Globale Länderrisiken sinken

16.02.2026

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Zum dritten Mal veröffentlicht der weltweit führende Kreditversicherer Allianz Trade heute seinen Länderrisikoatlas, der die wirtschaftlichen Aussichten, Risiken und Chancen in 83 Ländern bewertet, die etwa 94 % des globalen BIP ausmachen.

Insgesamt haben die Allianz Trade Volkwirte 36 Länder aufgrund von sinkenden Risiken „heraufgestuft“ und lediglich 14 aufgrund steigender Risiken „herabgestuft“. Entgegen der allgemeinen Erwartung sinken demnach globale Länderrisiken trotz intensiver Handelsspannungen und (geo-)politischen sowie fiskalischer Risiken. Zu den 36 Volkswirtschaften mit verbesserten Ratings gehören unter anderem Argentinien, Ecuador, Ungarn, Italien, Spanien, die Türkei und Vietnam. Unter den Ländern mit inzwischen höheren Risiken sind indes keine Unbekannten.

„Sinkende globale Länderrisiken sind zunächst eine sehr gute Nachricht für die exportorientierte deutsche Wirtschaft“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Allerdings sind unter den 14 Ländern mit steigenden Risiken keine ‚kleinen Fische‘: Insbesondere Frankreich, Belgien und die USA gehören zu den wichtigsten Handelspartnern der Deutschen. Sie machen zusammen rund ein Fünftel der deutschen Exporte aus. Es bleibt also komplex. Die Herabstufung dieser Länder von jeweils AA1 auf A1 bedeutet zwar weiterhin ein insgesamt niedriges Länderrisiko, es deutet aber auf anhaltende und erhebliche mittelfristige Risiken für Unternehmen hin.“

Die Zahl der Länder mit Herabstufungen erscheint mit 14 zwar relativ gering, im Vergleich zu 2024 hat sich diese allerdings von 5 auf 14 allerdings fast verdreifacht. Das fällt nicht nur für Deutschland ins Gewicht, sondern für die gesamte Weltwirtschaft.

„Die Widerstandsfähigkeit nimmt zu, aber in wichtigen Volkswirtschaften bestehen weiterhin Risikokonzentrationen“, sagt Aylin Somersan Coqui, CEO von Allianz Trade.

So hat sich beispielsweise im vergangenen Jahr das mittelfristige makroökonomische Umfeld in sieben Märkten verschlechtert, während sich in 18 Märkten eine Verbesserung abzeichnete.

„Belgien, Brasilien, Frankreich und die USA machen zusammen etwa ein Drittel des globalen BIP aus. Das ist zehnmal so viel wie die Volkswirtschaften, in denen eine Verbesserung zu verzeichnen war“, sagt Somersan Coqui. „Die Weltwirtschaft durchläuft eine der turbulentesten Phasen seit Jahrzehnten, in der sich Schocks und strukturelle Veränderungen wie KI, Demografie, Klimawandel, Handel und Regulierung überschneiden. Die Unsicherheit bleibt hoch, und Unternehmen müssen einen selektiven, länderspezifischen Ansatz verfolgen, damit sie ihr Geschäft ausbauen und gleichzeitig ihre Vermögenswerte schützen können. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines detaillierten, vorausschauenden Risikomanagements.“

Das beinhaltet die kontinuierliche Überwachung der Transfer- und Konvertibilitätsbedingungen, der fiskalischen Entwicklung und der Handelsrisiken, um Wendepunkte zu antizipieren. (mho)

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