Kontinuität trifft Aufbruch
18.08.2026

Ulla Dörfler und Konrad Schmidt, vfm-Gruppe / Foto: © vfm
Mit Ulla Dörfler und Konrad Schmidt ist die neue Führungsstruktur der vfm-Gruppe vollständig. Im Interview sprechen beide über strategische Schwerpunkte, den Nutzen für Kooperationspartner und die weitere Entwicklung des Unternehmens.
finanzwelt: Mit Ihrem offiziellen Eintritt in die Geschäftsleitung ist die neue Führungsstruktur der vfm-Gruppe nun vollständig umgesetzt. Welche Schwerpunkte möchten Sie in den kommenden Monaten setzen?
Konrad Schmidt: vfm ist sehr solide aufgestellt. Deshalb geht es uns nicht darum, Bewährtes grundsätzlich infrage zu stellen, sondern vorhandene Stärken gezielt weiterzuentwickeln. Für mich stehen insbesondere die Zusammenarbeit mit Produktpartnern, die Marktpositionierung und effiziente Prozesse im Fokus. Chancen im Markt müssen wir früh erkennen und in konkrete Mehrwerte für unsere Kooperationspartner übersetzen.
Ulla Dörfler: Gleichzeitig wollen wir neue Impulse setzen und auf veränderte Marktanforderungen reagieren. Eine engere Verzahnung von Kompetenzcentern und Vertrieb soll Anliegen unserer Kooperationspartner noch schneller aufgreifen. Konrad bringt einen externen Blick auf Markt und Positionierung ein; ich kenne die vfm-Welt, ihre Kultur und die Anforderungen unserer Partner seit 18 Jahren. Diese Verbindung aus Kontinuität und neuer Perspektive ist eine gute Grundlage für die nächste Entwicklungsphase.
finanzwelt: Was verändert sich durch die breitere zweite Führungsebene konkret für Makler und Mehrfachagenten?
Dörfler: Unser Anspruch war immer, ein persönlicher Verbund mit verlässlichen Ansprechpartnern und praxisnaher Unterstützung zu sein. Damit wir mehr Partner in dieser Qualität begleiten können, müssen auch unsere Strukturen mitwachsen. Für Makler und Mehrfachagenten bedeutet das klarere Zuständigkeiten, eine schnellere Abstimmung zwischen Vertrieb und Fachbereichen sowie mehr Verbindlichkeit bei komplexeren Anliegen. Zugleich schaffen wir Raum, zusätzliche Dienstleistungen weiterzuentwickeln – etwa in der Unternehmensberatung oder mit der vfm-Bestandsbörse für Nachfolgeregelungen. Entscheidend ist: Neue Angebote müssen im Maklerbüro praktisch nutzbar sein.
finanzwelt: vfm ist 2025 beim Courtageumsatz um 42 % gewachsen. Wie soll die neue Führungsstruktur dieses Wachstum begleiten?
Schmidt: Ein solches Wachstum bestätigt unseren Weg, verlangt aber auch, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozesse weiterzuentwickeln. Die Herausforderung besteht darin, leistungsfähig zu bleiben, ohne schwerfällig zu werden. Die neue Führungsstruktur verteilt Verantwortung auf mehrere Schultern und ermöglicht Entscheidungen näher an den Fachbereichen. So können wir schneller handeln und die Qualität unserer Leistungen sichern. Zugleich soll vfm auch mit wachsender Größe ein partnerschaftliches Unternehmen bleiben, das seinen Kooperationspartnern auf Augenhöhe begegnet.
finanzwelt: Wo sehen Sie im Wandel des Maklerpool-Markts die größten Chancen für vfm?
Schmidt: Wir wollen Komplexität für Vermittler wirksam reduzieren. Regulatorik, Verwaltungsaufwand und neue Technologien stellen viele Maklerbetriebe vor große Aufgaben. Hier können wir mit fachlicher Unterstützung, praxistauglichen Prozessen und passenden technischen Lösungen entlasten. Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck. Sie soll Abläufe vereinfachen und Zeit für Beratung und Vertrieb schaffen. Mit Keasy verfügen wir über ein Maklerverwaltungsprogramm, das Prozesse, KI-Integration, Daten und Schnittstellen in einer Arbeitsumgebung verbindet. Gleichzeitig unterstützen wir die unternehmerische Eigenständigkeit unserer Partner mit Infrastruktur, Expertise und Dienstleistungen.
finanzwelt: Welche Impulse möchten Sie für Umsteiger, bestehende Partner und Versicherer setzen?
Dörfler: vfm ist seit 1995 auf den Umstieg aus der Ausschließlichkeit spezialisiert. Dabei geht es um weit mehr als einen Vertriebswechsel: Es geht um rechtliche und wirtschaftliche Fragen, Bestände, Prozesse und die künftige Ausrichtung des Unternehmens. Wir begleiten Umsteiger strukturiert – mit digitalen Umdeckungslösungen, rechtlicher und finanzieller Unterstützung sowie fachlichen Ansprechpartnern. Vom Poolgeschäft bis zur Vollkooperation als Makler oder Mehrfachagent können Vermittler den Weg wählen, der zu ihrer Situation passt. Auch für bestehende Partner entwickeln wir unsere Leistungen kontinuierlich weiter, etwa bei Bestandsentwicklung, Nachfolge oder Betriebsorganisation. Zudem suchen Versicherer zunehmend Ventil- und Fremdvertragslösungen für ihre Ausschließlichkeitsorganisationen. Mit AOplus bietet vfm hierfür praxiserprobte Prozesse und persönliche Betreuung. Diese marktführende Position wollen wir weiter ausbauen. (fw)

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