Das Paradox der Pflegebedürftigkeit
07.10.2026

Foto: Stefan Holzer, Leiter Market Management Versicherung und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland © Swiss Life Deutschland
Pflegebedürftigkeit ist als drängendes Thema längst im Alltag der Menschen in Deutschland angekommen: So haben 59 Prozent der Bevölkerung bereits persönliche Erfahrung mit dem Thema Pflege – sei es durch Beobachtung im eigenen Umfeld (36 %) oder weil sie selbst einen Angehörigen gepflegt haben (23 %). Und doch klafft zwischen Risikobewusstsein und tatsächlicher Vorsorge eine erschreckende Lücke. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 2.015 Personen, die YouGov im Auftrag von Swiss Life Deutschland durchgeführt hat.
Was Menschen im Pflegefall am meisten fürchten, ist nicht in erster Linie der finanzielle Verlust – sondern der Verlust ihrer Selbstständigkeit. 69 Prozent nennen die Abhängigkeit von anderen als ihre größte Sorge, noch vor der persönlichen finanziellen Belastung (47 %) und körperlichen Schmerzen (38 %). Das Bedürfnis nach Selbstbestimmung – auch im Alter – steht damit klar im Mittelpunkt. „Die Menschen wollen nicht abhängig sein – weder körperlich noch finanziell. Für den Fall einer Pflegebedürftigkeit privat vorzusorgen, ist deshalb kein Luxus, sondern die notwendige Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben bis zuletzt", sagt Stefan Holzer, Mitglied des Vorstands von Swiss Life Deutschland und Leiter Market Management Versicherung.
Die Kosten einer Pflegebedürftigkeit sind vielen Menschen durchaus bewusst: 41 Prozent schätzen den monatlichen Eigenanteil realistisch auf 3.000 Euro oder mehr. Gleichzeitig fühlen sich 67 Prozent für den Fall von Pflegebedürftigkeit finanziell schlecht oder sehr schlecht abgesichert – 28 Prozent davon sogar sehr schlecht. Und dennoch: Nur 9 Prozent der Befragten haben eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. 57 Prozent sehen dafür aktuell „keine Notwendigkeit" und verlassen sich stattdessen mehrheitlich auf die gesetzliche Pflegeversicherung und Sozialleistungen (56 %) – obwohl diese die tatsächliche Kostenlücke bei Weitem nicht schließt. Schon jetzt liegt der Eigenanteil für einen stationären Pflegeplatz im Bundesdurchschnitt über 3.300 Euro monatlich. Allein diese Kosten können sich über die Jahre zwischen 150.000 und 300.000 Euro bewegen, je nachdem, ob die Pflege zuhause oder vollstationär in einem Pflegeheim stattfindet.

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