Nachhaltiges Büro für Makler und Berater: Wo der ökologische Hebel beim Drucken liegt
29.10.2026

Foto: magnific © Magnific
Eine kurze Checkliste für die Umsetzung:
- Erfassen Sie Druckerzählerstände sowie Papier- und Tonerbestellungen als Ausgangsbasis.
- Aktivieren Sie Duplexdruck als Standard für geeignete Dokumente.
- Prüfen Sie Recyclingpapier mit Blauem Engel für Ihre Geräte und Unterlagen.
- Vergleichen Sie beim nächsten Kartuschenwechsel Recycling- beziehungsweise Rebuilt-Toner nach Preis, Kompatibilität und Reichweite.
Digital, wo es rechtlich und praktisch geht
Digitale Signaturen, Kundenportale und eine gemeinsame elektronische Akte können Medienbrüche vermeiden. Der Nutzen entsteht vor allem dann, wenn ein Dokument vom Entwurf über die Freigabe bis zur Ablage ohne zwischengeschalteten Ausdruck bearbeitet wird.
Dafür müssen die Beteiligten das Verfahren tatsächlich nutzen können. Ebenso wichtig sind Datenschutz, nachvollziehbare Ablage und die Anforderungen an die jeweilige Erklärung oder Unterschrift.
Statt sämtliche Formulare auf einmal umzustellen, kann ein Büro mit einem häufig genutzten, geeigneten Vorgang beginnen und dessen Ablauf prüfen.
Doppelseitig als Standard
Die Duplexfunktion ist bei vielen Bürodruckern vorhanden, wird aber nicht immer als Standard verwendet. Für interne Prüfexemplare, längere Informationsunterlagen und geeignete Kundenkopien lässt sich damit die Zahl der benötigten Blätter deutlich senken.
Am besten wird die Einstellung zentral vorgegeben, damit sie nicht von jedem Mitarbeitenden neu gewählt werden muss. Ausnahmen bleiben sinnvoll: Einzelne Formulare, Scanprozesse oder Empfängeranforderungen können einseitige Ausdrucke erfordern.
Entscheidend ist, dass einseitiges Drucken zur bewussten Ausnahme statt zur unbemerkten Voreinstellung wird.
Weniger, aber effizientere Geräte
Mehrere kaum genutzte Einzeldrucker können Wartung und Beschaffung verkomplizieren. Ein passend dimensioniertes Multifunktionsgerät bündelt Druck, Scan und Kopie und kann Verbrauchsmaterialien vereinheitlichen.
Ein Austausch allein um des Austauschs willen ist jedoch keine überzeugende Ressourcenstrategie. Funktionsfähige Geräte weiterzunutzen kann sinnvoller sein. Prüfen Sie daher zuerst Auslastung, Stromverbrauch und Standort.
Der Leitfaden des Umweltbundesamtes für umweltfreundliche Bürogeräte berücksichtigt unter anderem Energieverbrauch, Langlebigkeit und den Einsatz von Recyclingkunststoffen. Solche Kriterien helfen auch privaten Vermittlerbüros bei der Beschaffung.
Zur Planung gehören außerdem vertrauliche Ausdrucke. Ein zentraler Drucker braucht gegebenenfalls eine geschützte Ausgabe, damit sensible Kundendokumente nicht offen im Ausgabefach liegen.
Recyclingpapier mit Blauem Engel
Beim Papier bietet der Blaue Engel für Recyclingpapier eine verlässliche Orientierung. Entsprechend zertifiziertes Büropapier besteht aus 100 Prozent Altpapier und erfüllt Anforderungen an seine Gebrauchstauglichkeit.
Für den Büroalltag zählen daneben Grammatur, Eignung für die vorhandenen Geräte und die Lesbarkeit wichtiger Unterlagen. Testen Sie gegebenenfalls zunächst das Papier für interne Ausdrucke und stellen Sie danach weitere Anwendungen um.
Recyclingpapier ersetzt allerdings nicht die Frage, ob überhaupt gedruckt werden muss. Die Reihenfolge bleibt: unnötige Ausdrucke vermeiden, notwendige Seiten möglichst doppelseitig drucken und dafür geeignetes Papier auswählen.
Was sind Rebuilt-Toner und wie nachhaltig sind sie?
Ein Original-Toner stammt vom Druckerhersteller. Ein kompatibler Toner ist eine neu gefertigte, für das jeweilige Gerät passende Kartusche eines anderen Anbieters. Ein legaler Nachbau ist keine Fälschung.
„Rebuilt“ bezeichnet dagegen eine wiederaufbereitete Original-Leerkartusche, die gereinigt, geprüft und neu befüllt wird. Je nach Zustand werden dabei auch Verschleißteile ersetzt. Bei einem bloßen Refill steht das Nachfüllen im Vordergrund, nicht derselbe umfassende Aufbereitungsprozess.
Wer nachhaltig drucken möchte, sollte diese Begriffe unterscheiden, statt alle Alternativen zum Original gleichzusetzen. Während bei Rebuilt-Kartuschen die Wiederverwendung vorhandener Bauteile im Mittelpunkt steht, können andere Produkte durch den Einsatz recycelter Rohstoffe Material einsparen.
Ein Beispiel für den zweiten Ansatz sind die greenline-Toner von TonerPartner. Die Produktlinie setzt nach den veröffentlichten Unternehmensangaben auf Gehäuse aus Recyclingkunststoff statt aus neu hergestelltem Kunststoff. Die ausgewiesene Einsparung von 100 Prozent Neuplastik bezieht sich auf das Gehäuse und nicht auf sämtliche Bestandteile der Kartusche.
Auch bei der Verpackung verfolgt die Serie einen ressourcenschonenden Ansatz: Die Produktverpackungen bestehen zu mehr als 50 Prozent aus Grasanteil und sind vollständig recycelbar. Für die Versandverpackungen wird unter anderem Altkartonage verwendet. Begleitdokumente wie Rechnungen und Anleitungen werden auf Recyclingpapier mit Blauem Engel gedruckt.
Hinzu kommen zehn Jahre Produktgarantie und eine eigene Premium-Hotline für die greenline-Serie. Gerade für Vermittlerbüros, die auf einen zuverlässig funktionierenden Gerätepark angewiesen sind, können solche Serviceleistungen ein wichtiges Auswahlkriterium sein.
Die Material- und Verpackungseigenschaften sind dabei von der Versandbilanz zu unterscheiden. DHL setzt mit GoGreen Plus inzwischen auf Maßnahmen zur Emissionsminderung im Logistiknetz statt auf den früheren Ausgleich durch Klimaschutzprojekte. Daraus lässt sich jedoch keine pauschale Klimaneutralität einzelner Druckprodukte ableiten.
Original, kompatibel oder rebuilt: Was ist die nachhaltigste Wahl?
Eine pauschale Antwort greift zu kurz. Gerätekompatibilität, Druckergebnis, Reichweite, Preis und Materialeinsatz gehören zusammen betrachtet.
Geprüfte kompatible und Rebuilt-Toner können bei Druckqualität und Reichweite mit Originalprodukten vergleichbar sein. Für den Materialkreislauf spricht beim Rebuilt-Toner die Wiederaufbereitung einer vorhandenen Kartusche. Produkte mit Gehäusen aus Recyclingkunststoff reduzieren dagegen den Bedarf an neuem Kunststoff.

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