Baugenehmigungen erneut gestiegen
17.04.2026

ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Foto: © ZIA
Das Statistische Bundesamt hat heute die aktuellen Baugenehmigungszahlen veröffentlicht. Im Februar 2026 wurden 22.200 Wohnungen genehmigt – das entspricht einem Anstieg von 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern summiert sich die Zahl der Genehmigungen auf 21.900 Wohnungen, ein Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
„Die Zahlen sind ein vorsichtiger Hoffnungsschimmer, aber es bleibt die Frage, wie tragfähig der Aufschwung ist“, kommentiert ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Die Rahmenbedingungen für Investitionen bleiben fragil. Geopolitische Unsicherheiten, hohe Baukosten und weiterhin teure Energiepreise belasten die Projekte schon in der Planungsphase. „Wer heute baut, geht nach wie vor erhebliche Risiken ein. Viele Projekte brauchen einen langen Atem unter den jetzigen Bedingungen“, so Özkan.
Vor diesem Hintergrund rückt die geplante Novelle des Baugesetzbuchs in den Fokus. Der kürzlich vorgestellte Referentenentwurf setzt aus Sicht des ZIA an wichtigen Punkten an:
mehr Tempo in den Verfahren, Digitalisierung von Planung und Genehmigung sowie ein klares Signal für serielles und modulares Bauen. „Das Problembewusstsein ist erkennbar“, sagt Özkan. „Doch die bisher vorgesehenen Änderungen reichen nicht aus, um die strukturellen Engpässe bei Planung und Genehmigung wirksam zu beseitigen.“
Der Flaschenhals liege nicht im fehlenden Willen zu bauen, sondern in zu langsamen, zu komplexen und zu unsicheren Verfahren. Wenn die BauGB‑Novelle hier keinen klaren Durchbruch schafft, wird sie an ihrer Wirkung gemessen scheitern.
Aus Sicht des ZIA braucht es deshalb gezielte Nachschärfungen:
· Echter Vorrang für den Wohnungsbau
· Kürzere Fristen und verbindliche Beschleunigung – eine „Fast Lane" bei Bauleitplanverfahren mit einer Halbierung der Fristen
· Deutlich mehr Flexibilität im Bestand, um schneller um- und weiterbauen zu können
„Die Novelle muss sich messen lassen: an Tempo, Wirkung und Entlastung“, so Özkan abschließend. „Deutschland braucht eine BauGB-Novelle, die in der Praxis schnelleres Planen und Bauen ermöglicht und nicht nur neue Regelungen auf dem Papier schafft.“ (mho)

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