Hermann Rongstock und der Siegfriedtaler: Die Nibelungensage in Gold und Silber
19.10.2026

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Fasziniert von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, brachte der Künstler Hermann Rongstock seine Begeisterung für die mythische Welt von Siegfried und dem Rheingold in Gold und Silber zum Ausdruck.
Hermann Rongstock fühlte sich eng mit Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ verbunden. Der in Bayreuth geborene Künstler und Maler war von Siegfried, dem legendären Rheingold und der mythischen Welt der Nibelungen fasziniert. Von den unverwechselbaren Klängen Richard Wagners inspiriert, begann er, die für ihn bedeutendsten Szenen der Nibelungensage zeichnerisch umzusetzen. Zunächst erweckte er die Nibelungensage nur auf Papier zum Leben, bevor seine unverwechselbaren zeichnerischen Szenen auch auf den Siegfriedtaler in Gold und Silber übertragen wurden. Dieser Artikel wirft einen Blick auf Hermann Rongstock und seine Begeisterung für die Nibelungensage und erzählt die Geschichte hinter dem Siegfriedtaler.
Hermann Rongstock und seine Faszination für Richard Wagner sowie die Nibelungensage
Hermann Rongstock (1941 bis 2012) war ein deutscher Künstler, der bis zu seinem Tod in Bayreuth lebte. Inspiriert von Richard Wagner und der legendären Geschichte über den kühnen Drachentöter Siegfried, fühlte er sich eng mit dem „Ring des Nibelungen“ verbunden. Es war nicht nur die Geschichte um den Drachentöter Siegfried und das legendäre Rheingold, die ihn faszinierte, sondern auch das musikalische Meisterwerk, mit dem Richard Wagner die Nibelungensage unvergesslich machte.
In seiner Schaffenszeit erschuf der begeisterte Maler und Grafiker über 500 grafische Meisterwerke, welche die enge Beziehung und Liebe zu seiner Heimat Bayreuth und Franken widerspiegelten und die literarische Geschichte auf malerische Weise zum Ausdruck brachten. Typisch für seine Bilder waren verschwommene Linien, die der Fantasie freien Lauf ließen. Während er anfangs vorwiegend Schwarz-Weiß-Zeichnungen und Aquarelle malte, hielt er seine Bilder später auch mit Ölfarben fest. Eine Faszination ließ ihn Zeit seines Lebens nicht los: die Musik Richard Wagners und die Begeisterung für den Drachentöter Siegfried und seine tollkühnen Geschichten.
Deshalb setzte er gegen Ende seines Lebens eine langgehegte Idee in die Tat um: Er hielt die für ihn eindrucksvollsten Szenen dieses musikalischen Meisterwerks zeichnerisch in Bildern fest, um den „Ring des Nibelungen“ nicht nur musikalisch, sondern auch künstlerisch in den Mittelpunkt zu rücken. Für ihn galt die Geschichte als Herzstück deutscher Kulturgeschichte, vor allem, da der „Ring des Nibelungen“ so eng mit seiner Heimatstadt Bayreuth verbunden war. Er fing seine Helden Siegfried und das legendäre Rheingold mit Stift und Pinsel ein und verewigte zahlreiche Szenen der Nibelungensage auf Papier. So interpretierte und verarbeitete er die musikalischen Klänge Richard Wagners zeichnerisch. Im Jahr 2008 kam es zu einer Begegnung, die sein künstlerisches Leben verändern sollte.
Kunst trifft auf Edelmetall – zwei Männer und die Liebe zum Rheingold
Während der Bayreuther Festspiele im Jahr 2008 lernte Hermann Rongstock Herbert Jungwirth kennen. Beide teilten eine Leidenschaft: die Liebe zu Siegfried, dem Drachentöter, und dem berühmten Rheingold. Im Gegensatz zu Rongstock war Jungwirth Edelmetall-Spezialist und beschäftigte sich mit Kunststücken aus Gold und Silber. Wie es manchmal im Leben so ist, trafen sie an jenem Tag vermutlich nicht ohne Grund aufeinander. Womöglich war es ihre gemeinsame Faszination für die Nibelungensage, die sie seit etlichen Jahren begeisterte.
Faszinierend war, dass beide die Heldentaten von Siegfried visuell festhalten wollten – der eine auf Papier, der andere auf Kunstgegenständen aus Gold und Silber. Der Unterschied zwischen ihnen war, dass Hermann Rongstock seine Vision einer bildlichen Darstellung der Nibelungensage bereits in die Tat umgesetzt hatte. Herbert Jungwirth hatte zwar die Vorstellung, Siegfried und die Nibelungensage auf Gold und Silber zu verewigen, verfügte jedoch nicht über das künstlerische Talent, um einzelne Szenen passend zum Thema „Rheingold“ ausdrucksstark auf Edelmetalle zu übertragen. Mit ihrer Idee, Kunst und Edelmetall in Einklang zu bringen, wollten sie ihre Talente und ihre Liebe zur Nibelungensage vereinen und die Vorzüge handgemalter Bilder mit der unverwechselbaren Haptik und Sinnlichkeit von reinem Gold und Silber verbinden.
