Extremwetter nimmt zu
16.02.2026

Foto: © xadartstudio - stock.adobe.com
Mit dem Klimawandel nehmen Naturgefahren wie Starkregen, Hochwasser und Überschwemmungen sowohl an Häufigkeit als auch an Intensität zu. Dennoch sind viele Häuser und Wohnungen weiterhin unzureichend auf Extremwetterereignisse vorbereitet. Das zeigt der AXA Präventionsreport.
Jeder Fünfte (20 Prozent) in Deutschland fühlt sich nicht gut vorbereitet auf Naturgefahren wie Starkregen oder Hochwasser. Vier von zehn Befragten (40 Prozent) geben an, sich eher gut bis sehr gut vorbereitet zu fühlen. Auffällig: Männer schätzen ihre eigene Vorbereitung deutlich besser ein als Frauen (46 vs. 35 Prozent).
Auch zwischen den Generationen zeigen sich Unterschiede. Das größte Selbstbewusstsein in Bezug auf die eigene Vorbereitung zeigt die Generation der Babyboomer: 47 Prozent der 61- bis 79-Jährigen geben an, sich gut auf Starkregen und Hochwasser vorbereitet zu fühlen. In der Generation X im Alter zwischen 45 und 60 Jahren sind es hingegen nur 36 Prozent.
Trotz zunehmender Extremwetterereignisse unterschätzt ein großer Teil der Bevölkerung das persönliche Risiko. Jeder Zweite (50 Prozent) hält Schäden durch Hochwasser oder Starkregen in den kommenden zehn Jahren für eher bis sehr unwahrscheinlich. Auch unter Immobilieneigentümer:innen ist diese Einschätzung weit verbreitet (47 Prozent).
Entsprechend gering ist die Bereitschaft, in Prävention zu investieren: Mehr als die Hälfte der Eigentümer (54 Prozent) stimmt der Aussage zu, dass das Risiko von Schäden durch Naturgefahren zu gering sei, um dafür gezielt in Umbaumaßnahmen zu investieren.
„Wir dürfen uns von einem vergleichsweise ruhigen Jahr 2025 nicht täuschen lassen. Extremwetterereignisse bleiben ein reales Risiko – und sie kommen meist plötzlich und überraschend für die Menschen. Prävention entscheidet darüber, ob Starkregen und Hochwasser zu einem beherrschbaren Ereignis werden oder existenzielle Folgen haben“, sagt Dr. Marc Daniel Zimmermann, Vorstand Sachversicherung bei AXA Deutschland.
Die geringe Risikowahrnehmung spiegelt sich auch in der Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen wider. Nur eine absolute Minderheit von vier Prozent der Eigentümer verfügt über ein Hochwasserschutzsystem wie eine Schutzmauer oder mobile Schutzwände. Lediglich rund jeder dritte Eigentümer (32 Prozent) verfügt über verschließbare Kellerfenster. Dabei können diese im Falle von Starkregen und Hochwasser entscheidend sein, um den Keller vor Wassereintritt zu schützen. Nach wie vor verfügen viele Keller nur über offene Fenstergitter. Im Idealfall verfügen Häuser aber über verschlossene Kellerfenster, die auch hochwasserdicht sind. Noch seltener sind Rückstauklappen: Nur 18 Prozent der Eigentümer haben dieses Bauteil installiert. Es verhindert, dass Abwasser bei Starkregen über die Kanalisation ins Gebäude zurückfließt. Ohne Rückstauklappe können Gebäude leicht auch von innen überschwemmt werden. Zurückfließendes Abwasser verursacht nicht nur enorme Sachschäden, sondern stellt auch eine zusätzliche Gesundheitsgefährdung für alle Bewohner dar.
Besonders auffällig: Wer angibt, dass er sich gut oder sehr gut auf Naturgefahren, wie Starkregen oder Hochwasser, vorbereitet fühlt, hat gleichzeitig deutlich seltener als der Durchschnitt einfache Schutzmaßnahmen wie verschließbare Kellerfenster (23 Prozent) oder eine Rückstauklappe (14 Prozent) installiert.
„Noch immer sehen wir zu viele Häuser, in die Wasser nahezu ungehindert in den Keller fließen kann. Dabei lässt sich mit verhältnismäßig einfachen Maßnahmen viel Schaden vermeiden – etwa durch Rückstauklappen, hochwasserdichte Kellerfenster oder bauliche Anpassungen rund ums Haus. Prävention ist kein Luxus, sondern ein zentraler Schutz für Immobilienwerte und damit für die Menschen, die darin leben“, mahnt Dr. Marc Daniel Zimmermann, weiter.
Dabei zeigt die Studie auch: Grundsätzlich sind Viele über die eigene Gefährdung informiert. 63 Prozent der Eigentümer geben an zu wissen, ob ihre Immobilie in einer Hochwasserrisikozone liegt. Ein Drittel (33 Prozent) weiß dies genau, weitere 30 Prozent zumindest ungefähr.
Hochwasserrisikozonen helfen Eigentümer einzuschätzen, wie hoch das Überschwemmungsrisiko für ihre Immobilie ist – und ob gezielte Schutzmaßnahmen sinnvoll oder sogar notwendig sind. Diese Zonierungen berücksichtigen auch ausgetrocknete Flussarme und tieferliegende Bereiche, die bei Starkregen plötzlich wieder zu Wasserläufen werden können – oft dort, wo viele Eigentümer keine akute Gefahr vermuten. (mho)

Globale Länderrisiken sinken









