Baugenehmigungen steigen, aber keine Entspannung am Wohnungsmarkt
18.09.2026

ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Foto: © ZIA
Das Statistische Bundesamt hat heute die aktuellen Baugenehmigungszahlen veröffentlicht. Im Juli 2026 wurden 22.500 Wohnungen genehmigt – das entspricht einem Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern - der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart - summiert sich die Zahl der Genehmigungen im Zeitraum Januar bis Juli 2026 auf 79.700 Wohnungen, ein Anstieg von 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
„Wir sehen zwar nach wie vor einen Anstieg bei den Baugenehmigungszahlen, aber entscheidend ist, ob die Projekte am Ende auch wirklich realisiert werden. Und hier kämpfen wir nach wie vor mit den alten und seit langem bekannten Problemen: Bauen ist zu teuer, zu aufwendig und dauert zu lange", so ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Die Zahl der Baufertigstellungen liegt auf historisch niedrigem Niveau, ein Aufschwung ist nicht in Sicht.
Der sogenannte Gebäudetyp E könnte der Hoffnungsschimmer für einfacheres, schnelleres und zugleich rechtssicheres Bauen sein. Der schleppende Gesetzgebungsprozess dämpft diese Hoffnung jedoch deutlich, ein Gesetzesentwurf war zuletzt für Ende dieses Jahres angekündigt worden. "Das Thema Wohnen brennt und wir brauchen jetzt Pragmatismus und vor allem mehr Tempo", fordert Özkan.
Gleichzeitig bleibt ein verlässliches Investitionsumfeld eine zentrale Voraussetzung für mehr Wohnungsbau. Mit Sorge blickt die Branche daher auf die wiederkehrenden Debatten über eine weitere Verschärfung der ohnehin schon hohen Regulierungsdichte.
„Deutschland braucht mehr Vertrauen und Investitionen in den Wohnungsbau und dafür ein investitionsfreundliches Umfeld. Diskussionen über weitere Regulierung und über Vergesellschaftung von Eigentum senden jedoch genau das gegenteilige Signal. Sie schaffen Unsicherheit und schrecken privates Kapital ab, das wir dringend benötigen, um den Wohnraummangel zu bekämpfen", so Özkan weiter. (mho)

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