DWS: 19 Mio. Dollar Strafe für Greenwashing

29.09.2023

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Die US-Börsenaufsicht SEC hat den Vermögensverwalter DWS wegen Greenwashing mit einer Geldstrafe in Höhe von 19 Mio. Dollar belegt. Der Investmenttochter der Deutschen Bank war vorgeworfen worden, die Öffentlichkeit bei der Umsetzung der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie getäuscht zu haben. Zudem gab es von der SEC eine Strafe in Höhe von sechs Mio. Dollar wegen mangelhafter Geldwäschekontrolle.

Angestoßen wurden die Greenwashing-Vorwürfe bereits im vergangenen Jahr durch die Whistleblowerin Desirée Fixler, die bei der DWS zwischen Juni 2020 und April 2021 als Nachhaltigkeitsbeauftragte arbeitete. 2022 hatte sie damit begonnen, ihren Ex-Arbeitgeber öffentlich zu kritisieren. Demnach hätte die DWS ihre als nachhaltig beworbenen Fondsprodukte umweltfreundlicher dargestellt, als sie in Wirklichkeit waren. Infolge der Debatte musste DWS-Chef Asoka Wöhrmann das Unternehmen verlassen.

„Die DWS hatte damit geworben, dass ESG in ihrer ‘DNA’ liegt. Aber wie die SEC-Anordnung feststellt, haben es die Anlageexperten versäumt, die ESG-Anlageprozesse zu befolgen, die das Unternehmen vermarktet hat”, sagte Sanjay Wadhwa, Deputy Director der SEC Division of Enforcement.

Obwohl den Fondsmanagern fast alle ESG-Daten der Unternehmen, in denen die DWS investiert war, zur Verfügung gestanden hätten, seien diese Daten nicht in die Investitionsentscheidungen eingeflossen. Die ESG-Kriterien legen Regeln für nachhaltige Anlagen in den Bereichen Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (gute Unternehmensführung) fest. Darüberhinaus hätte es die DWS versäumt, ein Programm zur Bekämpfung der Geldwäsche für Investmentfonds zu entwickeln.

In einem Statement zu den „Einigungen mit der amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC” erklärte die DWS unter anderem: „Die Anordnung macht deutlich, dass es keine betrügerische Absicht gab und dass die festgestellten Schwachstellen sich auf Prozesse und Vorgehensweisen beziehen, zu deren Verbesserung das Unternehmen bereits Maßnahmen ergriffen hat… In einem sich ständig weiterentwickelnden regulatorischen Umfeld haben wir viel gelernt und haben den Anspruch, uns kontinuierlich weiter zu verbessern”, so die DWS. (mho)

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