Seriensieger dank Top-Performern

11.03.2026

Robert und Jonas Beer, Fondsmanager bei Robert Beer Investment GmbH / Foto: © Robert Beer

Performance ist das A und O. Und diese muss nachhaltig gezeigt werden. Robert und Jonas Beer, gemeinsame Fondsmanager des „RB LuxTopic Flex“ bei Robert Beer Investment GmbH, äußern sich dazu im Interview und geben einen Rück- und Ausblick auf das Marktgeschehen.

finanzwelt: Herr Beer, Ihr flexibler, offensiv gemanagter Mischfonds hat sich seit 2020 herausragend entwickelt. Auch 2025 war mit über 20 % Wertzuwachs exzellent. Woran lag‘s?

Robert Beer: Unser seit über 20 Jahren bewährter Selektions-Algorithmus hat 2025 bereits frühzeitig die Gewinner Aktien selektiert. So konnten wir im Fonds genauso von einer höheren Gewichtung europäischer Banken und Infrastrukturtitel profitieren wie auch von dynamischen sowie sehr gut gelaufenen Chiptiteln.

Jonas Beer: Auch der zweite Baustein unserer Strategie, das Risikomanagement, hat 2025 gute Dienste geleistet und den Rücksetzer im Frühjahr abgemildert. Beide Komponenten, die Aktienselektion wie auch die Risikosteuerung, haben zur starken Entwicklung beigetragen.

finanzwelt: Sie haben in den letzten Jahren auf Anleihen komplett verzichtet. Sind Sie so pessimistisch für Anleihen?

Robert Beer: Bonitätsmäßig erstklassige Anleihen liefern aktuell in Euro Renditen unter 3 %. Längere Laufzeiten und High Yields mit entsprechenden Risiken ausgeklammert, wobei auch hier die Risikoaufschläge überschaubar sind. Globale Blue Chip Aktien versprechen langfristig Renditen um die 8 %. Bei einem fairen KGV und einer Dividendenrendite auf Zinsniveau sind langfristig aus unserer Sicht Aktien deutlich attraktiver als Anleihen. Die Schwankungen lassen sich anders besser steuern.

finanzwelt: Stichwort Schwankungen: Wie funktioniert Ihr sehr erfolgreiches Risikomanagement?

Jonas Beer: Aktives Risikomanagement bedeutet bei uns, dass wir unsere Aktienbasis mit Derivatestrategien kombinieren. Fällt durch Risikoreduzierung der Rückschlag in einem fallenden Aktienmarkt geringer aus, so startet das Investment beim nächsten Anstieg von einem höheren Niveau. Diese Optionskomponente hat uns 2020 den größten Verlust erspart. Auch 2008 und 2011 hat diese Put-Strategie die Verluste abgemildert. Und genau das ist das Ziel, abzufedern. Denn ganz vermeiden lassen sich Verlustphasen bei Aktien nur sehr selten. Auch die Korrekturphase im Frühjahr 2025 aufgrund der Zolldiskussion wurde hierdurch abgefedert und unter Performanceaspekten genutzt, vor allem aber für die Anleger erträglicher gestaltet.

finanzwelt: Die Aktienindizes wurden in den letzten Jahren insbesondere durch die großen Tech-Titel getrieben. Die dominanten Werte weisen hohe Gewichtungen auf. Beim S&P machen die Top 5 knapp 30 % aus, beim Dax sogar 45 %. Wie agieren Sie in den Fonds?

Jonas Beer: Beim LuxTopic Flex, dem vermögensverwaltenden global ausgerichteten Mischfonds, verfolgen wir einen anderen Ansatz. Wir haben aktuell um die 60 Aktien im Bestand, mit einer breiten Streuung und einer Vermeidung von Klumpenrisiken. Die Aktien, die sich besser entwickelt haben, weisen hierbei durchaus auch mal über 3 % Gewicht im Fonds auf. Eine Konzentration wie in den Indizes ist jedoch nicht vorgesehen. Wichtig ist uns, in qualitativ ausgezeichnete Unternehmen zu investieren, die gute Marktpositionen innehaben, oftmals Marktführer mit entsprechender Preissetzungsmacht sind und stabile, steigende Gewinne aufweisen. Und dies nicht nur aus einer Branche, sondern aus den global wichtigsten Sektoren.

finanzwelt: Europa ist im letzten Jahr deutlich besser gelaufen als die US-Indizes. Setzt sich der Trend fort oder kommen jetzt wieder die USA?

