Defizite bei Pflege, Finanzplanung und Leben im Alter

20.10.2026

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Die Menschen in Deutschland wollen immer älter werden, sehen das Land auf die Folgen einer steigenden Lebenserwartung aber nur unzureichend vorbereitet. Besonders bei Pflege, finanzieller Absicherung und altersgerechtem Wohnen bestehen aus Sicht der Bevölkerung erhebliche Defizite. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Studie im Auftrag von Canada Life zum Thema Longevity.

Laut der Untersuchung wissen 89 Prozent der Befragten, dass Menschen heute länger leben als frühere Generationen. Im Durchschnitt wünschen sie sich ein Lebensalter von 91,2 Jahren, sofern sie dabei weitgehend gesund bleiben. Fast jeder Vierte (23 Prozent) möchte sogar mindestens 100 Jahre alt werden. Die eigene Lebenserwartung schätzen die Befragten mit durchschnittlich 82 Jahren allerdings deutlich niedriger ein.

Gleichzeitig halten 70 Prozent Deutschland für schlecht auf eine Gesellschaft mit vielen Hochbetagten vorbereitet. Besonders kritisch werden die Pflege (71 Prozent), die finanzielle Absicherung (70 Prozent) sowie altersgerechtes Wohnen und Arbeitsmarktchancen für Ältere (jeweils 62 Prozent) bewertet. Auch die finanziellen Folgen eines längeren Lebens beschäftigen die Deutschen zunehmend. So erwarten 65 Prozent, dass Menschen künftig länger arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt im Alter finanzieren zu können. 64 Prozent rechnen damit, mögliche Pflegekosten stärker in ihre Finanzplanung einbeziehen zu müssen.

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) hält eine regelmäßige Überprüfung der Ruhestandsplanung für notwendig, 49 Prozent sehen Anpassungsbedarf bei der Geldanlage. 47 Prozent befürchten zudem, dass ihnen im Ruhestand das Geld ausgehen könnte. Ein Vergleich mit Großbritannien zeigt, dass dort die finanziellen Risiken eines langen Lebens noch stärker wahrgenommen werden. So sorgen sich 72 Prozent der britischen Befragten, dass ihre Ersparnisse im Alter nicht ausreichen könnten. (mho)

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