So tickt der Makler-Nachwuchs
22.04.2026

Foto: © insta_photos - stock.adobe.com
Wie in vielen anderen Branchen ist der Nachwuchs auch bei Versicherungsmaklern überschaubar. Doch die, die kommen, ticken anders als die Vertreter der Babyboomer Generation. Die Jungmakler verstehen sich weniger als Verkäufer von Policen, sondern als Unternehmer, Markenbotschafter in eigener Sache und strategische Begleiter ihrer Kunden. Social Media, digitale Tools und Prozessautomatisierung sind für sie selbstverständlich. Was also zeichnet den Makler-Nachwuchs aus, was treibt ihn an? Und was sind die Erfolgsfaktoren der jungen Wilden?
„Erfolg entsteht heute durch Vertrauen, Haltung und Kompetenz. Fachwissen ist die Basis, doch Positionierung, Kommunikation, Empathie und digitale Sichtbarkeit sind entscheidend“, betont Freya Früh, Geschäftsführende Gesellschafterin der FF Frau Finanzen GmbH und typische Vertreterin der neu en Makler-Generation. Mit „Frau Finanzen“ hat sie ein starkes Community Modell geschaffen, um Frauen eine Plattform für finanziellen Austausch und Bildung zu bieten. In den sozialen Medien verfügt sie über mehr als 100.000 Followerinnen. Ursprünglich arbeitete die Gewinnerin des Jungmakler-Awards 2025 (3. Platz) als Social Media Managerin für die HDI Versicherung AG und hat sich intensiv mit digitaler Kommunikation, Aufklärung und Community-Aufbau beschäftigt. Unter dem Namen „Frau Finanzen“ hat sie begonnen, Finanzwissen verständlich nach außen zu tragen und Frauen über Altersvorsorgelücken, finanzielle Risiken und fehlende Absicherung aufzuklären. Als immer mehr direkte Anfragen von Frauen kamen, die nicht nur Informationen wollten, sondern konkrete Beratung, hat sich Freya Früh entschlossen, selbst als Versicherungsmaklerin tätig zu werden. Durch ihre vorherige Ausbildung als Sparkassenkauffrau und die sogenannte „alte Hasenregelung“ konnte sie „Frau Finanzen“ rasch vom reinen Content- und Bildungsprojekt zu einem vollwertigen Maklerunternehmen weiterentwickeln. „Der Schritt in die Selbstständigkeit war für mich die logische Konsequenz aus dem tatsächlichen Bedarf meiner Community“, hebt Früh hervor. Ihr wichtigster Rat an angehende Jungmakler lautet: „Entwickeln Sie eine klare Haltung, suchen Sie sich eine Zielgruppe und trauen Sie sich, Ihren eigenen Weg zu gehen. Der Markt braucht keine austauschbaren Makler mehr, sondern Persönlichkeiten mit Profil“, so Freya Früh.
Dieses Beispiel wirkt wie ein Lichtblick in einer verstaubten Branche und macht Hoffnung. Schließlich geht die Zahl der Versicherungsvermittler insgesamt seit Jahren zurück. Nach Daten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) waren zum Jahresende 2025 noch 178.791 Vermittler registriert, rund 1,7 % Prozent weniger als im Vorjahr. Seit dem Höchststand im Jahr 2011 entspricht dies sogar einem Rückgang von über 30 %. Allerdings ist davon vor allem der Ausschließlichkeitsvertrieb betroffen, während die Zahl der Versicherungsmakler leicht zulegen konnte. „Der Maklerberuf wird immer beliebter“, sagt Norbert Porazik, Co-CEO der INFITECH Gruppe und Geschäftsführer der Fonds Finanz. „Die Anzahl der Versicherungsvertreter sinkt und Versicherungsgesellschaften stehen zum Teil vor großen Herausforderungen, ihre Ausschließlichkeitsorganisationen langfristig nachzubesetzen. Parallel gewinnt die unabhängige Maklerschaft immer weiter an Attraktivität. Bei der Fonds Finanz sehen wir außer dem einen ausgeprägten Zulauf an jungen Menschen, die Makler werden wollen. Viele davon kommen zum Beispiel aus den Strukturvertrieben. Das Durchschnittsalter unserer Mak er steigt dementsprechend nicht an“, macht Norbert Porazik deutlich.
Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite

MMM 2026: Fonds Finanz bringt Branche in München zusammen









