Pflege: Höhere Beiträge für mehr Leistung
12.08.2014
Vor der Reform ist nach der Reform. Nach der Reform zur Lebensversicherung kümmern sich die Politiker jetzt um das Thema Pflege. Alles wird teurer. Wird auch einiges besser?
2014-08-14 (fw/db) Die ARAG SE meldet, dass aktuell bereits 2,5 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sind. Diese Menschen kommen wegen ihres Alters, einer schweren Erkrankung oder den Folgen eines Unfalls nicht ohne Unterstützung und Hilfen zurecht. Diese Unterstützung soll durch die gesetzliche Pflegeversicherung gewährleistet werden. Die Hilfen werden derzeit noch nach "Stufen der Pflegebedürftigkeit" gewährt.
Für die professionelle ambulante oder (teil-)stationäre Pflege werden die Kosten bis zu bestimmten Höchstbeträgen übernommen. Die Kosten für Pflegehilfsmittel und das Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen können zu Teilen übernommen werden.
Es werden zudem Leistungen an ehrenamtlich Pflegende erbracht - das sogenannte Pflegegeld. Die Pflegeversicherung ist allerdings alles andere wie eine Vollversicherung und bietet keinen Rund-um-Schutz. da vorprogrammiert. Das Bundeskabinett hat folglich eine Ausweitung und Verbesserung der Leistungen Lücken sind beschlossen. Damit einhergehen aber auch höhere Beiträge.
Der Pflegebeitrag liegt derzeit für gesetzlich Krankenversicherte bei 2,05 Prozent, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen. Kinderlose zahlen einen Beitragszuschlag von 0,25 Prozent bis zur Bemessungsgrenze der Krankenversicherung. Bereits zum 1. Januar 2015 soll der Beitragssatz um 0,3 Prozentpunkte und später um weitere 0,2 Prozentpunkte angehoben werden. Ab 2015 sollen die Verbesserungen für die Angehörigen, Betroffenen und Pfleger greifen.
Mehr Unterstützung für Angehörige
Wer kurzfristig die akute Pflege eines Familienmitgliedes organisieren muss, kann meist für zehn Tage zu Hause bleiben. Pflegende Angehörige sollen darüber hinaus mehr Unterstützung durch Kurzzeit- und Tagespflege bekommen, um eine Auszeit nehmen zu können. Auch die Zuschüsse für einen notwendigen Umbau steigen, wenn beispielsweise ein Badezimmer behindertengerecht gestaltet werden soll. Auch die Pflegesätze werden angehoben - in der höchsten Stufe um gut 60 Euro. Alles in allem steigen die Leistungen um vier Prozent.
Weitere Schritte der Pflegereform sind für 2017 geplant. Dann geht es um die dringend nötige bessere Versorgung von Demenzkranken und ein neues System, das die derzeitigen drei Pflegestufen ablösen soll.
Viele Fragen sind offen
Eines steht jedoch nach Meinung der ARAG-Experten bereits heute schon fest, die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung werden steigen, obwohl bei den Leistungen oder Nicht-Leistungen alle Fragen noch offen sind.
finanzwelt-Service:
Aktuelle Informationen bietet der finanzwelt Convention Pflege am 18. September 2014, die Anmeldung und die Teilnahme sind kostenfrei und hier über das Internetportal möglich

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