BVK: Duales Gesundheitssystem nicht durch Wahlpanik schwächen

22.09.2026

Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) / Foto: © Christian Daitche

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) kritisiert die gestrigen (21.9.) Aussagen des Bundeskanzlers Friedrich Merz zum dualen Gesundheitssystem von gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV). Darin behauptete er, dass es ein „Gerechtigkeitsproblem“ gebe, wenn gesetzlich Versicherte länger auf Arzt- und Behandlungstermine warten müssten als Privatversicherte.

„Ein desaströses Abschneiden an den Wahlurnen darf kein Grund sein, das bewährte Nebeneinander von PKV und GKV infrage zu stellen“, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Es hat sich seit über hundert Jahren bewährt und insbesondere die höheren Leistungen der PKV für den medizinischen Fortschritt führen dazu, dass auch gesetzlich Versicherte auf lange Sicht von dieser Koexistenz profitieren.“

Der BVK steht fest zum dualen Gesundheitssystem, denn gerade die PKV erreicht durch ihr System der Kapitaldeckung eine demografisch nachhaltige und damit auch generationengerechte Finanzierung der Gesundheitskosten. Im Unterschied zur GKV sorgen Privatversicherte mit ihren Prämien für die Zukunft ihrer medizinisch notwendigen Behandlung vor. Zudem haben die Bürgerinnen und Bürger – sofern ihr Einkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreitet – eine individuelle Wahlfreiheit, ob sie gesetzlich oder privat versichert sein möchten.

„Das entspricht unserer Vorstellung einer Absicherung gesundheitlicher Risiken nach den eigenen Präferenzen“, betont BVK-Präsident Heinz. „Eine Infragestellung oder gar Zusammenführung von GKV und PKV hätte unabsehbare Folgen für die Stabilität unseres Gesundheitssystems und würde zudem mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an den hohen verfassungsrechtlichen Hürden des Eigentumsschutzes der privaten Krankenversicherungen scheitern. Deshalb sollte der Bundeskanzler und die politischen Entscheidungsträger nach den letzten Landtagswahlen nicht panisch unser zuverlässig arbeitendes Gesundheitssystem durch Gerechtigkeitsfragen schwächen.“ (mho)

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