US-Inflation höher als erwartet
15.10.2026

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Kommentar von PIMCO-Ökonomin Tiffany Wilding zum US-Verbraucherpreisindex für September.
Wilding ordnet den stärker als erwartet ausgefallenen Anstieg der Kernverbraucherpreise ein und erläutert die Auswirkungen auf die geldpolitischen Entscheidungen der Fed. Während sich die Preissteigerungen über zahlreiche Kategorien der frei wählbaren Konsumausgaben erstreckten, entwickelten sich die Preise für Reise- und Freizeitdienstleistungen sowie im Einzelhandel weitgehend stabil. Zudem erschweren die Daten die geldpolitische Entscheidungsfindung der Fed und veranlassten die Märkte, eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent für eine Zinserhöhung im Oktober einzupreisen. Die anstehenden Einzelhandelsumsätze sollen nun zeigen, ob sich die höheren Verbraucherpreise bereits auf das Wirtschaftswachstum auswirken.
Was passiert ist: Die US-Verbraucherpreise stiegen im September stärker als erwartet. Die Kerninflation, ohne Berücksichtigung der Lebensmittel- und Energiepreise, erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,3 % und lag damit über unserer Prognose von 0,2 %. Auffällig ist insbesondere, dass sich der Preisanstieg über zahlreiche Kategorien der frei wählbaren Konsumausgaben erstreckte. Dies umfasste auch die unterstellten Mietkosten für selbst genutztes Wohneigentum (Owners’ Equivalent Rent, OER), die weniger sensibel auf Veränderungen der Energiepreise reagieren. Die Preise für Reise- und Freizeitdienstleistungen, die stärker von den Energiekosten beeinflusst werden, entwickelten sich hingegen weitgehend stabil. Dies galt ebenso für die Einzelhandelspreise, insbesondere für Elektronik und Mobiltelefone, bei denen die gestiegenen Chipkosten an die Verbraucher weitergegeben werden.
Was bedeutet das: Die Inflationsdaten erschweren der Fed die geldpolitische Entscheidungsfindung. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses hatten zuvor signalisiert, dass eine Zinserhöhung noch im Oktober unwahrscheinlich sei. Nach Veröffentlichung der Daten preisten die Märkte jedoch eine Wahrscheinlichkeit von 50 % für eine erneute Zinserhöhung in diesem Monat ein.
Wie geht es weiter: Im Fokus stehen nun die anstehenden US-Einzelhandelsumsätze. Sie werden Aufschluss darüber geben, ob sich die höhere Inflation bereits auf das Wirtschaftswachstum auswirkt. Wir rechnen weiterhin mit weiteren Zinserhöhungen, um die Zinssenkungen des vergangenen Jahres effektiv auszugleichen. Weitere Inflationsdaten, wie der heute veröffentlichte Verbraucherpreisindex, könnten die Fed jedoch dazu veranlassen, die Zinsen stärker als bislang erwartet anzuheben

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