BU-Rating 2026: Preiskampf setzt sich fort
16.04.2026

Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Foto: © Marc Theis, Hannover
Franke und Bornberg aktualisiert seine Ratings zur Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Erstmals berücksichtigt das Verfahren die Nachhaltigkeit der Unternehmen und gewichtet die Versicherer-Stabilität stärker als bisher. Damit reagiert das Analysehaus nicht auf kurzfristige Trends, sondern auf strukturelle Risiken in einem Markt, in dem Belastbarkeit und Zukunftsfähigkeit zu zentralen Qualitätsmerkmalen werden.
46 Millionen Erwerbstätige stehen einem Bestand von rund sechs Millionen Policen zur Arbeitskraftabsicherung (Selbstständige Invaliditätsversicherungen) gegenüber (Quelle: GDV). Die Absicherungsquote bleibt damit auf einem gesellschaftlich unbefriedigenden Niveau, das Neugeschäft stagniert. Nach Angaben des GDV wurden 2024 in der selbstständigen Invaliditätsversicherung rund 440.000 neue Policen abgeschlossen, der Bestandszuwachs lag jedoch nur bei überschaubaren 188.000 Verträgen. Vor diesem Hintergrund hat Franke und Bornberg seine Ratings zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) grundlegend überarbeitet. Die aktualisierten Verfahren tragen veränderten Produktstrukturen, dem anhaltenden Preiswettbewerb und neuen gesellschaftlichen Anforderungen Rechnung.
Der Preiskampf und seine Folgen
Ein strukturelles Problem des BU-Marktes ist der anhaltende Preiswettbewerb. Einzelne Anbieter unterschreiten die Durchschnittsprämie am Markt um 40 Prozent und mehr. Die Prämienentwicklung über die vergangene Dekade verdeutlicht den Trend: Während die Bruttoprämie für einen Maschinenbauingenieur seit 2015 von 103,34 auf 81,67 Euro fiel, sank sie für einen Tischler von 228,94 auf 217,75 Euro (Quelle: map-report Nr. 943 – BU-Stabilitätsrating 2026). Bei den Nettoprämien ist der Rückgang noch ausgeprägter.
Gleichzeitig wächst das Leistungsversprechen: Nachversicherungsgarantien, AU-Bausteine und Zusatzoptionen werden ausgebaut, während die Risikoprüfung schlanker wird. Seltener angeforderte Arztberichte und verkürzte Abfragezeiträume erhöhen die aktuarielle Unsicherheit.
Seit Beginn der Analyseserie im Jahr 2010 haben über 20 Anbieter ihre Risikoüberschüsse teils massiv gesenkt. Die verstärkte Gewichtung des map-report BU-Stabilitätsratings im Produktrating ist eine direkte Antwort darauf: Eine BU-Versicherung wird oft über Jahrzehnte gehalten. „Ein günstiger Tarif heute ist keine Garantie für einen stabilen Tarif morgen – das zeigt der Blick auf die Überschussentwicklung der vergangenen Jahre nur allzu deutlich“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Wer bei der Prämienkalkulation zu weit geht, erkauft sich Neugeschäft auf Kosten der Stabilität – und das zahlen am Ende die Versicherten.“

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