ÖKOWORLD hofft auf Trendwende in schwieriger Marktlage
15.04.2026

Dr. Oliver Pfeil - Foto: Copyright ÖKOWORLD
Die ÖKOWORLD-Gruppe blieb auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 trotz rückläufiger Umsätze profitabel und erwirtschaftete einen Konzernjahresüberschuss in Höhe von 18,2 Mio. Euro (Vj. 26,8 Mio. Euro). Der Umsatz sank erwartungsgemäß auf 51,3 Mio. Euro (Vj. 62,2 Mio. Euro).
Die freien liquiden Mittel betragen 123,7 Mio. Euro. Sie sollen weiter genutzt werden, um eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens sicherzustellen, die Attraktivität der Aktie zu erhalten, die Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen und um in Innovationen zu investieren.
Der Rückgang kommt nicht überraschend. Bereits im Mai 2025 hatte der Konzern bekanntgegeben, dass er mit weniger Umsatz und Gewinn für das Geschäftsjahr 2025 rechnet. Ursächlich dafür waren sinkende Provisionserträge aufgrund von Rückgängen beim verwalteten Vermögen (Assets under Management) der ÖKOWORLD-Fonds. Diese bewegen sich derzeit in einem schwierigen Marktumfeld, das vom Trend zu passiven Investments und von einer gegen das ESG-Segment gerichteten Stimmung geprägt ist.
Dr. Oliver Pfeil, Vorstandsvorsitzender von ÖKOWORLD, sagt: „Angesichts der schwierigen Ausgangslage sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. ÖKOWORLD ist weiterhin sehr profitabel, finanziell stabil und in der Lage, hohe freie liquide Mittel in seine Zukunft zu investieren. Mit der ‚Unternehmensstrategie 2030‘ haben wir im vergangenen Jahr den Grundstein gelegt, um mittelfristig wieder auf den Erfolgspfad zurückzukehren und die einzigartige Geschichte unseres Unternehmens fortzuschreiben.“
Andrea Machost, Finanzvorständin von ÖKOWORLD, ergänzt: „Wir verfügen unverändert über eine starke Eigenkapitalbasis, substanzielle liquide Mittel und bleiben schuldenfrei. Damit sind wir bestens ausgestattet, um die Herausforderungen beherzt anzugehen und die Zukunft unseres Unternehmens aktiv zu gestalten.“
Die Assets under Management sanken im abgelaufenen Geschäftsjahr von 2,97 Mrd. Euro auf 2,35 Mrd. Euro. Korrespondierend dazu sanken die Verwaltungsgebühren als wesentliche Umsatzkomponente auf 49,7 Mio. Euro (Vj. 60,5 Mio. Euro). Die übrigen Umsatzpositionen, also Abschlussprovisionen für Lebensversicherungen und Fonds, Bestandsprovisionen auf Versicherungsprodukte sowie Erlöse aus der Vermögensverwaltung, lagen in Summe bei 1,6 Mio. Euro (Vj. 1,8 Mio. Euro). Der Erlösrückgang konnte durch Einsparungen bei den Kosten teilweise ausgeglichen werden. So sank der Personalaufwand leicht von 9,4 Mio. Euro auf 8,9 Mio. Euro. Der Materialaufwand sank auf 11,2 Mio. Euro (Vj. von 14,2 Mio. Euro). Der sonstige betriebliche Aufwand lag mit 9,0 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 7,3 Mio. Euro. Bei kaum veränderten Abschreibungen von 0,4 Mio. Euro ergab sich ein operatives Ergebnis (EBIT) von 22,3 Mio. Euro. (Vj. 31,1 Mio. Euro). Die EBIT-Marge 2025 betrug 44,2 %.
Die gute Ausgangslage ermöglicht es ÖKOWORLD, ihre Aktionärinnen und Aktionäre erneut an der Stärke ihres Unternehmens teilhaben zu lassen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung gemäß der 2024 beschlossenen Dividendenpolitik eine Dividende in Höhe von 1,96 Euro je Stammaktie und 1,97 Euro je Vorzugsaktie vor. Zusätzlich setzt die Gesellschaft ihr im Juli 2025 gestartetes Aktienrückkaufprogramm fort.
Aufgrund eines sich weiter verändernden Verhaltens der Anlegerinnen und Anleger, des ungebrochenen Trends zu passiven Anlageformen, zunehmender Handelskonflikte und wegen des volatilen politischen Umfelds rechnet ÖKOWORLD auch für das Geschäftsjahr 2026 mit einem deutlichen Rückgang von Umsatz und Ergebnis. Um ÖKOWORLD zurück auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen, hat die Gesellschaft folgende Gegenmaßnahmen bereits eingeleitet:
- Investment und Performance: Schärfung des Portfoliomanagements und Einsatz innovativer Technologien im Investmentprozess.
- Produkt und Vertrieb: Bestehende Fonds erhalten neue, attraktive Anlagestrategien. Einführung eines aktiven ETFs. Stärkung des Vertriebs.
- Zukunftsausrichtung: Verjüngung des Kundenstamms durch modernere Ansprache.
Vorstandsvorsitzender Dr. Oliver Pfeil erklärt: „2026 setzen wir unsere neue Strategie um. Es wird das Jahr der Innovationen, mit denen wir die Trendwende einleiten. Die neue ÖKOWORLD wird moderner, schlanker und virtueller. Dazu gehören KI-gestützte Prozesse im Risikomanagement und der Portfoliosteuerung sowie neue Produkte, mit denen wir junge Zielgruppen für die nachhaltige Gelanlage begeistern möchten. Wir sind zuversichtlich, dass das gelingt. Allerdings benötigen solche Maßnahmen Zeit, um zu wirken.“ (ah)

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