Aon Marktreport 2026
08.09.2026

Hartmuth Kremer-Jensen, Geschäftsführer der Aon Holding Deutschland GmbH. Foto: © Aon Deutschland
Die Herausforderungen für Unternehmen werden komplexer, vernetzter und schwerer vorhersehbar. Geopolitische Spannungen, Cyberangriffe, Extremwetterereignisse, Insolvenzen und regulatorische Veränderungen wirken zunehmend über globale Liefer- und Wertschöpfungsketten auf Unternehmen ein. Der aktuelle Marktreport 2026 von Aon Deutschland zeigt, wie sich diese Entwicklungen in einem insgesamt stabileren Marktumfeld in den einzelnen Versicherungssparten niederschlagen und welche Konsequenzen sich daraus für das Risikomanagement von Unternehmen ergeben.
„Risiken entstehen heute selten isoliert. Die zunehmende Vernetzung von Märkten, Technologien und Lieferketten führt dazu, dass sich Ereignisse schneller und weitreichender auf Unternehmen auswirken können als noch vor wenigen Jahren“, sagt Hartmuth Kremer-Jensen, Geschäftsführer der Aon Holding Deutschland GmbH. „Umso wichtiger ist es, Risiken ganzheitlich zu betrachten und Resilienz systematisch aufzubauen.“
Der Marktreport untersucht die zentralen Versicherungssparten und macht eine gemeinsame Entwicklung deutlich: Lieferketten und Abhängigkeiten innerhalb der Wertschöpfungskette prägen nahezu alle Risikobereiche immer stärker. So können Naturkatastrophen oder Extremwetterereignisse längst nicht mehr nur Produktionsstandorte beeinträchtigen, sondern ganze Liefernetzwerke unterbrechen. Cyberangriffe auf Dienstleister oder Softwareanbieter können sich unmittelbar auf den Geschäftsbetrieb zahlreicher Unternehmen auswirken. Geopolitische Spannungen verändern Handelsströme und Beschaffungsmärkte, während wirtschaftliche Unsicherheiten die finanzielle Widerstandsfähigkeit von Geschäftspartnern und Zulieferern beeinflussen können.
„Lieferketten zeigen exemplarisch, wie Risiken heute über Unternehmensgrenzen hinweg entstehen und sich gegenseitig verstärken können. Auch wenn die Risiken je nach Branche und Versicherungssparte variieren, zeigt sich ein gemeinsamer Nenner: Mehr Transparenz über Abhängigkeiten und ein integriertes Risikomanagement werden immer wichtiger.“ sagt Thomas Moll, Geschäftsführer beim Versicherungsmakler und Chief Broking Officer Regions & Specialites bei Aon.
Welche Auswirkungen die veränderte Risikolandschaft auf Unternehmen hat, zeigt sich in den einzelnen Versicherungssparten besonders deutlich. So beschreibt der Report in der Industriehaft-pflichtversicherung ein kundenfreundliches Marktumfeld, während zugleich neue regulatorische Anforderungen etwa durch die europäische Produkthaftungsrichtlinie, den Cyber Resilience Act und den zunehmenden Einsatz von KI an Bedeutung gewinnen. In der Sachversicherung führen eine verbesserte Profitabilität und zunehmender Wettbewerb zu neuen Verhandlungsmöglichkeiten, insbesondere für mittelständische Unternehmen. Auch in der Cyberversicherung bleibt das Marktumfeld für Unternehmen attraktiv, während Themen wie digitale Resilienz, KI und regulatorische Anforderungen die weitere Entwicklung prägen. Im Bereich der D&O-Versicherung sorgen hohe Kapazitäten und intensiver Wettbewerb trotz steigender Insolvenzen und wachsender regulatorischer Anforderungen weiterhin für günstige Bedingungen.
Darüber hinaus betrachtet der Report auch personalbezogene Risiken, etwa die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte, den Umgang mit gesundheitlichen Belastungen und die Auswirkungen veränderter Arbeitswelten auf die Resilienz von Unternehmen. (mho)

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