Vorstandsvergütungsstudie 2010: Das Einkommen deutscher Manager kann sich sehen lassen
07.02.2013

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In Zeiten der leeren Kassen und inflationsbereinigten „Nullrunden“ bei Arbeitnehmern wird die Diskussion um die Vorstandsvergütung sehr emotionsgeladen geführt. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Controlling der TU München legt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ihre Vorstandsvergütungsstudie 2010 vor. Analysiert wurden die Gehälter der Vorstände aus dem DAX und dem MDAX sowie die Verdienste internationaler CEOs. Ergebnis: Deutsche Manager verdienen gut, aber nicht unanständig viel. Kritik übt der DSW an der Intransparenz der Vorschriften.
(fw/ah) Die neuen gesetzlichen Vorgaben des VorstAG wurden im Großen und Ganzen umgesetzt. Zu dieser Erkenntnis gelangt der DSW. Die Systeme seien aber zu komplex und oft unverständlich. Die Krise scheint vorüber zu sein, die Gewinne der Unternehmen steigen wieder. Was bedeutet das für die Gehälter von Deutschlands Top-Managern? Untersucht wurden Art und Höhe der Jahresverdienste, angefangen bei der fixen Basisvergütung über die ein- und mehrjährigen Boni bis zu aktienbasierten Bestandteilen. Erstmals wurden auch die immensen Pensionsleistungen der Unternehmen für ihre Top-Kräfte unter die Lupe genommen. Ergebnis: Für das vergangene Geschäftsjahr verdiente ein DAX-Vorstand im Durchschnitt 2,369 Millionen Euro. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 3,12 Prozent. Zu beachten ist, dass die Bezüge immer noch rund 21 Prozent unter den Höchstwerten aus dem Jahr 2007 liegen.
Am besten bezahlt werden die Vorstände der Deutschen Bank mit durchschnittlich 5,568 Millionen Euro je Vorstandsmitglied. Mit einem Jahreseinkommen von rund 9,552 Millionen Euro ist Dr. Josef Ackermann (Deutsche Bank) wieder der bestbezahlte Manager im DAX. "Da seine Vergütung zu mehr als zwei Dritteln durch aktienkursbasierte Komponenten bestimmt wird und diese vom Bonus abhängen, ist Herr Ackermann wieder auf den in den Vorjahren gewohnten Spitzenplatz vorgerückt", erklärt Professor Dr. Gunther Friedl, Mitautor und Lehrstuhlinhaber an der TU München. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen Dr. Jürgen Großmann (RWE) mit 7,162 Millionen Euro, Peter Löscher (Siemens) mit 7,119 Millionen Euro, Leo Apotheker (SAP) mit 6,7 Millionen Euro und Martin Winterkorn (VW) mit 6,6 Millionen Euro.
Aktuell weisen im DAX 28 von 30 Indexmitgliedern die Bezüge ihrer Vorstände individualisiert und ausführlich aus. Merck KGaA und HeidelbergCement verweigern ihren Aktionären die genaue Einsicht.
Die Vergütung der Vorstandsvorsitzenden der deutschen DAX-Unternehmen kann sich im internationalen Umfeld durchaus sehen lassen. Die Vorstände liegen mit einer durchschnittlichen Gesamtvergütung von 3,765 Millionen Euro im europäischen Vergleich leicht hinter der der Schweiz (SMI/SMIM), allerdings klar vor Frankreich (CAC40). In den USA betrug 2009 die durchschnittliche Gesamtvergütung der Vorsitzenden der Unternehmen im Dow Jones (DJIA) 13,121 Mio. US-Dollar oder umgerechnet (nach dem durchschnittlichen Wechselkurs des jeweiligen Geschäftsjahres) 9,828 Mio. Euro. Dies stellt auf US-Dollar-Basis einen Rückgang um 20 Prozent gegenüber 2008 dar.
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