KI in Pflege und Gesundheit – ein Trend, der jetzt kommt
04.02.2026

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Die Künstliche Intelligenz dringt mehr und mehr in unseren Alltag vor. Auch der Bereich Pflege und Gesundheit ist davon betroffen. Dabei bietet die KI enorme Chancen, Kosten zu reduzieren, Prozesse zu optimieren und zum Wohle des Patienten beizutragen.
2026 droht einigen Pflegekassen die Zahlungsunfähigkeit. Mit dieser drastischen Aussage fasst Oliver Blatt, Chef des GKV-Spitzenverbandes, die Lage am Versicherungsmarkt für Pflege und Gesundheit zusammen. Keine guten Aussichten für das neue Jahr, aber auch keine wirkliche Überraschung. Bereits 2024 fiel bei den gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von sechs Milliarden Euro an.
Wichtige Reformen wurden immer wieder auf die lange Bank geschoben
2025 dürfte kaum besser ausgefallen sein. Bereits im Januar werden deswegen viele Krankenkassen ihre Beiträge erhöhen. Doch schon jetzt ist klar: auch diese Anpassung wird nicht reichen. Fakt ist: In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten wurde es versäumt, dringend notwenige Reformen auf den Weg zu bringen. Nun brennt es an allen Ecken und Enden, die Ausgaben in der Health-Care-Branche steigen unaufhörlich.
Die Menschen werden im Schnitt immer älter, neue Medikamente und Therapien stehen zur Verfügung, die bezahlt werden wollen. So stiegen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im Zeitraum Januar 2025 bis September 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schon wieder um nahezu zehn Prozent auf über 44 Milliarden Euro.
So reduziert KI in Pflege und Gesundheit die Kosten
Was tun? Die Beiträge zu den Kranken- und Pflegekassen lassen sich nicht unbegrenzt in die Höhe schrauben, die staatlichen Zuschüsse angesichts klammer Haushaltskassen ebenfalls nicht. Und Medikamente und Therapien aus Kostengründen auszuschließen, verbietet sich. Am Ende wird es wohl ein ganzer Mix aus Maßnahmen sein, der die Lage zumindest ein wenig entspannen könnte. Dazu gehört auch der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz. KI kann helfen, zahlreiche Prozesse abzukürzen unde effektiver zu gestalten – dazu gehören auch Verwaltungsprozesse bei den Krankenkassen selber, etwa durch KI-gestützte Workflow-Tools. Das ist die eine Seite. Die andere, KI kann natürlich bei der Entwicklung günstigerer Medikamente, bei der Früherkennung von Krankheiten und der Behandlung von pflegebedürftigen Menschen eingesetzt werden.
Allein die Entwicklung von neuen Medikamenten dauert heutzutage im Schnitt zwischen zehn und 15 Jahren. Viel zu lange und zu kostspielig. Neben dem Abbau regulatorischer Hürden setzen Experten dabei vor allem in die KI große Hoffnung. Das Finden neuer Wirkstoffe, das Testen von potenziellen Medikamenten in klinischen Studien, der organisatorische Zulassungsprozess und und und, die KI soll den gesamten Vorgang bei der Entwicklung von Arzneien beschleunigen und so auch entscheidend verbilligen.
Die KI am Patienten
Und KI in der Pflege? Schon heute wird die KI in der Pflege eingesetzt, etwa bei der Planung von Pflegepersonal und der Pflegedokumentation. Doch das ist nur der Anfang.
Am Ende geht es darum, die KI zum Vorteil des Pflegebedürftigen einzusetzen. KIgestützte Roboter interagieren unmittelbar mit Menschen, helfen bei der täglichen Pflegearbeit oder bieten soziale Unterstützung. Als Beispiel kann hier die RoboterRobbe Paro dienen, ein „Kuscheltier“, das den Patienten nicht nur beruhigt, sondern auch persönliche Daten sammeln und auswerten kann. Paro wird so zu einer Schnittstelle zwischen dem Patienten und dem Pflegepersonal beziehungsweise der Pflegeverwaltung. Der Einsatz der Künstlichen Intelligenz im Bereich der Pflege und Gesundheit ist übrigens nur ein Beispiel, wie KI unseren Alltag umkrempelt. Mit der theoretischen Entwicklung der KI in den 1950er-Jahren, dem Einsatz von KI im Bereich des maschinellen Lernens in den 1990er-Jahren und in der Kommunikation (Stichwort ChatGPT) ab den 2020er-Jahren steht nun die KI in der alltäglichen auf der Agenda. Davon sind nahezu alle Lebensbereiche betroffen.

Marktkommentar von Dr. Markus C. Zschaber, Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft in Köln.

PKV 2025 mit stabilem Wachstum









