ESG und die Kreislaufwirtschaft: Gebrauchte Industriemaschinen als nachhaltige Asset-Strategie

11.03.2026

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Mit dem Kürzel ESG fasst man im Bereich unternehmerischer Tätigkeit die Berücksichtigung von Kriterien der Umweltverträglichkeit, ihrer sozialen Auswirkungen und der Transparenz der Unternehmensführung zusammen. Dabei handelt es sich nicht nur um Willensbekundungen, sondern mehr und mehr um handfeste wirtschaftliche Größen, die Unternehmen bei der Ausrichtung von Investitions- und Geschäftspraktiken in den Blick nehmen müssen.

Doch es geht hier nicht nur um die Reputation von wirtschaftlichen Akteuren, sondern um konkrete ökonomische und Wettbewerbsvorteile. Ein Beispiel ist der Fokus auf die Kreislaufwirtschaft etwa bei großen Investitionen wie dem Kauf von Industriemaschinen.

ESG als strategischer Faktor bei Investitionen

Die an “environmental, social und governance”, Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung orientierten Prinzipien von ESG sind einerseits eine Weiterentwicklung der normativen Ideen einer unternehmerischen Verantwortung für die Gesellschaft, wie sie seit den 1970ern entwickelt wurden.  Zum anderen gehen sie aber über moralische Vorgaben in den Bereich der unternehmerischen Klugheit hinaus: ESG bezieht sich auf die genuin ökonomischen Vorteile von gesellschaftlich verantwortlichem, transparentem und nachhaltigem Unternehmensverhalten.

Denn ESG richtet sich nicht nur an Firmen, sondern dient auch Investoren und Banken zunehmend als Richtschnur für Finanzentscheidungen. Ob Investitionen getätigt und zu welchen Konditionen Darlehen gewährt werden, kann sich damit auch an diesen Kriterien orientieren. So wird die Ausrichtung eines Unternehmens an ESG-Kriterien zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil.

ESG und Kreislaufwirtschaft: natürliche Verbündete

Der Aspekt von ESG, der am einfachsten in wirtschaftlichen Vorteil umzumünzen ist, ist die Nachhaltigkeit. Hier kann sich ein an ESG-Prinzipien orientiertes Unternehmen gegenüber Investoren, Kunden und Bankinstituten als verantwortungsbewusst platzieren, indem es beispielsweise bei Anschaffungen an die Kreislaufwirtschaft anschließt. Refurbishiung, die Wiederaufbereitung von gebrauchten Maschinen, spart Ressourcen für die Neuproduktion und dem Unternehmen Geld bei der Beschaffung. So lassen sich ökologisches Denken und Profit verbinden.

Das gilt für kleinere, aber auch für größere Industriemaschinen wie Werkzeugmaschinen. Professionelle Maschinenhandelsunternehmen spezialisieren sich bereits seit mehreren Jahren auf den Ankauf, die Wiederaufbereitung und den Weiterverkauf von Industriemaschinen von Herstellern wie emco, dmg mori und anderen. Ein hochwertiges Originalmodell erhöht dabei die Chancen, dass die Maschine auch in gebrauchtem Zustand gute Dienste tut. Und für die Qualität des Refurbishings sorgen Testläufe bei den Anbietern vor Ort und die Möglichkeit, die Maschine vor dem Kauf von betriebseigenen Technikern untersuchen zu lassen.

Das genannte Beispiel zeigt, wo ESG sich von älteren Modellen der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) unterscheidet. Stand dort oft der moralische Appell wirtschaftlichen Interessen entgegen, geht es bei ESG um eine Win-Win-Situation: Durch die Weiterverwertung der Maschinen werden Ressourcen und Energie zur Produktion von Neumaschinen eingespart; das Unternehmen, das sie gebrauchten Maschinen erwirbt, profitiert von geringeren Preisen und erhöhter Reputation; und mit dem Maschinenhandelsunternehmen ist ein weiterer Akteur zwischengeschaltet, der für Umsätze und Arbeitsplätze sorgt. So ist der Umwelt und der Wirtschaft geholfen.

Gebrauchte Industriemaschinen als Asset-Strategie

Mit gebrauchten Industriemaschinen, im Maschinenbau etwa CNC-Drehmaschinen, Fräsen oder CNC-Bearbeitungszentren, wie sie Firmen von Herstellern wie Mazak oder emco bei Mach 4 Metal finden, können Unternehmen eine nachhaltige Asset-Strategie verfolgen. Doch hier gilt wie bei allen Strategien, dass man sich der Risiken ebenso bewusst sein sollte wie den Vorteilen.

Klar ist: Vom Reputationsstandpunkt aus ist die ESG-konforme Beschaffung wiederaufbereiteter Maschinen ein Plus. Es fallen so weniger Emissionen und weniger Abfall an. Allerdings müssen sich Unternehmen auch deutlich machen, dass auf die Maschinen in der Regel keine Garantie gegeben wird. Das bedeutet vor allem, dass ein hohes Gewicht auf den Test der Maschine vor dem Kauf gelegt werden muss. Die bestehenden Reparaturen sollten dokumentiert sein, Techniker sollten das neue Gerät auf Herz und Nieren prüfen und sich dabei die Zeit nehmen, die sie brauchen, denn der Kauf erfolgt “wie gesehen”. Zwar hat auch der Gebrauchtmaschinenhändler einen natürlichen wirtschaftlichen Anreiz, sauber zu arbeiten – hieran hängt seine Reputation. Zu sehr darauf verlassen sollte sich der Käufer aber nicht, denn dazu ist die Anschaffung auch gebrauchter Industriemaschinen in der Regel eine zu große Investition.