Robert Beer: Im RB LuxTopic Aktien Europa haben wir ein KGV von etwa 13, eine Dividendenrendite von ca. 4%, eine attraktive Cashflow-Rendite. Die Bewertungsparameter stimmen, die Unternehmen sind global aktiv und haben starke Marken. Derzeit fließt viel Geld nach Europa. Das Investitionsprogramm in Deutschland verspricht zudem einen Paradigmenwechsel, während die USA nicht nur politisch schwerer zu berechnen, sondern auch teurer sind. Daher kann sich der Trend noch eine ganze Weile fortsetzen. Generell gilt jedoch: Wir investieren in Unternehmen, nicht in Länder. Europa wird zudem weiterhin unterschätzt und hat noch deutliches Aufholpotenzial. Auch die Währungsseite spricht für Europa. So hat die Abwertung des USD viele Kursgewinne in US-Aktien zunichte gemacht. Aus amerikanischer Sicht ist dies ebenfalls attraktiv. Der Rückenwind kann aufgrund der politischen Gemengelage noch länger anhalten.

finanzwelt: Zuletzt hat die US-Intervention in Venezuela für Schlagzeilen gesorgt. Wo sehen Sie die größten Chancen und Risiken derzeit?

Robert Beer: In den USA und anderen Ländern laufen die gigantischen Investitionen in Künstliche Intelligenz, in Deutschland beginnt das enorme Konjunkturprogramm erst zu wirken. Auch China hat mit einem Investitionsprogramm vor einiger Zeit für einen Stimulus gesorgt. Es ist daher durchaus wahrscheinlich, dass die Weltwirtschaft weiterhin ordentlich wächst und die Kapitalmärkte im positiven Fahrwasser bleiben. Vielleicht kommt sogar zusätzlicher Rückenwind hinzu. Ein Ende des Ukraine-Kriegs wäre so ein Impuls, eventuell überrascht aber auch Deutschland mit höheren Wachstumsraten. Die Unternehmen stehen sehr solide da, die Übernahmeaktivität steigt, das Vertrauen wächst.

Jonas Beer: Korrekturen sind immer möglich, wir sind mit unserer Strategie gut aufgestellt und vorbereitet. Unsere Aktienselektion hat 2025 sehr flexibel und variabel reagiert, aber auch die 21 Jahre vorher sehr gute Dienste geleistet. Dank dieses fortlaufenden Algorithmus und der damit verbundenen Stringenz sowie Flexibilität sind wir überzeugt, auch heute und in den kommenden Jahren hervorragende Ergebnisse für unsere Anleger zu erzielen.

finanzwelt: Herr Beer, seit gut einem Jahr ist Ihr Sohn Jonas mit im Unternehmen tätig. Wie haben Sie die Eingliederung erlebt und wie lange wollen Sie noch an Bord bleiben?

Robert Beer: Für mich bedeutet Fondsmanagement nicht Arbeit, sondern Leidenschaft. Dennoch muss man rechtzeitig die Weichen stellen. Die Zukunft und langfristige Unabhängigkeit ist mit Jonas gesichert, was für mich, aber auch für die Angestellten und vor allem Investoren eine positive Botschaft ist. Noch mehr freut mich aktuell, dass die Arbeit im Unternehmen extrem viel Spaß macht. Dank neuer Ideen und Weiterentwicklungen wird die bisher getätigte Arbeit bestätigt und auf ein neues Niveau gehoben. Wir werden gemeinsam noch viel Erfolg in den kommenden Jahren haben.

Jonas Beer: Die Basis hat mein Vater Robert vor über 20 Jahren gelegt, die Fonds sehr gut gemanagt und zum heutigen Erfolg geführt. Eine erfolgreiche Strategie mit einem starken Team konsequent fortzusetzen und weiterzuentwickeln, ist ein großer Ansporn. Neben der Performance sprechen auch die Mittelzuflüsse dafür, dass uns dies gelingt und wir noch mehr Anleger von unserer exzellenten Strategie überzeugen können. (ah)