Hier gibt es die meisten Finanzdelikte

18.02.2026

Foto: © Dreamy Shots - stock.adobe.com

In Deutschland wurden in der neusten Polizeilichen Kriminalstatistik für 2024 über 3.800.000 Straftaten mit Finanzbezug registriert. Wie aus einer Analyse der Polizeilichen Kriminalstatistik durch Forex-Broker-Experten von BrokerChooser hervorgeht, liegen in Berlin die höchsten Fallzahlen pro 100.000 Einwohner für die meisten Deliktarten mit Finanzbezug vor (Indexwert: 7,591/10). Mecklenburg-Vorpommern liegt auf dem positiven letzten Platz mit den niedrigsten Fallzahlen pro 100.000 Einwohner in 29 von 80 untersuchten Deliktarten und hat außerdem die besten Aufklärungsquoten.

Der Bundesrat erklärte in einer Entschließung vom 30.1.26 auf Auftrag mehrerer Bundesländer, dass die bestehenden Regelungen zur Verfolgung von Finanzkriminalität “in der Praxis nur eingeschränkt Wirkung entfalten, da kriminell erworbene Vermögenswerte oftmals auf verschleierte, schwer nachweisbare Weise in den legalen Wirtschaftskreislauf eingebracht werden.”

Vor diesem Hintergrund haben die Forex-Broker-Experten von BrokerChooser, die darauf spezialisiert sind, private Investoren und Investment-Interessierte vor Betrugsversuchen zu schützen, eine Analyse der Polizeilichen Kriminalstatistik durchgeführt, um herauszufinden, in welchen Bundesländern die meisten Fälle von Finanzkriminalität vorkommen und wie hoch die Aufklärungsquoten sind.

Die häufigste Straftatkategorie mit Finanzbezug waren in allen Bundesländern Vermögens- und Fälschungsdelikte: 1180,13 Fälle pro 100.000 Einwohner bundesweit. Die niedrigsten Aufklärungsquoten über die untersuchten Deliktarten hinweg weist Hamburg auf.

Laut der Analyse von BrokerChooser ist Berlin mit Abstand das Bundesland mit den meisten Finanzdelikten pro 100.000 Einwohner. Berlin erhielt in der Studie einen Indexwert von 7,591 von 10 und ist damit das einzige Bundesland mit einem Indexwert von mehr als 7. Am häufigsten wurden in Berlin Vermögens- und Fälschungsdelikte registriert: 2184,64 Fälle pro 100.000 Einwohner. Zwar ist dies nicht der höchste Wert bundesweit, doch Berlin weist für 26 der 80 untersuchten Finanzdelikte den bundesweit höchsten Wert auf, darunter Kapitalanlage- und Anlagebetrug (26,16 Fälle pro 100.000 Einwohner), Geldkreditbetrug (30,55 Fälle pro 100.000 Einwohner), sowie Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten mit und ohne PIN (147,63 bzw. 73,72 Fälle pro 100.000 Einwohner).

Auf dem zweiten Platz in der Studie liegt Bremen mit einem Indexwert von 6,834 von 10. Auch in Bremen sind die Fälle pro 100.000 Einwohner für viele Deliktarten hoch, und in einigen sogar höher als in Berlin. Dazu zählen Vermögens- und Fälschungsdelikte, von denen in Bremen 2333,29 pro 100.000 Einwohner registriert wurden, Waren- und Warenkreditbetrug (630,61 Fälle pro 100.000 Einwohner) und Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel (485,73 Fälle pro 100.000 Einwohner). In Bremen wurden außerdem mehr Fälle von Unterschlagung (272,11 Fälle pro 100.000 Einwohner) und fast doppelt so viele Fälle von Geldwäsche, Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte (145,31 Fälle pro 100.000 Einwohner) verzeichnet. Bremen weist allerdings nur für 15 Deliktarten die bundesweit höchste Fallzahl pro 100.000 Einwohner auf.

Mecklenburg-Vorpommern hatte in 29 von 80 Deliktarten die bundesweit niedrigste Fallzahl pro 100.000 Einwohner zu verzeichnen, womit dieses Bundesland einen Indexwert von nur 3,851 von 10 erhielt. Beispielsweise in der Deliktkategorie Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel wies Mecklenburg-Vorpommern nur 32,07 Fälle pro 100.000 Einwohner auf, was nicht nur bundesweit die niedrigste Zahl war, sondern auch 15mal weniger als die höchste Fallzahl pro 100.000 Einwohner, die in Bremen vorliegt. Weitere Delikte, in denen Mecklenburg-Vorpommern die niedrigsten Fallzahlen pro 100.000 Einwohner aufweist, sind Geld- und Wertzeichenfälschung einschl. Vorbereitungshandlungen (0,19 Fälle pro 100.000 Einwohner), Inverkehrbringen von Falschgeld (0 Fälle pro 100.000 Einwohner, was in keinem anderen Bundesland der Fall ist), und Leistungskreditbetrug (0,32 Fälle pro 100.000 Einwohner).

Adam Nasli, leitender Brokeranalyst bei BrokerChooser, kommentiert die Lage der Finanzkriminalität in Deutschland: „Eine praktische Faustregel für Online-Privatanleger lautet: Ist eine Anlagemöglichkeit oder ein Anlageprodukt nicht über einen gut regulierten Online-Broker zugänglich, der von Aufsichtsbehörden wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), der britischen FCA, der US-amerikanischen SEC oder wichtigen EU-Regulierungsbehörden beaufsichtigt wird, sollten Anleger äußerst vorsichtig sein – oder es ganz meiden. Regulierung beseitigt zwar weder Marktrisiken noch Betrugsrisiken, verringert aber die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass Betrüger das Geld von Anlegern einbehalten und irreführende Strukturen sowie ungleiche Wettbewerbsbedingungen entstehen.“ (mho)