Nürnberger: „Trendwende ist geschafft“
25.03.2026

Foto: Harald Rosenberger, CEO, Nürnberger Versicherung © Nürnberger Versicherung
Die Nürnberger Versicherung hat ihr prognostiziertes Ergebnis (40 Mio. Euro) im Geschäftsjahr 2025 übertroffen. Nach dem vorläufigen Konzernabschluss stieg das Konzernergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 46,8 (Vorjahr: –77,0) Mio. Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge gingen vor dem Hintergrund der Bestandsbereinigungen im Schaden-/ Unfallsegment erwartungsgemäß auf 3,521 (3,665) Mrd. Euro zurück. Der Konzernumsatz ermäßigte sich leicht um 1,5 % auf 4,477 Mrd. Euro.
„Wir sind sehr zufrieden mit dem letzten Geschäftsjahr. Die Trendwende ist geschafft, die Sanierung der Schaden- und Unfallsparte kommt gut voran. Die Personenversicherungen mit der Lebens- und Krankenversicherung sowie die Bankdienstleistungen erwirtschaften nachhaltig stabile Erträge. Und unser Effizienz- und Transformationsprogramm wirkt“, fasst Harald Rosenberger, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Beteiligungs-AG, den Geschäftsverlauf zusammen. „Unser Fokus liegt weiter auf Produktivitätsverbesserung und darauf, mit unserer Produktoffensive in diesem Jahr wieder ertragreich zu wachsen.“
Während das Lebensversicherungsgeschäft mit 46,4 (48,6) Mio. Euro unter der Prognose blieb, konnten sowohl das Krankenversicherungsgeschäft mit 8,2 (6,7) Mio. Euro als auch die Bankdienstleistungen mit 11,1 (13,2) Mio. Euro erneut die Erwartungen übertreffen. Das Ergebnis im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft verbesserte sich mit –38,2 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (–157,4 Mio. Euro) deutlich. Dazu trugen neben den eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen auch die deutlich geringere Belastung aus dem Risiko Naturgefahren bei. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich auf ein profitables Niveau von 96% (116%). Die Bruttorechnung schloss mit einem Gewinn von 36,9 (–204,2) Mio. Euro ab.
„Das Jahr 2025 war geprägt durch einen grundlegenden Turnaround – nicht nur aufgrund der Sanierung des Schaden- und Unfallsegments. Wir haben unser Fundament deutlich gestärkt. Wir sind daher zuversichtlich, in Zukunft wieder dauerhaft starke Ergebnisse zu erzielen“, zeigt sich CFRO Dr. Peter Ott optimistisch.
Im Berichtsjahr 2025 hat die Nürnberger das bis 2026 angelegte Effizienzprogramm „Fit für die Zukunft“ nahezu vollständig abgeschlossen. Insgesamt werden so künftig mehr als 85 Mio. Euro an Kosten eingespart. Die Effekte zeigten sich bereits im Berichtsjahr. So nahmen die Verwaltungsaufwendungen um 8,2 % auf 257,3 (280,2) Mio. Euro deutlich ab. Dabei machte sich vor allem der Personalabbau bemerkbar. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter im gesamten Nürnberger Konzern sank gegenüber dem Vorjahr um 9,7 % auf 3.829 (4.242). Der Abbau der Arbeitsplätze erfolgte dabei ausschließlich im gegenseitigen Einvernehmen auf der Basis eines mit der Arbeitnehmervertretung vereinbarten Sozialplans. Betriebs-bedingte Kündigungen konnten vollständig vermieden werden.
Die Nürnberger strebt den Zusammenschluss mit der VIENNA INSURANCE GROUP (VIG) an. Dazu hatte die VIG den Aktionären der Nürnberger im Oktober des letzten Jahres ein Angebot zur Übernahme ihrer Aktien gemacht. Das Angebot hatte die überwiegende Mehrheit der Aktionäre angenommen. Derzeit hat die VIG nach eigenen Angaben Zugriff auf 99,2 % der Anteile. Die Genehmigung der Transaktion durch die Aufsichtsbehörden steht noch aus.
Das Unternehmen wird den Sanierungsplan in der Schaden-/Unfallversicherung im laufenden Jahr fortsetzen. Ausgehend davon erwartet die Nürnberger für 2026 einen weiteren leichten Rückgang im Neugeschäft sowie eine spürbare Verringerung der gebuchten Beiträge. Für 2026 plant die Nürnberger mit einem Jahresergebnis von 80 Mio. Euro. Spätestens ab 2027 will der Versicherer wieder in allen Sparten ertragreich wachsen. „Mit einer enormen Energieleistung über alle Bereiche und Teams hinweg haben wir die Nürnberger in wenigen Monaten wieder profitabel gemacht. Wir sind heute in vielen Bereichen schlanker und effizienter. Unser Ziel ist es, das aktuelle Momentum zu nutzen und unser Transformationsprogramm zum Präventionsversicherer konsequent und zügig weiterzuführen – zum Nutzen unserer Kunden und Vertriebspartner“, erklärt Harald Rosenberger. (mho)

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