Drei Lektionen in Sachen Karriereerfolg, die uns die Winterolympiade lehrt

27.01.2026

Foto: © Hopscotch System Europe

Hogan Assessments hat die komplexen Leistungsmechanismen der Olympischen Spiele analysiert und dabei drei wichtige Faktoren ausgemacht, die auch für die Entfaltung Ihres beruflichen Potenzials von Bedeutung sind.

Ein einziger Fehler. Ein Wimpernschlag. Ein Leben, das entweder als Triumph oder Fiasko in das kollektive Gedächtnis eingeht. Ein Lied davon singen kann Lindsey Jacobellis, deren verfrühter Jubel sie bei den Olympischen Winterspielen 2006 doch noch die Goldmedaille kostete. Aber es geht auch umgekehrt: Yuzuru Hanyu vollführte unter enormem Druck ein makelloses Programm, kam zu olympischem Ruhm und seine Karriere wurde über Nacht neu definiert. Die Olympischen Winterspiele verzeihen nichts – Karrieren aber eben auch nicht. In beiden Fällen entscheiden Vorbereitung, Persönlichkeit und Leistung unter Druck über Sieg und Niederlage.

Angesichts der abermals bevorstehenden Winter-Olympiade hat Hogan Assessments – weltweit führender Anbieter im Bereich Persönlichkeitsbeurteilung am Arbeitsplatz und Führungsberatung – die olympische Leistung unter die Lupe genommen, um drei Strategien herauszuarbeiten, die Berufstätige zugunsten ihrer Karriere nutzen können.

Gewissenhaftigkeit: Die wenig inspirierende Tugend hinter kontinuierlichem Erfolg

Olympiasiegerinnen und -sieger sind nicht einfach nur außerordentlich talentiert. Sie trainieren mit unermüdlicher Disziplin. Gewissenhaftigkeit – ein Persönlichkeitsmerkmal, das mit Zuverlässigkeit, Organisation und Selbstkontrolle einhergeht – ist ein verlässlicher Indikator für dauerhaft hohe Leistungen, ob auf dem Eis oder im Büro. Gemäß dieser Studie ist Gewissenhaftigkeit über verschiedenste Funktionen und Branchen hinweg einer der stärksten Persönlichkeitsindikatoren für die Leistung im Job.

Besonders gewissenhafte Athletinnen und Athleten trainieren länger, erholen sich effizienter und machen weniger vermeidbare Fehler. Fachkräfte mit derselben Eigenschaft leisten hochwertigere Arbeit, halten Fristen ein und gewinnen schneller Vertrauen.

„Gewissenhaftigkeit bedeutet nicht, eine Woche lang härter zu arbeiten. Es geht darum, jeden Tag vorbereitet zur Stelle zu sein“, so Dr. Ryne Sherman, Chief Science Officer bei Hogan Assessments und Co-Host im The Science of Personality Podcast. „Im Führungsbereich und in der beruflichen Laufbahn ist diese Tugend ein zuverlässiger Indikator dafür, auf wen sich die Menschen in Drucksituationen verlassen können.“

Den Fokus nicht verlieren

Beobachten Sie mal einen Abfahrtskifahrer im Starthaus: Mit Kopfhörern in den Ohren und geschärftem Blick wird der Rest der Welt vorübergehend ausgeblendet. Fokus ist nicht optional – er ist Voraussetzung. Studien belegen, dass die geistige Vorstellungskraft und Konzentrationstechniken die Leistung um bis zu 23 % steigern können – besonders unter hohem Druck (Frontiers in Psychology).

Olympioniken visualisieren ihren Erfolg lange bevor sie tatsächlich aufs Treppchen steigen – das baut Nervosität ab und schärft den Fokus. In entscheidenden Momenten können – und sollten – Fachkräfte dasselbe tun. Etwa beim Vorstellungsgespräch, bei der Vorstandspräsentation oder bei wichtigen Verhandlungen.

„Fokussierung ist eine Fähigkeit, die von der Persönlichkeit ausgeht“, fügt Dr. Sherman hinzu. „Menschen, die ihre Schwächen kennen und wissen, wie Stress ihr Verhalten beeinflusst, können besser mit Ablenkungen umgehen und im entscheidenden Moment Bestleistungen abrufen.“

Entschlossen konkurrieren, smart kooperieren

Die Olympischen Spiele bilden ein Paradoxon ab: Hier gehen gnadenlose Konkurrenz und ehrliche Kameradschaft Hand in Hand. Athletinnen und Athleten wollen sich gegenseitig überbieten und tauschen doch wertvolle Einblicke, ermunternde Worte und respektvolle Gesten aus. Dieselbe Dynamik unterscheidet eine gesunde von einer toxischen Unternehmenskultur. Unternehmen, die Zusammenarbeit fördern, erbringen mit einer fünfmal höheren Wahrscheinlichkeit auch die besseren Leistungen. Das besagen Daten des Harvard Business Review.

Top-Fachkräfte wissen, wann es Zeit für Wettbewerb und wann für Partnerschaft ist. „Je nach Persönlichkeit finden die Menschen ein Gleichgewicht aus Ambition und Kooperation“, so Dr. Sherman. „Die erfolgreichsten Führungskräfte konkurrieren, ohne alle Brücken hinter sich abzubrechen, weil sie wissen, dass langfristiger Erfolg niemals ein Solo-Sport ist.“

Die Geschichte liefert uns den passenden Beweis, dass Laufbahnen – ähnlich wie olympische Momente – selten durch einen einzigen Sieg definiert werden. Vielmehr geht es um Widerstandsfähigkeit, Eigenwahrnehmung und anhaltende Leistungen. Bei den Olympischen Spielen 1988 sprang der britische Skispringer Eddie „The Eagle“ Edwards nur auf den letzten Platz und wurde trotzdem zur weltweiten Ikone, indem er seine Grenzen erkannte und seine Stärken einzusetzen wusste. Er gewann zwar keine Medaille, veränderte dafür aber die Regeln des Sports und hinterließ so ein bleibendes Vermächtnis. „In der Geschäftswelt ist die Lektion eindeutig: Zu wissen, wer wir sind, wie wir unter Druck performen und wie andere uns erleben, kann den Unterschied zwischen einem flüchtigen Moment und langfristigem Erfolg bedeuten. Denn letztendlich gelingen Karrieren nicht zufällig. Sie entstehen aus Erkenntnissen, Entschlossenheit und einer Persönlichkeit, die zur Höchstleistung antreibt“, fasst Dr. Sherman zusammen.