BMW-Aktie testet Jahrestief
12.03.2026

Foto: © pixamo - stock.adobe.com
Die Eskalation im Nahen Osten und die damit verbundenen steigenden Ölpreise belasten deutsche Autobauer derzeit auf mehreren Ebenen. Heute Nacht zogen die Brent-Preise erneut an. Eine Deeskalation wäre wichtig, um den Druck auf die Branche zu verringern.
Steigende Energiepreise treiben die Produktions- und Logistikkosten nach oben, besonders in energieintensiven Industrien wie dem Automobilsektor. Gleichzeitig wächst das Risiko eines Nachfragerückgangs. Wenn Haushalte mehr Geld für Energie und Lebenshaltung ausgeben müssen, wird bei größeren Anschaffungen wie Autos oft zuerst gespart. Gerade im Premiumsegment können Kaufentscheidungen in unsicheren Zeiten schnell verschoben werden.
Zudem erhöhen geopolitische Spannungen und hohe Energiepreise den Transformationsdruck in Richtung Elektromobilität. Die Liste der Belastungsfaktoren ist ohnehin lang. Dazu zählen vor allem der starke Wettbewerb in China sowie Zölle, die die Margen zusätzlich belasten. Laut BMW werden sie die Profitabilität um rund 1,25 Prozentpunkte drücken. 2025 lag die operative Marge bei 5,3 Prozent, für 2026 erwartet das Unternehmen eine Spanne von 4 Prozent bis 6 Prozent. Eine deutliche Gewinnsteigerung stellt BMW damit selbst nicht in Aussicht.
Auch personell steht ein Wechsel bevor. CEO Oliver Zipse tritt im Mai zurück, sein Nachfolger wird Milan Nedeljkovic. Der Wechsel wirkt jedoch weniger wie ein Krisensignal, sondern eher wie ein strategischer Übergang. Mit einem Produktionschef an der Spitze könnte BMW zukünftig stärker auf Effizienz, Skalierung der EV-Plattform und Kostenkontrolle setzen.
Die BMW-Aktie gab am Mittwochmorgen nach und testete das Jahrestief. Gegenüber dem Dezember-Hoch ist der Kurs damit um rund 20% gefallen. Technisch gesehen herrscht Hochspannung.

Marktkommentar von Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro.

Warum wir Ölkonzerne reduzieren









