Deutschlands erste KI in der Vermögensverwaltung

15.01.2026

Peter Härtling. Foto: © Gubbi AG

Künstliche Intelligenz verändert die Finanzbranche rasant – insbesondere die Vermögensverwaltung. Sie ermöglicht datenbasierte Entscheidungen, strukturierte Portfolios und systematische Risikosteuerung. Wir sprechen mit Peter Härtling, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Ruhestandsplanung mbH (DGFRP), über die Entstehung der ersten KI-Portfolios in Deutschland und die Zukunft dieser Technologie in der Vermögensplanung.

finanzwelt: Herr Härtling, warum haben gerade Sie und die DGfRP dieses KI-Projekt umgesetzt, und wie sind Sie darauf gekommen?

Peter Härtling: Die DGfRP bündelt jahrzehntelange Erfahrung in Finanzplanung und Vermögensverwaltung. KI bietet für die Anwender erhebliche Zukunftssicherheit. Mir war wichtig, traditionelle, klassische Konzepte mit moderner Technologie zu verbinden. Deswegen haben wir uns und unseren Focus intensiv auf KI Technologien ausgerichtet. Durch unsere Expertise im Bereich Ruhestandsplanung und die vorhandene Infrastruktur war es naheliegend, KI gezielt zu nutzen, um speziell für Finanzdienstleister strukturierte, innovative Investmentlösungen zu entwickeln. Die Idee entstand aus der Beobachtung, dass KI in der Vermögensverwaltung enormes Potenzial hat, Entscheidungen effizienter und nachvollziehbarer zu machen, sowie Anlagegelder besser zu überwachen. Unsere KI verarbeitet zuverlässig Datenmengen, die ein Mensch nicht mehr erfassen kann. Dies bringt den Anlegern bessere Planbarkeit und mehr Sicherheit. Finanzdienstleistern bringt die KI erhebliche Vorteile bei der Kundengewinnung und sehr viel mehr Nähe und Effizienz in der Kundenbetreuung.

finanzwelt: Künstliche Intelligenz verändert zunehmend die Finanzmärkte. Wie bewerten Sie die Chancen für die Vermögensverwaltung?

Härtling: KI ergänzt menschliche Expertise, analysiert große Datenmengen in Echtzeit und reduziert emotionale Verzerrungen. Sie ermöglicht strukturierte und nachvollziehbare Entscheidungen – gerade in volatilen Marktphasen ein klarer Vorteil für Anleger. Und sie schafft den Raum für erhebliches Wachstum und Zukunftssicherheit für die mit der KI ausgestatteten Finanzdienstleister.

finanzwelt: Was zeichnet die drei entwickelten KI-Portfolios aus?

Härtling: Die drei Portfolios „Shield, Guardian und Eagle Eye“ basieren mit ihren unterschiedlichen Anlagezielen auf algorithmischen Modellen (keine „large Langwich, die kontinuierlich Markt- und Risikodaten analysieren. Sie bieten unterschiedliche Risikoprofile, strukturieren Chancen und überwachen Risiken systematisch und transparent. Ziel ist eine Kombination aus Effizienz, Nachvollziehbarkeit und mit algebraischen Modellen entwickelter, kontrollierter, planbarer Performance.

finanzwelt: Wie setzen Sie die Portfolios technisch und organisatorisch um?

Härtling: Die Umsetzung erfolgt über ein spezialisiertes Partnernetzwerk: MFC Service GmbH Deutschland stellt als Asset Manager und Haftungsdach den regulatorischen Rahmen als WpIG-Institut, IIINITY GmbH Altötting liefert die durch 3Pace AI & Developement GmbH Leipzig entwickelten IT- und KI-Systeme, und Liechtenstein Life Insurance, Vaduz liefert die Plattform für langfristige Investment- und Vorsorgelösungen. Zusammen sichern diese Partner die Stabilität, Skalierbarkeit und Effizienz der Portfolios im ersten Schritt über eine nach Kosten und Steuern optimalen Lösung in Deutschland.

finanzwelt: Welche Rolle spielt die Mantellösung und welche Vorteile bietet sie?

Härtling: In der ersten Phase nutzen wir eine Mantellösung, über die steuerliche Aspekte vermögender Klienten optimal strukturiert und berücksichtigt werden können. Sie schafft auf Wunsch lebenslange Planungssicherheit und erlaubt die Integration der KIPortfolios in bestehende Vermögens- und Vorsorgestrukturen.

finanzwelt: Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Härtling: Zukünftig wollen wir auch freie KI-Portfolios anbieten, die unabhängig von exklusiven Strukturen zugänglich sind. Wir planen aufgrund der hohen Nachfrage beispielsweise auch Dividendenportfolios, eine KI gesteuerte Vermögensverwaltung mit Kryptowährungen und Weiteres. Zusammen mit einem starken deutschen Bankpartner soll so ein Angebot entstehen, das KI-gestützte Vermögensverwaltung breiter verfügbar und langfristig skalierbar macht.

finanzwelt: Wie kann ich als Vermittler und Finanzvertrieb oder Bank davon profitieren?

Härtling: Wir öffnen den Zugang zu diesem Produktportfolio. Eine Anbindung zur Aufnahme der Produkte für den eigenen Vertrieb ist über die DGFRP möglich. Wir liefern auch über unseren Partner MFC Service GmbH Deutschland auch die Möglichkeit der Lizenz für die Vermittlung. Also ein Rund-um-Sorglos-Paket, wenn die KI-Vermögensverwaltung dem Kunden angeboten wird. Zudem liefern wir Kurse, Sprechstunden, Community, Schulungen, Webinare und persönliches Coaching zu diesem Thema an. Dabei sind wir jederzeit offen für Gespräche.

Peter Härtling, Experte in der ganzheitlichen Vermögensanlage und Geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Gesellschaft für Ruhestandsplanung mbH, Präsident des Bundesverbandes der Ruhestandsplaner e.V. und Aufsichtsratsvorsitzender der Gubbi AG.