Places-to-be
11.03.2026

Foto: © Robiul - stock.adobe.com
Sind die Vereinigten Staaten immer noch der einzige Ort, der für Investoren glückseligmachend ist? KI ist zweifelsohne ein Megathema und die USA der Vorreiter dieser epochalen Entwicklung. Doch 2025 lehrte uns, dass auch andere Regionen beziehungsweise Länder für Kapitalmarktinvestments interessant sind. Das könnte sich 2026 bestätigen.
Blickt man auf die Wertentwicklungen der Börsen im vergangenen Jahr, so ist das Zugpferd nicht in den Vereinigten Staaten zu finden. Ja, man liest viel von S&P 500, Nasdaq und die Performances waren gut. Aber das Rennen machten andere. Insbesondere der europäische Kontinent und Teile Asiens haben eine bessere Figur 2025 abgegeben. Setzt sich dieser Trend im neuen Jahr fort? Unter der Prämisse, dass der US-Dollar weiter schwächelt, d. h. abwertet, dürften US-Investments nicht unbedingt die erste Wahl sein. Nutznießer wären unter anderem die Schwellenländer. Börsen, die 2025 außerordentlich gut gelaufen sind, waren Südkorea und Vietnam.
Südkorea/Vietnam
Höhenflug des südkoreanischen KOSPI. Der Leitindex notiert aktuell (06.01.) auf Rekordhoch bei mehr als 4.400 Punkte und hat im Vergleich zum gleichen Zeit punkt des letzten Jahres um circa 80 % zugelegt. Südkorea ist ein Exportland, geprägt von internationalen Marken, Halbleiterfertigung und entwickelter Elektronik. Das Land hat den Wandel hin zu einem wesentlichen Innovationszentren der Welt längst eingeleitet. Die Regierung hat Milliardenprogramme zur Förderung von KI, Robotik und Biotechnologie aufgelegt. Insofern sind die Indexstände zwar absolut hoch, bergen aber immer noch Potenzial für weiteres Wachstum.
Ähnlich durch die Decke ging es mit der Börse in Vietnam. Der VN ist im vergangenen Jahr um ca. 44 % gestiegen und liegt aktuell bei rund 1.800 Punkten. Vietnams Wirtschaft ist 2025 um 8 % gewachsen. Grund dafür sind der erstarkte private Konsum, Infrastruktur investitionen sowie Exporte. Selbst die US-Zölle haben vergleichsweise wenig Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum. Auch für Vietnam gilt: Ein kleinerer Markt mit langfristig guten Wachstumschancen. Insofern könnte auch diese Rally eine Fortsetzung im Jahr 2026 erfahren. Schwankungen müssen Investoren natürlich ertragen können – diese bieten aber auch die Möglichkeit des Nachkaufs.
Spanien
Der spanische IBEX 35 ist rückblickend von 2025 bis heute von ca. 12.000 Zäh lern auf mehr als 17.500 gestiegen. Spanien liegt damit auf dem europäischen Festland weit vorne. Wie ist das zu erklären? Nach vor Jahren war Spanien, ähnlich wie Italien, ein Sorgenkind. Doch im Börsenindex sind überwiegend Finanzinstitute und Energieunternehmen gelistet. Beide Sektoren konnten im vergangenen Jahr gut punkten. Auch volkswirtschaftlich kann sich die Leistungsbilanz der Iberer sehen lassen. Während wir hierzu lande immer Horrormeldungen über zusätzliche Arbeitsplatzverluste lesen, herrscht in Madrid eher Zuversicht. Die Wirtschaft wächst kräftig – im Gegensatz zu Deutschland und anderen Ländern der Eurozone. Die EU-Kommission traut Spanien immerhin ein Wirtschaftswachstum von 2,2 % zu. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren geschrumpft. Für 2026 wird ein Miniwachstum erwartet. Auch im europäischen Vergleich liegt das Land weiterhin deutlich über dem durchschnittlichen BIP-Wachstum, das die EU-Kommission für beide Jahre auf jeweils 1,4 % beziffert.

Österreich
Mit einem Plus von 45 % hat der österreichische ATX im vergangenen Jahr gezeigt, das mit unseren Nachbarn durchaus zu rechnen ist. Österreich sticht nicht nur kulinarisch durch Wiener Schnitzel, Kaiserschmarrn & Co. hervor, sondern hat auch ausgezeichnete Unternehmen. Das Land profitierte von einer soliden Entwicklung in Osteuropa sowie von einer positiven Marktstimmung. Die Finanzwerte, insbesondere die Bankaktien, waren die treibenden Kräfte hinter der Kursrally, während nur wenige der 20 ATX-Titel eine negative Jahresperformance aufwiesen. Laut Germany Trade & Invest (GTAI) soll das BIP 2026 um 0,9 und 2027 um 1,2 % jeweils gegenüber dem Vorjahr wachsen. „Banken und Wirtschaftsinstitute erwarten überwiegend einen moderaten Aufwärtstrend für die Gesamtwirtschaft. Investitionen und Konsum stützen mit Zuwächsen die konjunkturelle Erholung. Die Produktionserwartung für die kommenden zwölf Monate ist laut Einkaufsmanagerindex der UniCredit Bank Austria von November 2025 mit 59,2 Punkten klar positiv“, so das GTAI in einer Analyse vom Dezember 2025.
Was sagt uns diese kurze Reise?
Es gibt Hotspots auch außerhalb der Vereinigten Staaten. Insbesondere mit Blick auf die Bewertungen vieler KI-Unternehmen in den USA sind ihre Wettbewerber aus Asien günstiger und mitunter ebenso gut aufgestellt. Das beflügelt die Märkte in Fernost. Südkorea ist ein Beispiel. 2026 könnte auch China interessanter werden. Und diejenigen, die eher ihr Glück in Europa suchen, seien die Märkte in Madrid und Wien ans Herz gelegt. (ah)

Seriensieger dank Top-Performern










