Das Paradox der Pflegebedürftigkeit
07.10.2026

Foto: Stefan Holzer, Leiter Market Management Versicherung und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland © Swiss Life Deutschland
Auch das Wunschbild für die eigene Pflegesituation hat sich gewandelt: Fast die Hälfte der Befragten (47 %) wünscht sich betreutes Wohnen mit Unterstützung durch Dritte bei Bedarf – weit vor der Pflege durch Angehörige zuhause (24 %) und dem Pflegeheim (14 %). Pflege und Wohnen im Alter werden damit zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema, das weit über die Versicherungsbranche hinausreicht. „Dieses Ergebnis zeigt: Beim Thema Pflege sind die Wünsche so individuell wie die Menschen selbst. Doch um sich die Wahlfreiheit zu erhalten, wo und wie die Pflege stattfindet, braucht es auch eine finanzielle Grundlage, die das möglich macht", sagt Holzer.
Die Studie zeigt auch: Persönliche Erfahrung ist der stärkste Auslöser für Vorsorge. Von denjenigen, die eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen haben und Pflege im eigenen Umfeld erlebt haben, geben 45 Prozent an, dass genau diese Erfahrung ihre Entscheidung beeinflusst hat. „Ein klares Signal: Knapp die Hälfte der Menschen, die Pflegebedürftigkeit einmal hautnah erlebt haben, kommen ins Handeln. Persönliche Erfahrung kann also ein Auslöser sein – aber sie darf nicht die Voraussetzung für Vorsorge sein. Denn viele andere Befragte haben Pflegebedürftigkeit in ihrem Umfeld erlebt und handeln trotzdem nicht. Genau dort müssen wir früher ansetzen", betont Holzer.
Besonders aufschlussreich ist der Befund zur Beratungssituation: 61 Prozent der Menschen ohne Pflegezusatzversicherung wurden noch nie – weder von ihrer Bank noch von einem Versicherungsvermittler – auf das Thema Pflegevorsorge angesprochen. Weitere 23 Prozent haben gar keinen festen Ansprechpartner für Finanzfragen.
„Die Studie macht deutlich: Millionen Menschen in Deutschland sind beim Thema Pflegevorsorge noch ohne professionelle Beratung – obwohl der Bedarf längst da ist. Deshalb setzen wir hier auch auf intensive Schulungsformate für unsere Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner“, sagt Holzer. „Wenn wir gemeinsam den Menschen eine fundierte, individuelle Pflege-Beratung bieten, leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Selbstbestimmung der Kundinnen und Kunden, sondern schaffen für sie dauerhaften Mehrwert für einen der wohl wichtigsten Lebensabschnitte, den wir alle früher oder später erleben werden.“
Wenn es um die Wahl eines Anbieters geht, zählt für die Befragten vor allem eines: Vertrauen. 73 Prozent halten faire Behandlung im Leistungsfall für „sehr wichtig" – genauso viele fordern Verlässlichkeit und Sicherheit (73 %). Schnelle Leistungsabwicklung folgt dicht dahinter (70 %). Der Preis? Landet mit 64 Prozent „sehr wichtig" deutlich dahinter. Ein klares Signal: Bei Pflegebedürftigkeit zählen Qualität und Verlässlichkeit mehr als der Preis. „Die Menschen wissen genau, worauf es ankommt – und das ist nicht der günstigste Preis, sondern ein Partner, dem sie vertrauen können. Das gilt für uns bei Swiss Life als Versicherer für alle Lebenssituationen unserer Kundinnen und Kunden – und ganz besonders dann, wenn es um das Thema Pflege geht", sagt Holzer. (mho)

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