Postbank Wohnatlas 2026
19.08.2026

Foto: © Roman Babakin - stock.adobe.com
Neben der Verfügbarkeit spielt auch der Preis eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. In den „Big 7“ liegt der Durchschnittspreis für Angebote mit sehr guter bis durchschnittlicher Energieeffizienz bei 6.711 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen der Effizienzklassen E bis H sind im Durchschnitt 1.337Euro pro Quadratmeter günstiger.
In Hamburg ist der Aufschlag am höchsten. Dort liegt der Durchschnittspreis für Wohnungen mit Effizienzklasse D oder besser bei 7.558 Euro pro Quadratmeter. Das sind rund ein Drittel beziehungsweise 1.893 Euro mehr als bei Angeboten der Klassen E bis H. Es folgt München mit einem Aufpreis von 1.720 Euro. Die geringste Differenz weist Stuttgart mit 772 Euro auf.

Der Postbank Wohnatlas zeigt, in welchen Großstädten die Entscheidung für eine energieeffizientere Wohnung leicht fällt, weil der Aufpreis gering ist. Er weist jedoch zugleich auf hohe Preisaufschläge in ohnehin teuren Metropolen hin. Hamburg ist sowohl absolut als auch prozentual besonders teuer bei energieeffizienten Immobilien. In Frankfurt am Main kostet Energieeffizienz noch 29 Prozent mehr.
„In Regionen, wo die Preiseaufschläge für energieeffiziente Eigentumswohnungen sehr hoch sind, kann sich die Sanierung einer älteren oder weniger effizienten Immobilie lohnen“, sagt Beermann. „Ob der gesparte Aufpreis durch die Sanierungskosten aufgefressen wird, entscheiden im Einzelfall mehrere Faktoren. Beispielsweise spielen die Höhe der Rücklagen und das Alter der Heizungsanlagen eine Rolle. Neben dem Sanierungsbedarf ist auch die Anzahl der Wohneinheiten in der Immobilie relevant, denn energetische Maßnahmen betreffen die Eigentümergemeinschaft. So kostet die Dachdämmung in einem Vier-Parteien-Haus oft genauso viel wie in einem Gebäude mit 20 Wohnungen, wo sich der Aufwand auf mehr Schultern verteilen lässt.“ (mho)
Auch außerhalb der großen Städte kann Energieeffizienz kostspielig werden. Unter den untersuchten Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es 83 Regionen, in denen die durchschnittlichen Preisaufschläge für Angebote der Klassen D und besser bei mindestens 1.000 Euro pro Quadratmeter liegen. Im bayerischen Landkreis Miesbach müssen Kaufinteressierte mit einem Rekord-Aufpreis von 3.133 Euro pro Quadratmeter rechnen, wenn sie eine energieeffiziente Wohnung erwerben. Unter den zehn Regionen mit den höchsten Aufschlägen liegen noch weitere fünf in Bayern: In den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen (2.239 Euro), Landsberg am Lech (1.771 Euro), Erding (1.677 Euro) und Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim (1.652 Euro) sowie in der Landeshauptstadt München (1.720 Euro) sind energieeffiziente Eigentumswohnungen besonders teuer im Vergleich zu Immobilien mit weniger guten energetischen Werten. Aus dem Norden sind die Ferienregion Schleswig-Flensburg (2.130 Euro), der Landkreis Wesermarsch (1.846 Euro) und die Stadt Emden (1.711 Euro) unter den Top Ten der Regionen mit den höchsten Aufschlägen vertreten.
In 66 Regionen beträgt der durchschnittliche Preisaufschlag dagegen weniger als 400 Euro pro Quadratmeter. In zwölf davon sind Angebote mit den Energieeffizienzklassen D oder besser sogar günstiger. Beispielsweise liegt im niedersächsischen Landkreis Aurich der Durchschnittspreis um 868 Euro pro Quadratmeter unter dem für Angebote der Klassen E bis H. Auch in den Landkreisen Zwickau (Sachsen), Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) und Wittmund (Niedersachsen) ist der Kauf einer energieeffizienten Wohnung im Schnitt um einen dreistelligen Betrag pro Quadratmeter günstiger. In den sächsischen Landkreisen Meißen und Vogtlandkreis werden energieeffiziente und weniger energieeffiziente Wohnungen durchschnittlich etwa zum gleichen Preis angeboten.
„Energieeffizienz ist aufgrund der aktuellen Entwicklungen jetzt noch wichtiger bei der Wahl einer Immobilie. Doch sie darf nie das einzige Entscheidungskriterium sein. In einigen Regionen ist schlicht das Angebot solcher Wohnungen sehr gering. Oder die Lage und Ausstattung der energieeffizienten Wohnung hat Nachteile oder passt nicht zu den persönlichen Anforderungen. Eine schöne Eigentumswohnung in zentraler Altstadtlage wird ihren Wert halten oder steigern. Ein sehr energieeffizientes Objekt in Randlage oder einer weniger ansprechenden Umgebung wird trotz zusätzlicher Investitionen nicht zur Topimmobilie“, sagt Postbank-Experte Beermann. (mho)

In der Vielfalt liegt die Kraft







