„Mit Sach lässt sich leben.“

07.04.2015

R. André Klotz

Nur vom Sachversicherungsgeschäft leben – ja geht denn das? Im Erzgebirge zeigt die VFV GmbH - Der SACHPOOL seit 15 Jahren, dass ein reiner Sachpool eine Erfolgsstory sein kann.

Auch für die ihm angeschlossenen Makler. finanzwelt sprach mit Geschäftsführer R. André Klotz über Verdienstmöglichkeiten, stornofreies Geschäft – und natürlich über das LVRG.

finanzwelt: Herr Klotz, Ihr Unternehmen firmiert und versteht sich als Sachpool. Warum diese strikte Fokussierung?

Klotz: Unsere Devise heißt: Mit Sach lässt sich leben. Gerade in der heutigen Zeit, die geprägt ist von rückläufigen Umsätzen im LV- und KV-Bereich, ist es wichtig, dass der Makler seine fixen Kosten sichert, indem er laufende Courtagen aus dem Sachgeschäft generiert. Besonderen Wert legen Makler dabei auf die Verlässlichkeit des Pools. Das haben wir bereits vor etwa 15 Jahren erkannt und unser Geschäftsmodell so ausgerichtet. Es wäre dem Makler ja auch nicht zu erklären, dass die Einnahmen aus dem Sachgeschäft besonders sicher sind, wenn der Pool auch stornobehaftetes Geschäft vermittelt. Sicherheit können wir dem Makler deshalb bieten, weil wir diese strikte Fokussierung vornehmen.

finanzwelt: Was machen Sie anders als andere Pools von Sachversicherungen?

Klotz: Wir haben unsere Abläufe so organisiert, dass wir auch kleine Privatverträge verarbeiten, die anderen Pools keinen Spaß machen. Wir bieten dem Makler die gesamte Breite des Marktes an, hier sprechen wir von ca. 160 Gesellschaften mit ungefähr 6.500 Tarifen. Mir ist kein anderer Pool bekannt, der kein stornobehaftetes Geschäft vermittelt und derart breit aufgestellt ist.

finanzwelt: Etliche Versicherer wollen ihr Kompositgeschäft deutlich stärken. Wie wird sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken?

Klotz: Die Bemühungen der Versicherer wirken sich zumindest positiv auf die Qualität der angebotenen Versicherungstarife aus. Eine Steigerung des Umsatzes erreichen wir aber durch die Anbindung von Maklern, die bisher noch nicht über unseren Pool vermittelt haben. Hier registrieren wir erhöhte Nachfragen, die wir auf Themen wie das LVRG und die damit einhergehende Absenkung der Abschlussprovisionen zurückführen.

finanzwelt: Kann ein Makler allein von den Einnahmen aus Komposit leben?

Klotz: Die ausschließliche Vermittlung von Sachversicherungen ist eine Fleißfrage. Ein Makler, der etwa 500 Kunden betreut, kann mit Sachversicherungen eine jährliche Courtageeinnahme von ca. 75.000 Euro generieren.

finanzwelt: Welche technische Unterstützung bieten Sie Ihren angeschlossenen Maklern?

Klotz: Es gibt technische Unterstützungen, die kostenpflichtig sind, da wir diese Gebühr bei den Softwareanbietern auch entrichten, wie z. B. ein Maklerverwaltungsprogramm, verschiedene Vergleichsrechner oder Analyseprogramme. Wir bieten aber auch kostenfreie Tools an, wie die Vertragsauskunft inkl. der dazugehörenden Dokumente über das Internet, Tarifrechner und News der Versicherer etc. – über den internen Bereich ist alles jederzeit verfügbar.

finanzwelt: Und wie finanzieren Sie sich?

Klotz: Eine Anbindung an unser Haus kostet den Makler keinerlei Gebühr. Wir verlangen auch keinen Mindestumsatz. Wir finanzieren uns ausschließlich über eine Differenzcourtage, in der Sparte Kraftfahrt bspw. 2 %. Diese wird von uns bei der Abrechnung der Courtagen an den Makler einbehalten. Erhöht ein Versicherer die Courtagen, erhält der Makler die gesamte Erhöhung durchgereicht. Die Höhe der einzelnen Differenzcourtagen wird bei uns offen kommuniziert, so dass jeder Makler genau weiß, was unser Service kostet. (hwt)

Komposit/KMU | Interview mit R. André Klotz | finanzwelt extra 02/2015