Weiterhin Rückenwind
14.08.2026

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Der Ausbau Erneuerbarer Energien nimmt weiter Fahrt auf, davon profitieren auch Sachwertinvestments. Welche Markttrends vorherrschen und welche Segmente derzeit besonders gefragt sind, zeigen Experten von ÖKORENTA, HEP und Dr. Peters Group.
Der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch legt in Deutschland weiter zu. Er deckte im 1. Halbjahr 2026 rund 58 % ab, ein Plus von fast drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das teilt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit. Auch der Ausbau schreitet weiter voran. Besonders die Photovoltaik konnte im 1. Halbjahr 2026 Kapazität hinzugewinnen. Mit einem Bruttozubau von 8,3 Gigawatt wurde der Wert des Vorjahreszeitraums von 7,8 Gigawatt nochmals übertroffen. Auch der Ausbau der Windenergie an Land legte von 2,2 auf 2,5 Gigawatt zu. Deutlich stärker fiel der Zubau der Windenergie auf See aus, der von 0,5 auf 0,9 Gigawatt stieg. Alles in allem also ein gutes Umfeld für Sachwertinvestments bei Erneuerbaren Energien.
Oliver Lang, Geschäftsführer der HEP Vertrieb GmbH sieht eine anhaltend hohe Relevanz von Photovoltaik-Projekten im deutschen Markt für Erneuerbare-Energien-Investments. Diese sei getrieben vom Bedarf an verlässlicher, planbarer Stromerzeugung und den energiepolitischen Rahmenbedingungen. „Viele Anleger legen weiterhin Wert auf nachvollziehbare Sachwerte mit langfristig stabilen Cashflows. Ein Umfeld, in dem auch Solar-Sachwertinvestments eine Rolle spielen“, betont Lang. Ein weiteres Merkmal sei die wachsende Bedeutung von Batteriespeichern, die die Einsatzmöglichkeiten von Solarparks – insbesondere in den Mittagsstunden – erweitern und die Erzeugungsprofile deutlich flexibilisieren. Investoren achten zunehmend auf ganzheitliche Lösungen und nicht mehr allein auf die reine Erzeugungsleistung, so der HEP Vertrieb‑Geschäftsführer.
Dagegen spielt die Musik bei der Dr. Peters Group vor allem im Bereich von Onshore-Windkraftanlagen, wie Dennis Gaidosch, KVG-Geschäftsführer für die Assetklasse Erneuerbare Energien, sagt. „Das hat unter anderem damit zu tun, dass wir bei Wind nicht so stark von negativen Strompreisen betroffen sind wie bei Photovoltaik, die ihren Peak in der Regel in den Mittagsstunden hat. Windenergie verteilt sich potenziell über den ganzen Tag“, so Gaidosch.
Auch bei ÖKORENTA ist Wind wieder im Aufschwung. „Der Windenergiebereich hat generell stark an Dynamik gewonnen – und spielt im Verhältnis zur Photovoltaik in unseren risikogemischten Wind-/Solar- und Speicher-Portfoliofonds wieder eine größere Rolle“, sagt Jörg Busboom, Vorstandsvorsitzender der ÖKORENTA Invest AG. Über viele Jahre war es selbst für erfahrene Marktteilnehmer eine Herausforderung, an gute Windparkprojekte zu gelangen, denn der Markt war von einem deutlichen Angebotsmangel geprägt. Diese Situation hat sich inzwischen aufgrund beschleunigter Genehmigungsverfahren durch die Ampelkoalition stark verändert. Danach gelangten zahlreiche Windparkprojekte auf den Markt. Viele Projektierer müssen ihre Vorleistungen nun refinanzieren und veräußern dafür Bestandsanlagen. „Wir als erfahrene Ankäufer profitieren von der reichen Auswahl an Projekten am Markt und dem damit für die Projektierer entstandenen Preisdruck. Die bereits in Betrieb befindlichen oder zeitnah ans Netz gehenden Windparks mit einer gut nachvollziehbaren Leistungshistorie entsprechen exakt unserem Beuteschema für die ÖKORENTA Fonds. Aus diesem Grund investieren wir wieder verstärkt in Windenergie“, unterstreicht Jörg Busboom.
