Digital Payment immer beliebter an den Börsen
06.01.2026

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Die Umstellung auf bargeldloses Bezahlen ist nicht von ungefähr im vollen Gange. Schließlich bietet Digital Payment für die Verbraucher eine Menge Vorteile – und am Aktienmarkt großes Potenzial. Doch Vorsicht: Nicht alle Anbieter von digitalen Zahlungsmöglichkeiten profitieren gleichermaßen. An der Kasse im Supermarkt wird mit Karte gezahlt, oft auch schon mit dem Smartphone. Das mag einigen noch nicht ganz geheuer sein. Doch Fakt ist: Bargeld als Zahlungsmittel verliert zunehmend an Bedeutung.
In Deutschland werden schon rund 50 Prozent des alltäglichen Zahlungsverkehrs digital abgewickelt. Das heißt: Geld wechselt den Besitzer, ohne das dabei Münzen oder Scheine real über den Verkaufstresen „wandern“. Das hat Vorteile, der Zahlungsverkehr läuft nahezu realtime, das Geld muss nicht gezählt und später gar von A nach B transportiert werden.
Bargeld ist teuer
Noch sind hierzulande allerdings viele Geldtransporter unterwegs. Allein der Marktführer besitzt nach Eigenauskunft über 900 gepanzerte Fahrzeuge, die bundesweit unterwegs sind und dabei im Schnitt zusammen so um die 500 Millionen Euro transportieren – und das tagtäglich. Das kostet nicht nur Geld, sondern ist auch ein Sicherheitsrisiko, wie die Überfälle auf Geldtransporter zeigen.
Digital Payment ist auf dem Vormarsch
Natürlich ist auch das digitale Zahlen, auf Englisch Digital Payment, mit Gefahren verbunden, wie Angriffe durch Cyberkriminelle belegen. Doch die Hürden für einen „digitalen Raubzug“ sind deutlich schwerer zu überwinden – und sie können Cybersecurity-Unternehmen abgewehrt werden. Wie auch immer: Das Digital Payment gewinnt zunehmend an Fahrt, während auf der anderen Seite Bargeld an Bedeutung verliert; in anderen Ländern noch weitaus rasanter als hierzulande. So werden etwa in Schweden schon rund 90 Prozent des alltäglichen Zahlungsverkehrs digital abgewickelt. Im Rosenbad, dem Regierungssitz der schwedischen Regierung, wird sogar schon offen über eine vollständige Abschaffung des Bargeldes nachgedacht. Soweit ist man im restlichen Europa zwar noch nicht, doch mit der Einführung des digitalen Euros ist der Weg dahin offen. Der digitale Euro soll ab 2029 das Zahlungssystem in Europa zumindest ergänzen, parallel zum Bargeld. Einmal eingeführt, so die Befürchtung der Kritiker und die Hoffnung der Befürworter, wäre es allerdings nur konsequent, dass Bargeld sukzessiv einzuziehen und durch die digitale Variante vollständig zu ersetzen.
Digital Payment gewinnt an Bedeutung – auch an der Börse
Das Digital Payment ist damit auch am Aktienmarkt hochaktuell. Das zeigt etwa der Börsengang von Klarna vor wenigen Tagen. Die Emission des schwedischen Anbieters von digitalen Zahlungsabwicklungen war mehrfach überzeichnet, das Interesse also sehr groß. Die Anleger unterstellen damit ein lang anhaltend hohes Wachstum, sprich: sie sind positiv für die Branche des Digital Payments gestimmt. Doch Vorsicht: Auch wenn die Umstellung auf den digitalen Zahlungsverkehr läuft und kaum noch aufzuhalten ist, in den zurückliegenden Jahren kam es, zumindest an der Börse, auch zu Rückschlägen. Große Anbieter des Digital Payments wie beispielsweise Paypal mussten Federn lassen. Beobachter führen das vor allem auf den wachsenden Konkurrenzdruck zurück, der die Margen der Unternehmen unter Druck bringt. Schließlich haben auch viele traditionelle Banken das Potenzial erkannt und mischen nun mit, bieten eigene Lösungen für den digitalen Zahlungsverkehr an. Eine solche ist etwa Wero, ein Gemeinschaftsprojekt von über 20 europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern; last but not least die üblichen US-Techwerte. Auch Amazon, Apple und Alphabet haben schon längst Online-Bezahlsysteme am Markt etabliert.
Das sollten Anleger beachten
Auch wenn nicht all diese Bezahlsysteme im Alltag zweckdienlich sind – der Supermarkt nebenan wird nur eine begrenzte Auswahl an Anbietern haben. Die Konkurrenz schläft nicht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Digitale Zahlungssysteme laufen immer, 24 Stunden, sieben Tage in der Woche. Doch nicht alle Unternehmen im Bereich Digital Payment verdienen dabei kräftig.
Ein Beitrag von Dr. Markus C. Zschaber, Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft in Köln

Dr. Markus Zschaber / Foto: © V.M.Z

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