Finanzielle Selbstbestimmung im Pflegefall

27.04.2026

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Eine Pflegebedürftigkeit bringt nicht nur gesundheitliche Einschränkungen mit sich, sondern ist in der Regel auch sehr teuer. Gerade dann, wenn man über einen längeren Zeitraum hinweg auf Pflege angewiesen ist. Mit einer Zusatzversicherung lässt sich vorsorgen. Wer sich rechtzeitig kümmert, behält auch im Pflegefall seine finanzielle Selbstbestimmung. Darauf sollte man beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung achten.

Die Pflegepflichtversicherung deckt nur einen Teil der Kosten ab. Pflegebedürftige in einer stationären Einrichtung müssen aktuell jeden Monat rund 3.500 Euro aus eigener Tasche hinzuzahlen. Und das ist nur der Bundesdurchschnitt. Je nach Heim und Bundesland kann der Betrag auch deutlich darüber liegen. Seit dem Jahr 2022 erhalten die Pflegebedürftigen zwar einen Zuschuss zu den pflegebedingten Kosten, der mit der Aufenthaltsdauer in der Einrichtung steigt. Jedoch liegt der durchschnittliche Eigenanteil nach drei Jahren immer noch bei rund 2.000 Euro monatlich. Je nach Höher der gesetzlichen Rente und der privaten Altersvorsorge kann es schwer werden, diese Kosten dauerhaft zu tragen.

Mit einer Pflegezusatzversicherung kann ein großer Teil dieser Pflegelücke abgesichert werden. Das ist oft günstiger als viele denken, wie eine aktuelle Studie der Ratingagentur Assekurata zeigt. Wer mit 25 Jahren einen Vertrag abschließt, kann mit einem Beitrag von 38 Euro die reinen Pflegekosten von derzeit rund 2.000 Euro/Monat komplett abdecken. Wer bei Start 35 Jahre alt ist, kann mit 56 Euro rechnen. Das entspricht dem Preis für einen mittleren bis guten Smartphone-Vertrag. Bei diesen Beispielen handelt es sich um Pflegetagegeldversicherungen: Das heißt, im Pflegefall erhalten die Versicherten ab Erreichen des im Tarif festgelegten Pflegegrads das vereinbarte Tagegeld zur freien Verfügung. Je nach individuellen Wünschen können auch niedrigere Leistungen vereinbart werden. Der Beitrag fällt dann entsprechend niedriger aus.

Versicherungen sind immer dann sinnvoll, wenn sie einen Schaden abdecken, der zu einer finanziellen Überforderung führt. Angesichts der hohen Eigenanteile ist der Eintritt des Pflegefalls für viele Menschen ein solches Risiko. Insbesondere dann, wenn sich die Pflegebedürftigkeit über mehrere Jahre erstreckt.

Die durchschnittliche Dauer der Pflegebedürftigkeit liegt bei 5 Jahren, wenn sie erstmalig ab dem 60. Lebensjahr eintritt (Barmer Pflegereport 2024). Wie teuer das werden kann, zeigt ein Beispiel: Unter der Annahme, dass jemand 2 Jahre im Pflegeheim verbringt, beläuft sich der zu zahlende durchschnittliche Eigenanteil inklusive staatlicher Zuschüsse auf 73.362 Euro – zuzüglich der Kosten für eine vorhergehende ambulante Pflege. Dauert der Heimaufenthalt länger, wird es teurer. Bei 5 Jahren in stationärer Versorgung wären es rund 150.000 Euro.

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