Drohnenversicherung im Check
21.09.2026

Foto: © anatskwong - stock.adobe.com
Fünf Irrtümer beim Versicherungsschutz
Gerade weil sich viele Tarife auf den ersten Blick ähneln, halten sich einige Annahmen zur Drohnenversicherung hartnäckig:
· Meine Privathaftpflicht reicht automatisch aus
· Mini-Drohnen brauchen keine Versicherung
· Jede Drohnenversicherung bietet denselben Schutz
· Social-Media-Aufnahmen gelten immer als private Nutzung
· Auslandsschutz ist grundsätzlich enthalten
Viele dieser Annahmen halten einer genaueren Prüfung nicht stand. Je nach Nutzungsart, Fluggebiet und Versicherungsbedingungen können sich die Anforderungen deutlich unterscheiden. Im Schadensfall können daraus Versicherungslücken oder Leistungsausschlüsse entstehen. Besonders anschaulich wird das beim Auslandsschutz. Ein Tarif kann einen weltweiten Geltungsbereich ausweisen und dennoch einzelne Länder ausschließen. In der aktuellen Auswertung sind die USA und Kanada bei 36 von 41 Varianten nicht vom weltweiten Schutz umfasst. Auch die Grenze zwischen privater und gewerblicher Nutzung kann relevant werden. Bei einzelnen untersuchten Privatpolicen ist eine nebenberufliche oder gewerbliche Tätigkeit beispielsweise nur bis zu einem Jahresumsatz von 20.000 Euro eingeschlossen. Wird diese Grenze überschritten, ist ein entsprechender Gewerbetarif erforderlich.
Warum ein reiner Preisvergleich zu kurz greift
Auf dem Markt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Drohnenversicherungen zu vergleichen. Häufig stehen dabei Jahresbeitrag und Deckungssumme im Mittelpunkt. Wer ausschließlich danach auswählt, überspringt jedoch den wichtigsten Schritt: zunächst zu klären, welche Versicherung für den konkreten Einsatz überhaupt benötigt wird. Ein Freizeitpilot stellt andere Anforderungen an seinen Versicherungsschutz als ein gewerblicher Nutzer. Wer seine Drohne im Ausland mitnimmt, muss andere Punkte beachten als jemand, der ausschließlich in Deutschland fliegt. Auch Rehkitzrettung, landwirtschaftliche Einsätze, Social-Media- Projekte oder der gleichzeitige Betrieb mehrerer Drohnen können Auswirkungen auf den benötigten Schutz haben. Ein günstiger Tarif kann deshalb für einen Piloten genau richtig und für einen anderen ungeeignet sein. Der sinnvolle Vergleich beginnt nicht beim Preis, sondern beim eigenen Bedarf.
Erst den Bedarf klären, dann Tarife vergleichen
Genau an dieser Stelle setzt der neue Spezialrechner von Drohnen-Camp an. Statt lediglich vorhandene Tarife nach Preis und Deckungssumme gegenüberzustellen, können Nutzer zunächst ihren geplanten Einsatzzweck eingrenzen und ermitteln, welche Versicherungsart für ihren Anwendungsfall infrage kommt. Erst anschließend werden passende Angebote miteinander verglichen. „Die wichtigste Frage lautet nicht: Welche Versicherung ist die günstigste? Die wichtigste Frage lautet: Welche Versicherung brauche ich überhaupt? Genau an dieser Stelle entstehen viele Fehlentscheidungen. Der Rechner hilft zunächst dabei, den tatsächlichen Versicherungsbedarf zu bestimmen. Erst danach werden passende Angebote verglichen“, erklärt Markert. In den Vergleich fließen derzeit 24 eigenständige Tarife von sieben unabhängigen Versicherern und Vermittlern ein: Alte Leipziger, Degenia, GVO, HDI, Helden.de, NV Versicherung und Zurich. Insgesamt werden 41 Preisvarianten berücksichtigt, die sich unter anderem nach Deckungssumme und weiteren Tarifmerkmalen unterscheiden. Ergänzend ist die Drohnen-Camp-Plus-Mitgliedschaft mit eigenen Versicherungsleistungen hinterlegt. Sie ist nicht in die Auswertung der sieben unabhängigen Anbieter eingeflossen.
Orientierung statt Tarifdschungel
Die Informationsseite zur Drohnenversicherung wurde ebenfalls erweitert. Unter https://drohnen-camp.de/drohnen-versicherung/ finden Drohnenpiloten Informationen zu Versicherungsarten, gesetzlichen Anforderungen und typischen Fehlerquellen sowie den neuen Spezialrechner. „Viele Menschen investieren viel Zeit in die Wahl ihrer Drohne, aber nur wenig Zeit in die Wahl ihrer Versicherung. Dabei kann genau diese Entscheidung im Ernstfall wichtiger sein als jede technische Ausstattung“, so Markert. (mho)

Nur jeder siebte Tarif erreicht die Bestnote



