Nachhaltigkeit bleibt Pflichtaufgabe

12.01.2026

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Regulatorische Erschöpfung statt Aufbruchsstimmung

Die Kritik an den ESG-Anforderungen bleibt ein zentrales Ergebnis der Befragung. Der Anteil der Versicherer, die den Umfang der Anforderungen als „deutlich zu viel“ bewerten, ist im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen und nähert sich wieder dem Niveau von 2022 an. Von echter Entlastung kann jedoch keine Rede sein. Umfang und Praxistauglichkeit der regulatorischen Vorgaben werden weiterhin mehrheitlich negativ bewertet. Viele Versicherer empfinden die Regulatorik zunehmend als Belastung, nicht als Orientierung. Die Hoffnung auf Vereinfachungen durch politische Initiativen wird zwar registriert, schlägt sich bislang aber nicht in einer veränderten Wahrnehmung nieder.

Erste Schritte mit Blick auf die EmpCo-Richtlinie – Zurückhaltung bei Biodiversität

Mit Blick auf die ab September 2026 geltende EmpCo-Richtlinie ist die Branche noch uneinheitlich vorbereitet. Rund ein Drittel der Häuser hat sich bislang nicht vertieft mit den Anforderungen befasst und verzichtet unabhängig davon eher auf nachhaltigkeitsbezogene Werbeaussagen. Ein weiteres Drittel prüft aktuell mögliche Handlungsfelder, während 36 Prozent bereits erste Anpassungen vorgenommen haben und sich auf einem soliden Vorbereitungspfad sehen. Auch beim Thema Biodiversität dominiert Zurückhaltung. Für 43 Prozent spielt es derzeit – aufgrund knapper Ressourcen und anderer Prioritäten – keine strategische Rolle, während etwas mehr als ein Drittel eine künftige Integration prüft. Eine konkrete Verankerung bleibt die Ausnahme, nur vereinzelt ist Biodiversität bislang fest als Unternehmensziel definiert.

Zwischen Pflicht und Perspektivlosigkeit

Die Ergebnisse der aktuellen „Status quo“-Befragung zeigen eine Branche im Übergang. Nachhaltigkeit ist fest im Alltag der Versicherer verankert, wird jedoch vielfach noch stark von regulatorischen Anforderungen und begrenzten Ressourcen geprägt. Gleichzeitig wird deutlich, dass genau hier ein gemeinsames Lernen und der Austausch an Bedeutung gewinnen. Netzwerke wie das German Sustainability Network bieten Orientierung, bündeln Praxiserfahrungen und schaffen Räume, um aus regulatorischer Pflicht schrittweise strategischen Mehrwert zu entwickeln. Damit liegt in der aktuellen Phase nicht nur eine Herausforderung, sondern auch die Chance, Nachhaltigkeit künftig wirksamer, vernetzter und unternehmensrelevant auszugestalten. (mho)

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