Empathie-Report 2026: Deutsche zweifeln an Solidarität in Krisen
29.07.2026

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Die Mehrheit der Deutschen geht davon aus, dass sich Menschen in einer echten Krise eher egoistisch oder überfordert als solidarisch verhalten würden. Während Politik und Behörden aktuell intensiv über die Stärkung des Zivilschutzes, Krisenvorsorge und den Schutz kritischer Infrastrukturen diskutieren, zeigt der Empathie-Report der Zurich Versicherung eine oft übersehene Voraussetzung für funktionierende Krisenbewältigung: den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Denn Notfallpläne, Warnsysteme und Vorräte allein reichen nicht aus, wenn Menschen einander im Ernstfall nicht vertrauen und unterstützen.
Die repräsentative Befragung von Civey im Auftrag der Zurich Gruppe Deutschland zeigt: Vier von zehn Befragten gehen davon aus, dass eine größere Krise zu Chaos und Überforderung führen würde. 30 Prozent erwarten in diesem Fall Egoismus und 8 Prozent wappnen sich gedanklich gegen aggressives Verhalten. Lediglich 15 Prozent äußern die optimistische Erwartung von Solidarität und gegenseitiger Unterstützung, während sich 7 Prozent nicht festlegen möchten.
Genährt wird diese Erwartung offenbar dadurch, dass sechs von zehn Deutschen im Alltag häufig fehlende Zivilcourage erleben. Und 83 Prozent nehmen ein spürbares Nachlassen empathischen Verhaltens in den vergangenen fünf Jahren wahr. Gleichzeitig sehen fast ebenso viele, nämlich 77 Prozent, in der Fähigkeit zur Empathie den Schlüssel zu solidarischem Handeln in Alltag und Krisen.
„Die aktuelle Diskussion über Zivilschutz und Krisenvorsorge konzentriert sich häufig auf Infrastruktur, Warnsysteme oder Notfallpläne. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass eine resiliente Gesellschaft auch von etwas anderem lebt: dem Vertrauen, dass Menschen einander im Ernstfall unterstützen. Empathie und Solidarität sind keine weichen Faktoren, sondern können in Krisensituationen zu einem entscheidenden Bestandteil gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit werden,“ sagt Bernd O. Engelien, Leiter Politik & Unternehmenskommunikation der Zurich Gruppe Deutschland und Vorstand der Zurich Kinder- und Jugendstiftung. „Dass die negative Wahrnehmung der Realität jedoch nicht immer gerecht wird, zeigen reale Krisenerfahrungen, wie bei der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021. Die unzähligen Menschen, die sich ins Auto gesetzt und selbstlos bei Flutopfern mit angepackt haben, zeigen, was in uns steckt.“ (mho)

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