Nachgefragt bei Dr. Jutta Krienke, neue Geschäftsführerin bei Aeiforia
13.02.2026

Dr. Jutta Krienke, Geschäftsführerin der Aeiforia GmbH, Aeiforia Operations GmbH Foto: © Justin Bockey
Seit Anfang Februar ist Dr. Jutta Krienke Teil der Geschäftsführung der Aeiforia GmbH und der Aeiforia Operations GmbH. finanzwelt hat nachgefragt, was Jutta Krienke an ihrer neuen Aufgabe reizt, welche Ziele sie sich für 2026 gesetzt hat und wie sie die Geschäftsentwicklung einschätzt.
Frau Dr. Krienke, was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe?
Dr. Jutta Krienke: Mich reizen der große Gestaltungsspielraum und die Chance, das Wachstum aktiv voranzutreiben: Ich übernehme Verantwortung dafür, die Sichtbarkeit zu erhöhen und Wachstum so zu organisieren, dass aus der Expertise der Aeiforia skalierbare Lösungen werden. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für unsere Vorhaben! Die neue Dynamik ist dem Altersvorsorgedepot zu verdanken, auf das sich gerade sämtliche Anbieter vorbereiten. Hier ergeben sich eine Reihe strategischer Fragen, zu denen Aeiforia schon heute begleitet, berät und schult: Wie machen Anbieter daraus ein marktfähiges Angebot? Welche Prozesse müssen Riester-erfahrene Versicherungen, Investmenthäuser oder Bausparkassen anpassen? Wie sähe eine brandneue Lösung bei Neobrokern und digitalen Banken aus? Wie beraten Vertriebe den Vergleich zwischen den Regimen?
Aeiforia kann hier ihre Stärke ausspielen. Wir können die Komplexität so übersetzen, dass etablierte Produktanbieter wie Novizen schnell lieferfähig werden. Denn wir alle wissen, wie dringend die ergänzende private Altersvorsorge ist. Wenn neue Vorsorgelösungen verständlich, leicht zugänglich und operativ sauber sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen sie tatsächlich nutzen.
Welche Schwerpunkte und Ziele haben Sie sich für 2026 gesetzt?
Krienke: Das Altersvorsorgedepot soll 2027 in den Markt kommen. Deswegen will ich in diesem Jahr einen Wachstumsschub organisieren und die Qualität der Aeiforia breiter in den Markt bringen. Neben den etablierten Implementierungs- und Testprojekten werden wir das Angebot so strukturieren, dass Kunden es leicht abnehmen können, so z. B. durch Konzepte für die Markteintrittsstrategie, Know-how-Aufbau, skalierbare Beratungspakete für Produktentwicklung oder Betriebsmodell.
In Vertrieb und Marketing werden wir automatisieren. Das richtige Toolset und KI sind wichtige Wachstumshebel: Das Ziel sind eine planbare Pipeline, kürzere Verkaufszyklen, höhere Conversion bei gleichzeitig konsistenter Qualität in Ansprache und Services.
Wie schätzen Sie die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr ein?
Krienke: Ich sehe gute Chancen, weil aktuell mehrere Treiber zusammenkommen. Hier sehe ich zum Beispiel die Neuausrichtung der staatlich geförderten Vorsorge, die notwendige Transparenz durch die Digitale Rentenübersicht, die höhere Beratungsrelevanz durch Wahlfreiheit und die damit verbundenen Neuabschluss- und Wechselimpulse. Produkt-, system- und vertriebspolitische Entscheidungen werden von Anbietern sowie deren IT- und Vertriebspartner aktuell zu treffen sein. Gefragt sind neue Möglichkeiten für Anbieter, die schnell umsetzungsfähig sind. Für Aeiforia ist das ein Umfeld, in dem unsere Stärke – Fachlichkeit plus Prozess- und Umsetzungsorientierung – besonders gefragt ist.
Aeiforia ist gut aufgestellt, weil wir im Kern das liefern, was Kunden jetzt brauchen: Zuverlässigkeit in komplexen Förder- und Meldeprozessen, Riester-Bestandsverwaltung plus die Fähigkeit, skalierbare Produkte zu bauen.
Und wir denken konsequent vom Kundennutzen her: Was muss ein Anbieter konkret können, um im Markt erfolgreich zu sein? Mein Ausblick ist insofern sehr optimistisch: Die Chancen sind greifbar. Aeiforia kann hier 2026 spürbar wachsen, wenn wir die Marktchancen konsequent in Produktangebote und systematische Marktbearbeitung übersetzen. (mho)

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