Pflegetagegeld: Nur sechs Prozent mit Bestnote

26.03.2026

Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Foto: © Marc Theis, Hannover

Franke und Bornberg bewertet erstmals Pflegetagegeldversicherungen. Acht von 130 Tarifen erhalten die Höchstnote FFF+. Gut ein Viertel folgt mit FFF – sehr gut. Pflegerenten erreichen überwiegend gute, aber keine sehr guten Bewertungen. Das Pflegeparadox bleibt ungelöst.

„Viele verdrängen das Risiko. Niemand denkt gerne daran, pflegebedürftig zu werden", sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Junge Menschen bekommen günstigen Schutz – interessieren sich aber kaum dafür. Ältere sehen den Bedarf, doch sie können ihn oft nicht mehr bezahlen." Dieses Pflegeparadox ändere nichts am grundsätzlichen Bedarf: Private Vorsorge sichere die finanzielle Selbstbestimmung und erhöhe die Chance, zu Hause gepflegt zu werden, statt in ein Pflegeheim wechseln zu müssen.

Mit mehr als drei Millionen Verträgen ist das Pflegetagegeld die häufigste Form der privaten Pflegevorsorge. Es zahlt für jeden Tag der Pflegebedürftigkeit einen festen Betrag. Bei ambulanter Pflege steigt das Tagegeld meist mit dem Pflegegrad. Seit 2017 zahlen Heimbewohner unabhängig vom Pflegegrad denselben einrichtungseinheitlichen Eigenanteil. Darauf haben Versicherer reagiert: Viele Tarife zahlen deshalb ab Pflegegrad 2 einen konstanten Betrag im Heim. Bei einigen Tarifen kann die Leistung auch je Pflegegrad frei gewählt werden.

Neuere Tarife zahlen bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit oft einmalig 1.000 bis 15.000 Euro oder ein Vielfaches des Tagessatzes. Einzelne Anbieter ersetzen das Tagegeld durch eine Monatsleistung. „Monatsgelder sind unter dem Strich zwar gleich hoch, aber sie nähern sich sprachlich Produkten wie der Pflegerente oder der BU-Rente an, die ebenfalls auf Monatsbasis abgeschlossen werden. Das erleichtert den Vergleich unterschiedlicher Produktkonzepte", erläutert Michael Franke.

Das Pflegetagegeldrating bewertet Tarife anhand von 61 Kriterien und vergibt maximal 3.610 Punkte. Besonders stark gewichtet werden Assistanceleistungen, Dynamik und eine kundenfreundliche Staffelung nach Pflegegraden. Auch die Finanzstärke des Anbieters – bewertet auf Grundlage des map-reports – fließt in die Bewertung ein.

Auf Basis der Gesamtpunktzahl werden die Tarife einer von sieben Klassen zugeordnet – von FFF+ (hervorragend) bis F- (ungenügend). Für die Höchstnote FFF+ sind 85 Prozent der möglichen Punkte erforderlich. Ab der Note F+ (ausreichend) gelten zudem Mindeststandards, die mit jeder Klasse anspruchsvoller werden. Für ein FFF+ verlangt das Rating beispielsweise, dass ein Pflegeplatz innerhalb von 24 Stunden vermittelt wird und Beitragsfreiheit für Versicherte mit Pflegegrad 5 gewährleistet ist.

Im Erstrating bewertet Franke und Bornberg 130 Tarife von 33 Gesellschaften. Nur acht Produkte (6,2 Prozent) erreichen die Höchstnote FFF+ – hervorragend. Jeder vierte Tarif (25,4 Prozent) erhält die Note FFF – sehr gut. Fast die Hälfte der Tarife schneidet nur ausreichend oder schlechter ab.

Andere ThemenFranke und Bornberg