Nachgefragt bei Hartmut Goebel, GermanBroker.net AG

18.05.2026

Hartmut Goebel, Vorstand der GermanBroker.net AG. Foto: © GermanBroker.net AG

Exklusiv

Die geplante Fusion von germanBroker.net und CHARTA markiert einen weiteren bedeutenden Schritt in der Konsolidierung des Maklerpoolmarktes. Im Interview spricht Hartmut Goebel, Vorstand der GermanBroker.net AG, über die strategischen Hintergründe des Zusammenschlusses, die Herausforderungen im Plattform- und Technologiewettbewerb sowie die Vorteile für angeschlossene Makler.

Herr Goebel, welche Ziele stehen hinter der Fusion mit Charta?

Hartmut Goebel: In einem sich konsolidierenden Maklerpoolmarkt sind auch maklereigene Verbundsysteme aufgefordert, ihren Platz neu zu definieren, auch um ihren Partnern eine glaubwürdige Zukunftsperspektive bieten zu können. Größe ist dabei nicht allein entscheidend, aber hilft.

GermanBroker.net und CHARTA arbeiten bereits seit 2024 enger zusammen. Warum war jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, aus der strategischen Allianz eine vollständige Fusion zu machen?

Goebel: Ich selbst begleite die CHARTA bereits seit ihrer Gründung und war mit allen Vorständen immer wieder in einem guten kooperativen Austausch. Gemeinsam mit Ulrich Neumann bin ich dann zu der Überzeugung gekommen, dass wir die verbleibende Restzeit unseres aktiven Berufslebens dazu nutzen möchten, für beide Häuser ein engagiertes und leistungsfähiges Nachfolgeteam aufzubauen.

Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell im Plattform- und Technologiewettbewerb der Maklerpools?

Goebel: Neben einer herausragenden Fachlichkeit, Marktkenntnis und einer eigenständigen Produktlandschaft sind Abwicklungseffizienz und Prozessqualität für den wirtschaftlichen Erfolg von Maklerbetrieben in Zukunft von besonderer Bedeutung. Aber auch der Zugang zu Zeichnungskapazitäten im großgewerblichen Geschäft, gerade bei schweren Risiken, hilft Maklern, ihre wichtigsten Mandate dauerhaft zu halten.

Welche konkreten Vorteile bringt die Fusion den angeschlossenen Maklern im Alltag, insbesondere mit Blick auf digitale Services, Prozesse und persönliche Betreuung?

Goebel: gBnet hat schon immer, gerade in seiner Assekuradeursfunktion sehr serviceorientiert gearbeitet. Unter anderem durch die Zusage belastbarer Servicelevels, die von uns wöchentlich aktualisiert und kontrolliert werden. Mit der Zulieferung von Daten und Dokumenten in ihre Verwaltungsprogramme können wir gerade den CHARTA-Maklern zukünftig einen Service bieten, den sie so bisher noch nicht erfahren haben. Mit unserer Ende des letzten Jahres gelaunchten Plattform M1 stellen wir uns dem digitalen Wettbewerb, immer ergänzt um die persönliche Betreuung, die beiden Häusern seit ihrer Gründung gemeinsam ist.

Die Konsolidierung im Maklerpoolmarkt nimmt weiter Fahrt auf. Welche Rolle soll die neue gemeinsame Organisation künftig im Wettbewerb spielen und wie wollen Sie sich gegenüber großen Konsolidierern positionieren?

Goebel: Die Konsolidierung im Maklerpoolmarkt ist zwischenzeitlich in ihre Endphase eingetreten. Wir selbst sind der festen Überzeugung, als maklereigene Servicegesellschaft, einen echten USP, ein hinreichendes Differenzierungsmerkmal gegenüber den großen Konsolidierern zu haben. Dabei ist Größe allein nicht entscheidend. Für unsere Partner wird es wichtig sein, dass wir in der Lage sind unsere IT- und Kapitalkosten gut zu stemmen und dass wir auf einem nachhaltigem Wachstumspfad bleiben.

gBnet hatte im vergangenen Geschäftsjahr sein bisher höchstes Wachstum seit Gründung verzeichnen können. Unsere Partner werden daran im Jubiläumsjahr mit einer außerordentlichen Dividende beteiligt. Geld, welches also bei unseren Partnern verbleibt und nicht an ausländische Kapitalsammelstellen geht. Unser Ziel ist und bleibt 1.000 mittelständische Qualitätsmakler als aktive Partner zu unterstützen und in ihrer unternehmerischen Unabhängigkeit zu begleiten. Dieses Ziel haben wir mit der Fusion erreicht und blicken daher sehr motiviert und erwartungsfroh in die Zukunft. (mho)