraucherrisiken: Die Beliebtheit von Kryptowerten beispielsweise birgt für Anlegerinnen und Anleger, die durch Finfluencer und Chatgruppen beeinflusst werden, die Gefahr, Betrug zum Opfer zu fallen, Falschinformationen zu folgen und ungewollt in unregulierte hochvolatile Anlageformen zu investieren.

2026 nimmt die BafIn insgesamt neun Risiken besonders in den Fokus:

Risiken für den Finanzmarkt

·         Risiken aus signifikanten Korrekturen an den internationalen Finanzmärkten ↑

·         Risiken aus dem Ausfall von Unternehmenskrediten →

·         Risiken aus den Gewerbeimmobilienmärkten →

·         Risiken aus Cyber-Vorfällen mit gravierenden Auswirkungen →

·         Risiken aus Konzentrationen bei der Auslagerung von IKT-Dienstleistungen ↑

·         Risiken aus unzureichender Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung 

Risiken für Verbraucher

·         Konsumfinanzierung auf Kredit ↑

·         Investitionen in Kryptowerte und der Einfluss sozialer Medien auf das      Anlageverhalten ↑

·         Kosten von kapitalbildenden Lebensversicherungen →

Mit diesen Risiken wird sich die BaFin 2026 prioritär befassen. Die Reihenfolge der Risiken sagt nichts über deren Priorisierung aus. Die Trendpfeile symbolisieren die Entwicklung, welche die BaFin für die Zukunft erwartet (steigend, gleichbleibend oder sinkend). Mehr dazu in der neuesten Ausgabe von „Risiken im Fokus“. (mho)

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