Es schien fast, als hätte eine höhere Macht sie zusammengeführt, um sich gegenseitig künstlerisch zu ergänzen. Herbert Jungwirth war Experte für Edelmetalle und Hermann Rongstock war ein erfahrener Maler und Zeichner. Die Idee, die Geschichte um Siegfried und das Rheingold zeichnerisch auf Gold und Silber umzusetzen, stellte ihn allerdings vor eine große Herausforderung, denn die künftigen Siegfriedtaler waren deutlich kleiner als eine Leinwand. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, die Bilder mit klaren Linien auf die Edelmetalle zu bringen, da Rongstock bislang für seine eher verwaschenen Formen bekannt war.
Sein Anspruch war dennoch hoch: Er wollte die bedeutendsten Szenen aus der Nibelungensage auf Gold und Silber verewigen. Mit einer speziellen Drucktechnik sollten die Zeichnungen von Hermann Rongstock schließlich detailgetreu auf die Siegfriedtaler gebracht werden.
Der Siegfried-Taler: Wagners Nibelungensage geprägt in Gold und Silber
2010 war es endlich so weit: Der erste Jahrgang des Siegfriedtalers mit dem Motiv „Siegfried der Reiter“ wurde präsentiert. Er zeigt den Helden Siegfried auf seinem Ross. Es folgten neun weitere Jahrgänge, die Kunsthistoriker und Geschichtsliebhaber auf der ganzen Welt begeisterten. Allein die erste Auflage war auf 500 Stück limitiert, die jeweils ein Kilogramm wogen. Jeder dieser Siegfriedtaler verfügt über die höchstmögliche Prägequalität: Polierte Platte, handgehoben, Spiegelglanz. Mit „Siegfried dem Drachentöter“ folgte im Jahr 2011 der zweite Jahrgang, zusätzlich als Goldprägung mit 40 g und 7,77 g Feingold. Einige Siegfriedtaler dieser Auflage waren gerade einmal 19,66 Millimeter groß – bei der Prägung einer 1/10 Unze Silber eine technische Meisterleistung. Insgesamt wurden die ersten drei Jahrgänge des Siegfriedtalers auf 65 kg Gold und 1.575 kg Silber verewigt, was bis dato einen Spitzenwert auf dem deutschsprachigen Edelmetallmarkt markiert. Es folgten sechs weitere limitierte Auflagen.
2019 wurde mit „Siegfrieds Triumph“ der zehnte und letzte Siegfriedtaler präsentiert. Er vervollständigt Hermann Rongstocks Gesamtzyklus der Nibelungensage – ein Abschluss, den der Künstler selbst nicht mehr erlebte, denn er war bereits 2012 gestorben. Um Münzen in verschiedenen Größen zu realisieren, fand ihre Entstehung in internationaler Zusammenarbeit statt. So wurden manche Münzen in den USA, übergroße Münzen hingegen in Shanghai geprägt. Dort konnten die Sonderprägungen des Siegfriedtalers ab dem Jahrgang 2012 mit einem Gewicht von vier Kilogramm und einer Größe von 165 Millimetern aus reinem Feinsilber (999,0) hergestellt werden. Mit seinen unverwechselbaren Bildern reiht sich Hermann Rongstock in die Riege der Künstler ein, die die Nibelungensage geprägt haben.
Fazit: Hermann Rongstocks Liebe zur Nibelungensage – verewigt auf einzigartigen Siegfriedtalern in Gold und Silber
Die Nibelungensage und die sagenhaften Heldentaten des Drachentöters Siegfried faszinieren bis heute – nicht zuletzt, weil das Nibelungengold im Rhein versenkt wurde und bis heute verschollen ist. Mit seinen eindrucksvollen Bildern hat der Künstler Hermann Rongstock die Sage wieder aufleben lassen. Später legte er, inspiriert von der Musik Richard Wagners und in Zusammenarbeit mit dem Edelmetallspezialisten Herbert Jungwirth, den Grundstein für zehn besondere Jahrgänge des Siegfriedtalers, die die Höhepunkte der Nibelungensage verewigen. Die Siegfriedtaler faszinieren Künstler und Kunsthistoriker auf der ganzen Welt und sind ein Meisterwerk der deutschen Edelmetallgeschichte. (fw)

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