Märkte warten auf die Fed: Zinspause kein Rally-Killer

28.01.2026

Foto: © jiratip - stock.adobe.com

Die Märkte kommen aktuell gut mit Unsicherheit zurecht, solange sie nicht in eine spürbare wirtschaftliche Schwäche umschlägt.

Eine Zinspause der Fed ist weitgehend eingepreist, das Überraschungspotenzial bleibt begrenzt. Da es keine neuen Projektionen geben wird, richtet sich der Fokus auf Powells Aussagen, insbesondere zu Arbeitsmarkt und Inflation.

Der Markt preist derzeit zwei Zinssenkungen für 2026 ein. Die erste wird für Juni erwartet, allerdings nur mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 45 Prozent. Der Markt ist sich selbst noch nicht sicher. Zwar spricht der sich abschwächende Arbeitsmarkt für weitere Zinssenkungen, doch die Unsicherheit bleibt hoch.

Zusätzliche Brisanz bringt der anstehende Abgang von Jerome Powell im Mai. Die Frage, wen Donald Trump als Nachfolger nominiert, gewinnt stark an Bedeutung. Eine entsprechende Entscheidung in den kommenden Wochen könnte die Zinserwartungen deutlich bewegen.

Das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der Anleger zeigt sich auch zu Wochenbeginn erneut. Gold hat erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar überschritten. Langlaufende US-Staatsanleihen verlieren dagegen teilweise ihre Rolle als sicherer Hafen.

Trotzdem könnten Aktienindizes wie der S&P 500 oder der DAX stabil bleiben, solange sich die globale Konjunktur nicht eintrübt. Eine Zinspause ist kein Rally-Killer. Die steigenden Goldpreise zeigen jedoch, dass die Absicherung derzeit parallel zur Aktienrally läuft.

Marktkommentar von Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro