KI-Boom auf Pump
11.09.2026

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Der weltweite KI-Boom wird zunehmend durch Schulden und langfristige Verpflichtungen finanziert. Eine neue Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade zeigt, dass die acht führenden US-Technologiekonzerne ihre langfristige Verschuldung binnen eines Jahres um 86 Prozent erhöht haben. Gleichzeitig stiegen ihre außerbilanziellen Verpflichtungen, vor allem für Rechenzentren, Energieversorgung und KI-Infrastruktur, binnen eines Jahres von 573 Milliarden US-Dolar (USD) auf rund 2,6 Billionen USD.
Werden diese bislang nur teilweise sichtbaren Verpflichtungen berücksichtigt, erhöht sich die Schuldenlast der Unternehmen im Durchschnitt um fast 150 Prozent. Die modellierte Kreditqualität verschlechtert sich dadurch um ein bis zwei Ratingstufen.
„Die Tech-Branche hat den Eisberg bislang umfahren, doch die Navigation wird schwieriger“, sagt Alexander Hirt, Head of Public Equity and Credit bei Allianz Research. „Die eigentliche Entwicklung findet allerdings unter der Wasseroberfläche statt: Verpflichtungen, die heute noch nicht in den Bilanzen erscheinen, werden in den kommenden Jahren schrittweise zu tatsächlichen Verbindlichkeiten.“
Die Kreditmärkte haben auf die Entwicklung bereits reagiert: Die Risikoprämien großer Technologieunternehmen haben sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Die Allianz Trade Studie sieht darin jedoch erst eine teilweise Berücksichtigung der steigenden Verpflichtungen, die sogenannten Spreads, also der Abstand zwischen Anleihepreisen und Renditen, können sich noch weiter ausweiten. Steigende Spreads signalisieren eine höhere Risikowahrnehmung der Anleger. Kreditanleger partizipieren nicht an möglichen Gewinnen aus KI sondern tragen das Risiko – bei noch relativ geringen Risikoprämien..
Für die deutsche Wirtschaft sind die Ergebnisse relevant, da viele Unternehmen auf die Infrastruktur der großen US-Technologieanbieter angewiesen sind und selbst milliardenschwere KI-Investitionen planen.
„Neben klassischen Schulden müssen Investoren bei der Risikoanalyse auch langfristige Infrastruktur- und Lieferverträge stärker im Auge behalten“, sagt Hirt. „Trotz der steigenden Belastungen bleibt das unmittelbare Ausfallrisiko der Tech-Unternehmen gering. Das größere Risiko liegt in einer fortgesetzten Spread-Ausweitung und damit einer schrittweisen Neubewertung der Bonität durch die Kapitalmärkte.“ (mho)

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