Während ÖKORENTA als Pionier für Kapitalanlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien mit 27-jähriger Historie gilt, hat die breiter aufgestellte Dr. Peters Group das Thema erst vor einiger Zeit für sich entdeckt. Vor zwei Jahren ist Dennis Gaidosch zur Dr. Peters Group gekommen, um diesen Bereich Schritt für Schritt aufzubauen. Seit Anfang 2025 besitzt das Dortmunder Unternehmen die Lizenz zum Vertrieb von Sachwertanlagen in Erneuerbare Energien für die eigene Kapitalverwaltungsgesellschaft. „Wir setzen konkret auf das Thema Windenergie und dabei besonders gerne auf Repowering, weil das den Vorteil mit sich bringt, dass wir schon wissen, ob die Standorte für Windkraftanlagen nachhaltig funktionieren. Entsprechend investiert unser erster Spezial-AIF in diesem Sektor in fünf Repowering-Anlagen an einem bewährten Standort in Rheinland-Pfalz. Demnächst wollen wir einen Publikums-AIF bringen, der ebenfalls in Windkraftanlagen investiert. Wir fühlen uns mit den Vehikeln Spezial-AIF und Publikums-AIF besonders wohl“, erklärt der KVG-Geschäftsführer. Darüber hinaus sieht die Dr. Peters Group großes Wachstumspotenzial im Management von Erneuerbare-EnergienFonds für Dritte und hat bereits die Anlegerverwaltung für sechs Fondsgesellschaften eines renommierten Anbieters übernommen, so Gaidosch.
Dagegen hat sich die HEP Vertrieb GmbH klar auf das Thema Photovoltaik fokussiert. Durch die enge Zusammenarbeit mit der hep global GmbH, die Solarprojekte entwickelt und betreibt, kann das Unternehmen den Investoren Produkte entlang der Wertschöpfungskette anbieten. „Sowohl 2025 als auch der bisherige Verlauf 2026 waren geprägt von einer stabilen Projektpipeline und einem breiten Interesse von Privatund institutionellen Anlegern an Solar-Investments. Eine besonders hohe Nachfrage sehen wir derzeit im Segment der Solar-Direktinvestments“, betont Oliver Lang. In Deutschland setzt das Unternehmen verstärkt auf Projekte, die Solarstromerzeugung mit Speichern und einem hohen Anspruch an Flächeneffizienz verbinden. Ein Beispiel dafür ist der Solarpark Schongau in Bayern, bei dem seit Juni 2026 der Bau einer Anlage mit rund 8 MWp Leistung und einem integrierten Batteriespeicher mit 6,1 MWh Kapazität und etwa 3 MW Leistung läuft. „Mit seinem charakteristischen, gestückelten Layout zeigt Schongau, wie durch konsequente Flächennutzung eine hohe Energieeffizienz erreicht werden kann“, so Lang.
Ausblick
In die 2. Jahreshälfte 2026 wagt Jörg Busboom von ÖKORENTA einen positiven Ausblick. „Wir gehen von einer weiterhin guten Nachfrage aus. Der Sektor bleibt ideal, um antizyklisch zu investieren, denn während viele Wirtschaftsbereiche unter den aktuellen Bedingungen leiden, gehören Infrastruktur und Erneuerbare Energieerzeugung zu den Gewinnern“, so Busboom. Auch Oliver Lang rechnet bis Jahresende im Gesamtmarkt mit einer weiterhin hohen Relevanz von Erneuerbaren-Energien-Investments, gleichzeitig aber auch mit einem selektiveren Investitionsverhalten. „Investoren achten zunehmend auf Standortqualität, technische Ausführung, Betriebserfahrung und ESG-Konformität, also darauf, wie solide Projekte geplant, gebaut und betrieben werden und welchen konkreten Beitrag sie zur Energiewende leisten“, erklärt Lang. Für die Dr. Peters Group stehen in den nächsten Monaten wichtige Weiterentwicklungen an. „Möglichst noch im Herbst wollen wir unseren ersten Publikums-AIF bringen, der in Windkraftanlagen investiert“, sagt Dennis Gaidosch. Ein zweiter Spezial-AIF für Windkraftinvestments soll Anfang 2027 auf den Markt kommen. Zudem ist das Unternehmen offen für weitere Management-Mandate für Erneuerbare-Energien-Fonds von Drittanbietern. (mho)

Private Equity bleibt auf Wachstumskurs







